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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Suworowinseln; Suzeränität; Svarez; Svealand; Svegliato; Svendborg; Svendsen

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Suworowinseln - Svendsen.

nikskij erhielt und zum deutschen und russischen Reichsgrafen erhoben wurde. Am 22. Dez. 1790 erstürmte er die Festung Ismail, deren Einwohner er niedermetzeln ließ. Den polnischen Aufstand von 1794 beendigte er rasch durch die Erstürmung von Praga und die Besetzung von Warschau, wofür er zum Generalfeldmarschall befördert ward. Hierauf zog er sich auf sein Landgut Kantschanski im Gouvernement Nowgorod zurück, bis ihm 1799 Kaiser Paul den Oberbefehl über die Truppen übertrug, welche mit den Österreichern vereint in Italien gegen die Franzosen fechten sollten. Er schlug die letztern 27. April bei Cassano, 17., 18. und 19. Juli an der Trebbia und 15. Aug. bei Novi, eroberte Alessandria und warf binnen 5 Monaten den Feind aus ganz Oberitalien. Hierauf zog er nach der Schweiz, um sich mit Korssakow zu vereinigen. Sein Zug über den St. Gotthard war mit unbeschreiblichen Anstrengungen verknüpft und kostete ihm den dritten Teil seines Heers, den größten Teil der Pferde, alle Lasttiere nebst Geschütz und Gepäck. Als er endlich das vordere Rheinthal betrat, fand er die Verbündeten inzwischen von Masséna bei Zürich, von Soult an der Linth, von Molitor bei Mollis geschlagen. Er trat daher den Rückmarsch durch Graubünden nach Italien und von da, inzwischen zum Generalissimus aller russischen Armeen ernannt, im Januar 1800 nach Rußland an. Noch vor seiner Rückkehr aber fiel er infolge angeblicher Nichtbeachtung kleinlicher kaiserlicher Dienstbefehle in Ungnade. Krank kam er 2. Mai 1800 in Petersburg an und starb daselbst 18. Mai. Alexander I. ließ ihm 1801 auf dem Marsfeld zu Petersburg eine kolossale Statue setzen. Vgl. Anthing, Kriegsgeschichte des Grafen S. (Gotha 1796-99, 3 Bde.); v. Smitt, Suworows Leben und Heerzüge (Wilna 1833-34); Derselbe, S. und Polens Untergang (Leipz. 1858, 2 Bde.). Neuere Biographien Suworows lieferten Polewoi (deutsch, Mit. 1853) und Rybkin (russ., Mosk. 1874). Suworows "Korrespondenz über die russisch-österreichische Kampagne im Jahr 1799" wurde von v. Fuchs herausgegeben (deutsch, Glog. 1835, 2 Bde.). - Suworows Sohn Arkadij Alexiewitsch, geb. 1783, that sich im Feldzug von 1807 hervor, ward Generalleutnant, befehligte eine Division der Donauarmee unter Kutusow und ertrank 1811 im Rimnik, wo sein Vater den Sieg über die Türken erfochten hatte. Dessen Sohn Alexander Arkadjewitsch S.-Rimnikskij, Fürst Italijskij, geb. 1. Juli 1804, russ. Diplomat und General, diente im Kaukasus und in Polen, wurde mehrmals zu diplomatischen Missionen an deutsche Höfe verwandt, ward 1848 Generalgouverneur der Ostseeprovinzen, die er vortrefflich verwaltete, 1861 Generalmilitärgouverneur von Petersburg, dann, als im Mai 1866 dies Amt in Wegfall kam, Generalinspektor der Infanterie. Er starb 12. Febr. 1882 in Petersburg.

Suworowinseln, kleine, nur 5 km große Gruppe auf einem eine Lagune einschließenden, mit Wasser bedeckten Riff, zur polynesischen Gruppe der Manihikiinseln gehörig, unter 13° 20' südl. Br. und 163° 30' östl. L. v. Gr. Die nahe aneinander liegenden Eilande sind mit Gebüsch bedeckt, haben einige Kokospalmen, aber kein Trinkwasser. Ein tiefer Kanal führt in das Innere der seichten Lagune. Die Gruppe wurde Anfang 1889 von England in Besitz genommen.

Suzeränität (franz.), Oberhoheit (s. d.).

Svarez (Suarez, eigentlich Schwartz), Karl Gottlieb (nicht von spanischer Abkunft), der Schöpfer des preußischen Landrechts, geb. 27. Febr. 1746 zu Schweidnitz, studierte 1762-65 in Frankfurt a. O. trat hierauf als Auskultator bei der Oberamtsregierung zu Breslau in den praktischen Justizdienst, ward 1771 Rat daselbst und wirkte bei Neugestaltung der Verhältnisse Schlesiens unter dem Provinzialminister v. Carmer wesentlich mit zur Begründung des landschaftlichen Kreditsystems, zur Reorganisation der höhern Schulen wie zur Anbahnung einer Prozeßreform, welch letztere indessen, durch den Großkanzler v. Fürst bekämpft, ins Stocken geriet. Als Carmer an Fürsts Stelle berufen wurde, folgte ihm S. 1780 als vortragender Rat nach Berlin, um dessen legislatorische Pläne auszuführen. Auf Grund des Prozeßentwurfs von 1775 bearbeitete er das 1781 publizierte erste Buch des "Corpus juris Fridericianum" (von der Prozeßordnung), woraus später die "Allgemeine Gerichtsordnung für die preußischen Staaten" (Berl. 1794-95, 3 Tle.), ebenfalls sein Werk, hervorging. Auch in der Gesetzkommission für das allgemeine Gesetzbuch fiel ihm die Hauptarbeit zu. Er schuf den "Entwurf eines Allgemeinen Gesetzbuchs" (Berl. 1784-88, 6 Abtlgn.), ebenso die Schlußredaktion des am 20. März 1791 zur Publikation gelangten Gesetzbuchs selbst. Nachdem dasselbe infolge von Gegenströmungen 18. April 1792 auf unbestimmte Zeit wieder suspendiert war, besorgte S. die durch Kabinettsorder vom 17. Nov. 1793 angeordnete Revision, welche in dem "Allgemeinen Landrecht für die königlich preußischen Staaten", publiziert 5. Febr. 1794, mit Gesetzeskraft vom 1. Juni, ihren endlichen Abschluß fand. 1787 zum Geheimen Oberjustizrat befördert und noch in demselben Jahr zum Obertribunalsrat ernannt, starb S. 14. Mai 1798 in Berlin. Vgl. Stölzel, K. G. S. (Berl. 1885).

Svealand (Svearike), historische Bezeichnung für das mittlere Schweden mit der Hauptstadt Stockholm.

Svegliato (ital., spr. sweljato), aufgeweckt, munter.

Svendborg, dän. Amt, den südöstlichen Teil der Insel Fünen nebst den Inseln Taasinge, Langeland, Aeroe und vielen andern umfassend, 1643 qkm (29,8 QM.) mit (1880) 117,577 Einw. - Die gleichnamige Hauptstadt, in schöner Lage am Svendborgsund, Endpunkt der Eisenbahnlinie Odense-S., hat 2 Kirchen und (1880) 7184 Einw. Der Hafen ist etwa 4,5 m tief. Schiffahrt und Schiffbau sind von großer Bedeutung. Die Handelsflotte zählte 1886: 286 Schiffe von 26,907 Registertonnen. 1886 liefen 4744 Schiffe mit einer Warenmenge von 51,399 Registertonnen ein und aus. S. ist Sitz eines deutschen Konsulats.

Svendsen, Johann Severin, norweg. Komponist, geb. 30. Sept. 1840 zu Christiania, erhielt von seinem Vater den ersten Unterricht im Violinspiel und ging 1862 als Mitglied einer ambulanten Musikgesellschaft nach Hamburg, setzte nach Auflösung derselben, mit einem königlichen Stipendium versehen, seine Studien in Leipzig fort und widmete sich hier, da er infolge einer Fingerkrankheit das Violinspiel aufgeben mußte, ausschließlich der Komposition. 1867 machte er eine Reise nach Island, lebte dann 1868-1869 in Paris, hierauf wieder in Leipzig und begab sich 1872 in seine Heimat, von wo aus er im Herbst 1877, abermals mit einem königlichen Stipendium ausgerüstet, zu weitern Kunststudien nach Italien ging. Über London und Paris, wo er wieder anderthalb Jahre verweilte, nach Christiania zurückgekehrt, dirigierte er hier wieder die schon früher von ihm geleiteten Musikvereinskonzerte, bis er 1883 einem Ruf als Hofkapellmeister nach Kopenhagen folgte. Von seinen Kompositionen sind hervorzuheben: ein Konzert für Violine, eins für Violoncello, ferner zwei Quar-^[folgende Seite]