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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Taktmesser - Talent.

T. (2. Aufl., das. 1883); Pönitz, T. der Infanterie und Kavallerie (4. Aufl., Adorf 1859, 2 Bde.); Rüstow, Allgemeine T. (2. Aufl., Zürich 1868); Derselbe, Strategie und T. der neuesten Zeit (Stuttg. 1872-75, 3 Bde.); v. Lettow, Leitfaden der T. für die königlichen Kriegsschulen (6. Aufl., Berl. 1884); v. Verdy du Vernois, Studien über Truppenführung (das. 1873-75, 2 Tle.); Derselbe, Taktische Beispiele (das. 1880); v. Scherff, Von der Kriegführung (das. 1883).

Taktmesser (griech. Metronom), ein schwingendes Pendel mit verschiebbarem Gewicht und einer Skala, welche angibt, wie viele Hin- und Hergänge das Pendel in der Minute macht, je nachdem das Gewicht gestellt ist. Der T. dient zur genauen Bestimmung des Tempos, in welchem der Komponist sein Werk ausgeführt wissen will, und ist daher eine höchst bedeutsame Erfindung, da unser Allegro, Andante etc. doch Angaben von wenig Bestimmtheit sind. Der jetzt allgemein verbreitete T. ist der Metronom des Mechanikers Johann Nepomuk Mälzel (geb. 1772 zu Regensburg, gest. 1838 in Amerika), 1816 patentiert, doch eigentlich nicht Mälzels Erfindung, sondern die eines Mechanikus Winkel in Amsterdam. Auf ihn bezieht sich die seitdem übliche Bezeichnung von Kompositionen, z. B. M. M. ^ = 100 etc. (die Halben von der Dauer eines Pendelschlags, wenn das Gewicht auf 100 gestellt ist, d. h. 100 in der Minute). Vorausgegangen waren ihm ähnliche, mehr oder minder unvollkommene Versuche von Loulié, Stöckel u. a.

Taktstrich, s. Takt.

Taktvorzeichnungen, die Bruchzahlen oder Zeichen, welche am Anfang der Tonstücke, unmittelbar hinter dem Schlüssel stehen und die Taktart derselben bezeichnen, als ^, ^, ¾, 6/8 etc. Dieselben sind insofern ungenügend, als sie wohl die Zahl der Taktteile angeben, aber die eigentlichen Zählzeiten nicht immer deutlich genug hervorheben, wie z. B. die Vorzeichnung 6/4 nicht erkennen läßt, ob der Takt dreizählig (3/2) oder zweizählig (⅔) sein soll.

Taku, Befestigungen, welche den Eingang zum Peihofluß in China verteidigen, an welchem Peking liegt. Vgl. Tiëntsin.

Talanti (Atalanti), Stadt im griech. Nomos Phthiotis und Phokis, 6 km von der Meerenge von T., welche das griechische Festland von der Insel Negroponte (Euböa) scheidet, Sitz eines Bischofs, mit (1879) 1377 Einw.

Talār (lat.), zunächst als Haustracht der kathol. Geistlichen ein langer, gewöhnlich schwarzer Rock, der weit und faltenreich vom Hals bis auf die Füße hinabgeht, woraus sich später der T. als Amtskleid der evangelischen Geistlichen, der Gerichtspersonen etc. entwickelte.

Talar (pers.), eine längliche Halle, Vorhalle, auch Empfangssalon der Fürsten.

Talarĭen (lat.), die Flügelschuhe des Merkur.

Tálaro, in Persien, Arabien etc. der Mariatheresienthaler, = 4,20 Mk.

Talassĭo (Talassus), röm. Hochzeitsgott, dem Hymenäos der Griechen entsprechend, gehörte zu den verschollenen Göttern und wurde nur im Refrain ("Talasse") des bei der Heimführung der Braut gesungenen Hochzeitsliedes angerufen. Spätere Deutung machte ihn zu einem beim Raub der Sabinerinnen beteiligten Genossen des Romulus.

Tala'ut, Gruppe kleiner ostind. Inseln, zwischen Celebes und den Philippinen, nordöstlich von den Sangirinseln, in administrativer Hinsicht zur niederländischen Residentschaft Menado auf Celebes gehörig. Die Inseln, deren bedeutendste Tulur (Karkelong), Salibabu und Kabruang heißen, sind sämtlich fruchtbar, gut bevölkert und angebaut.

Talavēra de la Réina, Bezirksstadt in der span. Provinz Toledo, am Tajo, über den eine Steinbrücke mit 25 Bogen führt, und an der Eisenbahn Madrid-Lissabon, hat starke Töpferei (im 16.-18. Jahrh. Hauptfabrikationsort der nach T. benannten bemalten Fayencen), Wachszieherei und Bleicherei, eine große Messe (im August) und (1878) 10,029 Einw. Hier 27. und 28. Juli 1809 Sieg Wellingtons über die Franzosen unter König Joseph.

Talbot, John, s. Shrewsbury.

Talca, Provinz der südamerikan. Republik Chile, liegt zwischen dem Rio Mataquito und dem schiffbaren Rio Máule, reicht vom Stillen Ozean bis zum Kamm der Kordilleren u. umfaßt 9527 qkm (173 QM.) mit (1885) 133,472 Einw. Landbau und Viehzucht sind die Haupterwerbszweige. Gold kommt im Flußsand vor, die Ausbeute aber ist unbedeutend. Die Hauptstadt San Augustin de T., am Rio Claro, einem Nebenfluß des Máule, 83 m ü. M., hat eine schöne Kathedrale, eine höhere Schule, ein Hospital und (1875) 17,496 Einw., die lebhaften Handel und Handweberei (Ponchos) betreiben. Eine Eisenbahn verbindet Talca mit Santiago und Concepcion.

Talcahuāna, Hafenstadt im südamerikan. Staat Chile, Provinz Concepcion, 20 km von der Hauptstadt, ist Sitz der Marinebehörden, hat ein Kriegsarsenal, Schiffwerfte, einen Molo, an dem die größten Schiffe anlegen können, und (1875) 2495 Einw. Die Einfuhr in den Hafen von T. betrug 1887: 5,492,628 Pesos, die Ausfuhr 5,504,767 Pesos.

Talch, s. Acacia, S. 74.

Talcĭum, s. v. w. Magnesium.

Talegalla, Huhn, s. Wallnister.

Taleman (schwed.), der Sprecher des Bauernstandes auf den schwedischen Reichstagen.

Talént (griech.), ausgezeichnete geistige oder auch körperliche Befähigung. In diesem Sinn spricht man von mathematischem, philosophischem, künstlerischem etc., aber auch technischem, mechanischem etc. T. Der innere Grund der Verschiedenartigkeit der einzelnen Talente ist, wie alles, was unter den allgemeinen Begriff der Anlage (s. d.) fällt, ein Problem der Psychologie. Der Unterschied des Talents vom Genie ist aber deshalb schwer festzustellen, weil das T. in seinen höchsten Entfaltungen sich dem Genie bis auf einen unmerklichen Abstand nähern kann. Im allgemeinen kann man sagen, daß dem Genie die schöpferische Ursprünglichkeit, mit der es sich seine eigne Bahn bricht und neue Wirkungskreise aufthut, daher unter günstigen Umständen der Kunst und Wissenschaft ganz neue Gebiete öffnet, als Eigentum zuzusprechen sei, während sich das T. an das Gegebene hält, das Vorhandene seinem Zweck gemäß zu benutzen und umzuformen weiß, aber weniger aus sich selbst produziert und auch weniger seinen eignen Weg geht. Vgl. Genie.

Talént (griech. tálanton), bei den Griechen die höchste Einheit für Gewicht und Geld, vorzüglich Silbergeld, war eingeteilt in 60 Minen à 100 Drachmen à 6 Obolen. Der Wert des Talents war zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Staaten verschieden. Das gewöhnlichste T. war das von Solon eingeführte kleine attische, welches stets gemeint ist, wenn T. ohne weitern Zusatz genannt wird. Dasselbe hielt dem Gewicht nach 26,2 kg, als Geldsumme nach den neuesten Berechnungen rund 4710 Mk. - Im jetzigen Griechenland ein Gewicht, = 150 kg