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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Trinakria; Tring; Tringa; Trinidad; Trinitapoli; Trinitarierorden; Trinität

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Trinakria - Trinität.

mente gegen den Buddhismus und andre feindliche Strömungen zu verbinden. Verehrt wird die T. in einem dreiköpfigen Bild aus einem Stein, das vorn den Brahma mit dem Almosentopf und dem Rosenkranz, rechts den Wischnu u. links den Siwa darstellt.

Trinakria (Thrinakia), altertümlicher und poetischer Name der Insel Sizilien wegen ihrer dreieckigen Gestalt.

Tring, Stadt im westlichen Hertfordshire (England), hat Strohhut- und Stuhlfabriken, einen Park mit Schloß, welches Karl II. seiner Mätresse Nell Gwynne schenkte, und (1881) 4354 Einw.

Tringa, Strandläufer (Vogel).

Trinidad, 1) britisch-westind. Insel, die südlichste und größte der Kleinen Antillen, an der östlichen Nordküste von Venezuela vor der Mündung des Orinoko gelegen. Die Insel wird von O. nach W. von drei parallelen Bergketten durchkreuzt, von denen die nördliche im Cerro de Aripo 945 m Höhe erreicht, und zwischen denen zwei von Meer zu Meer reichende Ebenen liegen. Flüsse und auch Sümpfe sind zahlreich. Bei Brea liegt der merkwürdige Asphaltsee (Pitch Lake), und Schlammvulkane sind bei der Südwestspitze vorhanden. In seiner Pflanzen- und Tierwelt gehört T. eher zum nahen Kontinent als zu den Antillen. Palmen und Zedern bedecken große Strecken. Von Tieren sind Affen, Tigerkatzen, Ameisenbären, ferner Hirsche, wilde Schweine, Gürteltiere und Beuteltiere, dann Schlangen, Alligatoren und Schildkröten zu nennen. Das Klima kennt eine trockne Jahreszeit, die von Dezember bis Mai anhält. Die mittlere Temperatur von Port of Spain ist 25,5° C., und es fallen 1950 mm Regen. Stürme wüten im Oktober fast täglich. T. hat ein Areal von 4518 qkm (82,5 QM.) und (1887) 183,486 Einw. (1871: 109,638). Nur 40,500 Hektar sind angebaut. Hauptprodukt ist Zucker, und außerdem werden Kaffee, Kakao und Baumwolle gebaut und Kokospalmen sowie Nahrungspflanzen gezogen. Die Viehzucht ist ohne Bedeutung. Den Verkehr vermitteln (1887) 88 km Eisenbahnen. Die günstige Lage in der Nähe der Orinokomündung ist dem Handel förderlich. Der Wert der Ausfuhr war 1887: 1,870,612 Pfd. Sterl., diejenige der Einfuhr 1,918,670 Pfd. Sterl. T. erfreut sich seither keiner repräsentativen Verfassung. Seine Revenüe ist (1887) 456,167 Pfd. Sterl. bei einer Schuldenlast von 562,440 Pfd. Sterl., großenteils durch Einführung von Kulis entstanden. Hauptstadt ist Port of Spain (31,858 Einw.) an der Westküste. Geräte, Vasen und Glaspasten, welche man auf T. findet, machen es wahrscheinlich, daß die Insel in der Vorzeit eine weit zivilisiertere Bevölkerung gehabt habe, als die Kariben waren, die man bei der Entdeckung der Insel vorfand. T. wurde von Kolumbus 31. Juli 1496 entdeckt, aber die Spanier nahmen erst 1588 Besitz von der Insel. Später siedelten sich Franzosen unter spanischer Hoheit auf T. an und brachten den Plantagenbau zu hoher Blüte. Endlich 1797 wurde die Insel fast ohne Schwertstreich eine britische Kolonie. Die 1838 verfügte Emanzipation sämtlicher Negersklaven der Insel (über 20,000) hatte den Verfall der Bodenkultur und Zuckerproduktion im Gefolge. In neuerer Zeit hat sich dieselbe durch Herbeiziehung von Kulis aus Ostindien wieder sehr gehoben. S. Karte "Antillen". Vgl. Borde, Histoire de l'île de la T. sous le gouvernement espagnol (Par. 1876-1883, 2 Bde.); Wall u. Sawkins, Geological survey of T. (Lond. 1860); Clark, T., a field for emigration (Port of Spain 1886); Collens, Guide to T. (2. Aufl. 1889). - 2) (T. de Cuba, Maritima de T.) Stadt auf der Südküste der Insel Cuba, inmitten von Palmenhainen, an der Casildabai, 1514 gegründet, hat 2 höhere Schulen, lebhafte Ausfuhr von Zucker und Hölzern und (1877) 27,654 Einw. T. ist Sitz eines deutschen Konsuls. - 3) (T. de Mojos) Hauptstadt des Departements Beni in der südamerikan. Republik Bolivia, 1687 von den Jesuiten im Lande der Mojosindianer gegründet, 10 km nördlich von Rio Mamoré entfernt, mit (1882) 4535 Einw.

Trinitapoli (früher Casaltrinità), Stadt in der ital. Provinz Foggia, an der Eisenbahn Ancona-Brindisi und am Lago di Salpi, mit (1881) 7789 Einw. Von hier bis nach Barletta erstrecken sich Lagunen, welche zur Seesalzgewinnung ausgebeutet werden.

Trinitarierorden (Dreifaltigkeitsorden, regulierte Chorherren, Ordo S. Trinitatis de redemptione captivorum), Orden, gestiftet 1198 von Johannes von Matha und Felix von Valois, zwei Einsiedlern in der Diözese Meaux, und von dem Papst Innocenz III. 1198 bestätigt, setzte sich die Loskaufung gefangener Christensklaven von den Sarazenen zum Zweck und fand von seinem Mutterhaus Cerfroy (Aisne) aus schnell Verbreitung, vorzüglich in Südeuropa. Ein Nachlassen in der Strenge des Wandels führte einige Reformen des Ordens herbei; namentlich entstanden in Spanien 1596 die Trinitarier-Barfüßer. Die Mönche trugen weiße Kleider mit einem roten und blauen Kreuz auf der Brust. Weil sie nur auf Eseln reisten, ward der Orden vom Volk Eselsorden (ordo asinorum), die Mitglieder Eselsbrüder genannt. Mathuriner hießen die Trinitarier in Frankreich von einer Kapelle in Paris, die dem heil. Mathurin geweiht war. Zu gleichem Zweck und unter gleicher Regel schlossen sich dem Orden 1201 regulierte Chorfrauen (Trinitarierinnen) an sowie Trinitarier-Tertiarier und die Brüderschaft zum Skapulier der heiligen Dreieinigkeit, die 1584 reguliert wurden. Der Orden ist jetzt erloschen, nachdem er angeblich 900,000 Gefangene losgekauft hat. Vgl. Gmelin, Die Trinitarier in Österreich (Wien 1871).

Trinität (Trias, Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit), nach der christlichen Kirchenlehre die Beschaffenheit des göttlichen Wesens, wonach dasselbe unbeschadet seiner Einheit drei Personen, Vater, Sohn und Heiligen Geist, in sich begreift. Die Lehre von der T., die besonders auf die Taufformel Matth. 28, 19 und auf die unechte Stelle 1. Joh. 5, 7 basiert ward, bildete sich als charakteristisch für das Christentum (s. d.) im Verlauf von drei Jahrhunderten zu derjenigen dogmatischen Fixierung aus, in welcher sie seitdem in den öffentlichen Bekenntnisschriften aller christlichen Kirchen, die unitarischen ausgenommen, auftritt. Und zwar wurde zunächst auf den beiden großen Synoden von 325 und 381 (s. Arianischer Streit und Nicänisch-konstantinopolitanisches Glaubensbekenntnis ^[richtig: Nicäisch-konstantinopolitanisches Glaubensbekenntnis]) die volle Gottheit des Sohns und Geistes festgestellt, ihr persönliches Verhältnis zum Vater aber sowie ihre Einheit in der T. vornehmlich durch Meletius, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa und Basilius formuliert. Im Abendland siegte durch das sogen. Athanasianische Bekenntnis die eigentümlich symmetrische, von Augustin herrührende Form des Dogmas, während im Morgenland doch immer der Vater eigentlicher Gott, "Anfang und Quelle der Gottheit", blieb, von welchem auf der einen Seite der Sohn erzeugt wird, auf der andern der Geist ausgeht: ein Rest des Paulinischen Subordinatianismus (s. Christologie). Die Lehre von der T. ging ohne alle weitere Durchbildung samt