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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Ubier - Ückermünde.

riques sur les populations chrétiennes de la Turquie d'Europe" (1867); "Les constitutions de l'Europe orientale" (1872); "État présent de l'Empire ottoman" (1876); "La constitution ottomane expliquée et annotée" (1877); "Les origines de l'histoire roumaine" (1887) u. a.

Ubĭer, german. Volk, wohnte zu Cäsars Zeit auf dem rechten Rheinufer, südlich von den Sigambern, von der Sieg bis über die Lahn hinaus und schloß sich enger als irgend ein andrer germanischer Stamm an die Römer an. Von ihren Nachbarn im Osten und Süden, den Sueven, bedrängt, ließen sich die U. unter Augustus durch Agrippa auf das linke Rheinufer versetzen. Außer ihrer Hauptstadt Colonia Agrippina gehörten ihnen noch: Bonna (Bonn), Antunnacum (Andernach), Rigomagus (Remagen) und mehrere Kastelle. Sie gingen zuletzt in den Franken auf.

Übigau, 1) Stadt im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Liebenwerda, an der Schwarzen Elster, hat eine evang. Kirche, Torfgräberei und (1885) 1482 Einw. - 2) Dorf in der sächs. Kreishauptmannschaft Dresden, Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt, rechts an der Elbe, hat Albumin-, Bleizucker-, Farben- und chemische Fabriken, eine Schiffswerfte, Schiffahrt, Obst- und Weinbau und (1885) 774 Einw.

Ubiquität (lat. Ubiquitas, "Allgegenwart"), von Luther zur Bezeichnung derjenigen Eigenschaft des Leibes Christi gebraucht, vermöge welcher derselbe, weil infolge hypostatischer (persönlicher) Vereinigung der menschlichen und göttlichen Natur überall, so auch im Abendmahl in der Form des Brots gegenwärtig sein kann, daher die Lutheraner von den Reformierten, die den Leib Christi im Himmel wissen und nur eine durch den Glauben vermittelte Gegenwart annehmen, auch Ubiquisten oder Ubiquitiner genannt wurden.

Ubstadt, Dorf im bad. Kreis Karlsruhe, am Kraichbach und der Linie Mannheim-Konstanz der Badischen Staatsbahn, hat eine kath. Kirche, eine Solquelle mit Bad, Tabaks- und Hopfenbau und (1885) 1171 Einw. Hier 1849 Treffen gegen die Freischaren.

Ubuch (Ubuchen), s. Tscherkessen, S. 884.

Übungslager, s. Lager, S. 402.

Ucayāli, einer der Hauptquellflüsse des Amazonenstroms, entspringt unter dem Namen Apurimac in den Andes westlich vom Nordende des Titicacasees, empfängt auf dem Hochland den von SW. kommenden Rio Mantaró oder Mayo, durchbricht die östlichen Ketten der Kordilleren und nimmt, nachdem er in seinem mit tropischem Urwald erfüllten Thal sich mit dem von SO. kommenden Urubamba (s. d.) vereinigt hat, den Namen U. an und mündet nach viel gewundenem Lauf Nauta gegenüber (114 m ü. M.) in den Marañon. Seine Länge beträgt 1960 km. Seeschiffe befahren ihn aufwärts das ganze Jahr durch bis nach Sarayacu (6° 30' südl. Br., 124 m ü. M.), kleinere Schiffe den Nebenfluß Pachitea aufwärts bis nach Maira (242 m) in der Nähe der Kolonie Pozuzu (s. d.).

Uccle (spr. ükl), Gemeinde in der belg. Provinz Brabant, Arrondissement Brüssel, 5 km von dieser Stadt an der Staatsbahnlinie Brüssel-Luttre gelegen, hat ein Irrenhaus, Gemüsebau und (1888) 12,680 Einw.

Uchard (spr. üschár), Mario, franz. Schriftsteller, geb. 28. Dez. 1824 zu Paris, war längere Zeit Börsenagent, vermählte sich 1853 mit der Schauspielerin Madeleine Brohan vom Théâtre-Français und brachte 1857 das vieraktige Schauspiel "La Fiammina" auf dem genannten Theater zur Aufführung, zu welchem ihm seine nicht glückliche Ehe den Stoff geliefert hatte, und das bald die Runde über alle Bühnen des In- und Auslandes machte. Von seinen spätern Stücken hatte keins auch nur annähernd einen ähnlichen Erfolg; dagegen erwarb er sich ein großes Publikum und teilweise auch das Lob der Kenner mit den Romanen: "Raymond" (1861), "Le mariage de Gertrude" (1862), "J'avais une marraine" (1863), "La comtesse Diane" (1864), "Une dernière passion" (1867), "Mon oncle Barbassou" (1876), "Inès Parker" (1880), "Mademoiselle Blaisot" (1884), "Joconde Berthier" (1886).

Uchatius, Franz, Freiherr von, Artillerieoffizier, geb. 20. Okt. 1811 zu Theresienfeld in Niederösterreich, trat 1829 in die österreichische Artillerie, erhielt seine mathematisch-technische Ausbildung in der Schule des Bombardierkorps, versah in der chemisch-physikalischen Lehranstalt zwei Jahre lang die Dienste eines Laboranten, blieb dann vier Jahre Adlatus des Professors, ward 1841 Feuerwerker in der Geschützgießerei, 1842 Offizier, 1861 Major und Vorsteher der Geschützgießerei, 1871 Kommandant der Artilleriezeugfabrik, 1874 Generalmajor, 1879 Feldmarschallleutnant. Er erfand 1856 ein Stahlbereitungsverfahren, konstruierte eine Pulverprobe und ballistische Apparate, eine Vorrichtung zum Messen des Gasdrucks in Geschützen, ein Sprengpulver aus nitrifiziertem Stärkemehl, das Verfahren zur Herstellung der sogen. Stahlbronze- (Uchatiusmetall-) Geschütze und 1875 die Ringgranaten. Wegen seiner Verdienste um Neuschaffung des österreichischen Feldartilleriematerials (1875) wurde er in den Freiherrenstand erhoben und von der k. k. Akademie der Wissenschaften zum Mitglied erwählt. Mit der Herstellung von 15 u. 18 cm Kanonen aus Stahlbronze beschäftigt, erschoß er sich 4. Juni 1881.

Uchte, Flecken im preuß. Regierungsbezirk Hannover, Kreis Stolzenau, 33 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, eine Oberförsterei und (1885) 1270 Einw.

Üchtland ("ödes Land"), s. Freiburg (Kanton).

Üchtritz, Friedrich von, dramat. und Romanschriftsteller, geb. 12. Sept. 1800 zu Görlitz, studierte in Leipzig die Rechte, fand 1828 in Trier und 1829 in Düsseldorf amtliche Anstellung und zog sich 1863 als pensionierter Appellationsgerichtsrat in seine Vaterstadt zurück, wo er 15. Febr. 1875 starb. Von seinen Dramen: "Alexander und Darius" (Berl. 1827), "Das Ehrenschwert", "Rosamunde" (Düsseld. 1833) und "Die Babylonier in Jerusalem" (das. 1836) zeichnete sich besonders das letztere durch lyrisch glänzende Sprache und gute Charakteristik aus. Von seinen übrigen Werken sind zu nennen: "Blicke in das Düsseldorfer Kunst- und Künstlerleben" (Düsseld. 1839-41, 2 Bde.); "Ehrenspiegel des deutschen Volkes und vermischte Gedichte" (das. 1842); die Romane: "Albrecht Holm" (Berl. 1851-53, 7 Bde.), "Der Bruder der Braut" (Stuttg. 1860, 3 Bde.), "Eleazar" (Jena 1867, 3 Bde.), in denen eine reiche Stofffülle nur teilweise poetisch belebt erscheint. Vgl. "Erinnerungen an F. v. Ü. in Briefen" (Leipz. 1884).

Ückendorf, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Gelsenkirchen, Knotenpunkt der Linien Ü.-Wattenscheid, Gelsenkirchen-Wattenscheid und Ü.-Wanne der Preußischen Staatsbahn, hat Steinkohlenbergbau und (1885) 8878 meist kath. Einwohner.

Uckermark, s. Ukermark.

Ückermünde (Ukermünde), Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Stettin, an der Uker, die unweit