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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Wasserschraube - Wasserstandszeiger.

mit kreisförmigem Querschnitt bietet vielfache Schwierigkeiten, und man gibt ihnen deshalb jetzt stets einen rektangulären Querschnitt, indem man rechtwinkelige Schraubenflächen um die Schraubenspindel herumführt und dieselben durch einen cylindrischen Mantel von außen begrenzt. Verbindet man diesen Mantel fest mit den Schraubengängen, so erhält die Maschine das äußere Ansehen einer Tonne (daher Tonnenmühle). Bei der holländischen Wasserschraube dagegen besteht der Mantel aus einem festliegenden Trog (Kumm), welcher die in ihm drehbare Schraube nur von unten möglichst wasserdicht anschließend umhüllt. Die Tonnenmühlen werden mittels einer Kurbel durch Menschenhände oder, wie in Holland, wo sie zum Entwässern benutzt werden, durch Windräder in Bewegung gesetzt. Der Wirkungsgrad der W. ist auf mindestens 0,75 anzunehmen. Über die Geschichte der W. vgl. Wasserhebemaschinen.

Wasserschraube, s. Wasserschnecke.

Wasserschuß dient bei bronzenen Hinterladungsgeschützen zum Reinigen der Seele von Blei und Pulverrückständen. Beim 21 cm Mörser bedient man sich hierzu eines mit Wasser gefüllten Beutels aus Gummistoff; bei den kleinern Kalibern wird in den Ladungsraum ein Vorschlag aus Werg fest eingetrieben, eine Kartusche dahintergesetzt, der Verschluß geschlossen, von der Mündung aus Wasser ins Rohr gefüllt und nun unter großer Erhöhung abgefeuert.

Wasserschwalbe (Hydrochelidon Boie), Gattung aus der Ordnung der Langflügler und der Familie der Möwen (Laridae), kräftig gebaute Vögel mit kurzem, schlankem, spitzem Schnabel, sehr langen Flügeln, verhältnismäßig kurzem, seicht gegabeltem Schwanz und hohen, langzehigen Füßen, deren Schwimmhäute tief eingeschnitten sind. Die schwarze W. (Brandvogel, Brand-, Amselmöwe, H. nigra L.), 26 cm lang, 62 cm breit, auf Kopf, Nacken, Brust und Bauchmitte schwarz, auf dem Mantel blaugrau, in der Steißgegend weiß; die Schwingen sind dunkelgrau, lichter gerandet, die Steuerfedern hellgrau; die Augen sind braun, der Schnabel grauschwarz, an der Wurzel rot, die Füße braunrot. Im Winterkleid ist nur der Hinterkopf und Nacken schwarz. Sie bewohnt den gemäßigten nördlichen Gürtel der Erde, erscheint und verschwindet bei uns mit den übrigen Seeschwalben, siedelt sich in Brüchern und Sümpfen an, fliegt vortrefflich und fast beständig, geht aber schlecht, schwimmt selten, nährt sich hauptsächlich von Insekten und frißt zuweilen auch kleine Fische und andre Wassertiere. Sie lebt gesellig, zeigt sich zutraulich, nistet gesellig im Sumpf und legt im Juni 2-4 blaß ölbraune, grau und braun gefleckte Eier. In Italien wird sie des Fleisches halber eifrig gejagt.

Wasserschwätzer, s. Wasserstar.

Wasserschwertel, s. Iris.

Wassersenf, s. v. w. Eupatorium cannabinum.

Wassersilber, s. v. w. Quecksilber.

Wasserspecht, s. v. w. Eisvogel.

Wassersperling, s. v. w. Rohrammer, s. Ammer.

Wasserstandsbeobachtungen (Wasserstandsmessungen) geschehen mittels des Pegels (s. d.), Markeurs oder Hydrometers, deren Nullpunkte gut bestimmt sein messen, da sie unter Umständen auch Ausgangspunkte für weitere Landvermessungen bilden müssen. Je nach mehr oder weniger komplizierter Einrichtung unterscheidet man noch: Pegeluhren, Minimal- und Maximalpegel, selbstregistrierende Pegel oder Limnigraphen, Ebbe- und Flutmesser (Marégraphen). Vgl. »Handbuch der Ingenieurwissenschaften«, Bd. 3: Wasserbau (2. Aufl., Leipz. 1883).

Wasserstandszeiger, Vorrichtungen, welche erkennen lassen, wie hoch eine Flüssigkeit in einem Gefäß steht, dessen Inneres unzugänglich ist, sind entweder Wasserstandsgläser, Probierhähne, bez. Probierventile oder Schwimmer. Die Wasserstandsgläser oder Wasserstandsröhren beruhen auf dem Gesetz der kommunizierenden Röhren und bestehen aus einer senkrechten Glasröhre, die oben und unten durch einen Stutzen mit dem zu kontrollierenden Gefäß in Verbindung steht, so daß der Stand der Flüssigkeit im Gefäß mit demjenigen im Rohr übereinstimmt und an einer am Rohr befindlichen Skala abgelesen werden kann. Fig. 1 zeigt ein Wasserstandsglas für Dampfkessel. Das Glasrohr A steht durch das Hahnstück C mit dem Wasserraum M und durch das Hahnstück B mit dem Dampfraum L eines Dampfkessels in Verbindung, so daß das Wasser im Rohr ebenso hoch steht wie im Kessel. Für den Fall, daß das Rohr A zerplatzen sollte, werden durch Herabziehen der Stange H die beiden Hähne F und G geschlossen, worauf ein neues Rohr eingesetzt werden kann. Um Verstopfungen entfernen zu können, sind die Pfropfen S und T angeordnet, nach deren Entfernung die Röhren B und C mit einem Drahte durchstoßen werden können. Nach dem Gesetz muß jeder Dampfkessel außer einem Wasserstandsglas eine zweite zur Erkennung seines Wasserstandes geeignete Vorrichtung haben. Als solche werden in der Regel die Probierhähne oder Ventile benutzt. Zur Anbringung derselben ist in Fig. 1 zwischen dem Wasserstandsglas und dem Kessel ein weites Zwischenrohr E angebracht, welches die Ansätze K¹ bis K³ für drei Probierhähne enthält. Diese sind so angeordnet, daß K¹ über dem höchsten zulässigen Wasserstand, K³ unter dem tiefsten Wasserstand und K² in der Höhe des Normalwasserstandes steht. Es muß daher bei richtigem Betrieb aus K¹ stets Dampf, aus K³ stets Wasser und aus K² Wasser oder Dampf entströmen, wenn der entsprechende Hahn geöffnet wird. Übrigens wird der mittlere Hahn häufig fortgelassen. Die Probierhähne selbst sind gewöhnliche Hähne mit abwärts gebogener Ausflußöffnung und einer zweiten durch Pfropfen verschlossenen horizontalen Öffnung zum Durchstoßen. Eine sehr einfache und praktische Konstruktion eines Probierventils ist in Fig. 2 dargestellt. Das Gußeisengewicht a, welches zugleich als Handgriff dient, ist um b drehbar. Hebt man es an, so wird die Verschlußscheibe c aus Blei oder Gummi von der Bohrung d entfernt. Probierhähne geben bei Kesseln mit kleinem Wasserraum oder sehr hohem Druck leicht unsichere Resultate. Schwimmer sind auf dem Wasser schwimmende, mit dem Wasserniveau steigende oder sinkende Körper, deren Bewegung durch Stangen, Hebel etc. nach außen sichtbar gemacht wird. Sie werden in der Regel aus

^[Abb.: Fig. 1. Wasserstandsglas. Fig. 2. Probierventil.]