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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Weichtiere; Weida; Weiddarm; Weide

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Weichtiere - Weide.

wenden, welche zur Beseitigung der Ekzemas (s. d.) geeignet sind. Nur schert man am besten frühzeitig das Haar ab und kämmt und bürstet sehr sorgfältig. Bei einem veralteten W. wird am besten die Kur mit dieser Prozedur begonnen, um den weiterhin anzuwendenden örtlichen Mitteln die Möglichkeit gründlicher Einwirkung auf die erkrankte Kopfhaut zu geben.

Weichtiere, s. Mollusken.

Weida, rechtsseitiger Nebenfluß der Oder im preuß. Regierungsbezirk Breslau, entspringt östlich am Trebnitzer Landrücken (Katzengebirge), fließt zuerst von N. nach S., wendet sich bei Namslau nach Westen und mündet, rechts durch die Olse und das Juliusburger Wasser verstärkt, nach 100 km langem Lauf unterhalb Breslau.

Weida, 1) Stadt im weimar. Verwaltungsbezirk Neustadt, an der Mündung der Auma in den Fluß W. (Nebenfluß der Weißen Elster), Knotenpunkt der Linien Gera-Eichicht der Preußischen und W.-Mehltheuer der Sächsischen Staatsbahn, 223 m ü. M., hat eine evang. Kirche, 2 Kirchenruinen, ein altes Schloß (Osterburg), ein Amtsgericht, Fabrikation von Woll- und Baumwollwaren, bedeutende Gerberei, Färberei, Teppichweberei, Filz- und Tuchschuhfabrikation, Zigarrenfabriken und (1885) 5404 fast nur evang. Einwohner. Nahebei die Klosterruine Mildenfurt in angenehmer Lage. W., als Weitaha schon 824 erwähnt, erscheint um 1080 als Stadt und war der Sitz der Vögte von W., welche 1410 Stadt und Umgegend an Meißen verkauften. Vgl. Alberti, Die ältesten Herren von W. (Gera 1880); Walther, Das alte W. (das. 1889). -

2) Hafenplatz in Afrika, s. Whydah.

Weiddarm, der Mastdarm der Hirsche, Rehe und Sauen.

Weide (Viehweide, Trift), mit Futterpflanzen bestandenes und zum Abhüten durch die Haustiere bestimmtes Grundstück. Die natürliche W. ist eine unbedingte, wenn deren Umbruch nicht gewagt werden darf, wenn sie also bei entwickelter Kultur auf solche Lokalitäten beschränkt bleibt, welche z. B. regelmäßigen Überschwemmungen ausgesetzt sind oder an steilem Bergabhang liegen; bei extensiver Wirtschaft unter Mangel an Kapital und Arbeitskräften erweitert sich ihr Rayon, und selbst reine Weidewirtschaft, ohne Ackerbau, kann die besten Reinerträge sichern. Wo jedoch solche Verhältnisse nicht maßgebend sind, hat nur die künstliche oder wechselnde W. noch Berechtigung, und sie bildet ein Glied in der allgemeinen Fruchtfolge, sei es auf ein, zwei oder mehrere Jahre (Koppel-, Feldgras-, Schlag- und Egartenwirtschaft). Die W. bildet, gut bestanden, eine vortreffliche Vorfrucht für viele Kulturpflanzen, und diese lassen wiederum bei rationeller Bearbeitung und Düngung die besten Bedingungen für das Wachstum der Weidepflanzen herstellen; die künstliche Ansaat aber gewährt den Vorteil, daß der Viehzüchter den Bestand der W. seinen Absichten gemäß wählen kann. Soll die W. in der Fruchtfolge den höchsten Vorteil gewähren, so muß ihr kräftig gedüngte Vorfrucht vorausgehen, der Boden tüchtig und tief bearbeitet sein und an Samen nicht gespart werden. Die Samenmischung ist nach Boden und Klima, der Viehart angemessen, zu wählen und besteht entweder nur aus Klee und Raigras, oder aus Timothygras, oder auch nur aus Samen von andern Gräsern und Kräutern. Man säet in eine Getreideart als Überfrucht und muß nach deren Aberntung das Vieh so lange fern halten, bis die jungen Pflanzen genugsam entwickelt sind. Nur bei kräftiger Düngung kann die Futterpflanze aus Untergrund und Atmosphäre das Maximum von Pflanzennährstoffen sich aneignen und bei folgendem Umbruch für die Krume direkt bereichernd wirken und nur bei dichtem Stande den Boden physikalisch verbessern. Man darf daher die W. höchstens 2-3 Jahre belassen und nur mit Vorsicht behüten, d. h. nicht mit Vieh übersetzen und diesem nicht zugleich die ganze Fläche einräumen. Die Weiden sind zu dem Zweck entweder in angemessene Schläge von vornherein eingeteilt und mit Hecken oder Gräben umgrenzt, oder das Vieh wird in künstlichen Umzäunungen gehalten oder selbst angebunden. Man behütet entweder nur mit Schafen oder auch mit Rindvieh, Pferden und Schweinen und zwar, wenn mit verschiedenem Vieh, mit allem zugleich oder mit dem größern zuerst. In England füttert man die Tiere auch noch mit anderm Futter auf der W., besonders das Mastvieh. Für Gestüte und überhaupt für die Aufzucht von Jungvieh bedarf man größerer, mehr magerer Weiden; auf großen Gütern räumt man die dem Hof zunächst gelegenen Weiden dem Jungvieh und Arbeitsvieh ein; besonders üppige (Fettweiden) dienen nur zur Mästung und die entferntesten (Außenweiden) nur für Schafe. Dem Vieh darf es auf der W. nicht an gutem Wasser und Schutz gegen Sonne und heftige Stürme fehlen. Die eigentliche Weidewirtschaft gewährt den Nutzen der Arbeits- und Kapitalersparnis, setzt aber für gleiche Viehstände weit größere Flächen als die Stallfütterung voraus und gewährt keineswegs den größten Reinertrag von gegebenem Areal. Das Vieh selbst bleibt bei vollem Weidegang gesünder und robuster, erlangt aber nicht die hohe Leistungsfähigkeit der heutigen Kulturrassen: beim Milchvieh begünstigt der Weidegang die Käsebildung, keineswegs aber größere Güte und Schmackhaftigkeit der Butter als die (rationelle) Stallfütterung. Nur die Zucht von gutem Arbeitsvieh setzt den Weidegang voraus, und Schafe gedeihen als Wollvieh in der Regel besser mit Weidegang als bei Stallhaltung. Zufällige Weiden sind: die Stoppelweide nach Aberntung der Halmfrüchte, die Brachweide, die Vor- und Nachhut auf den Wiesen im zeitigen Frühjahr und im Herbste, die Saatweide bei zu üppigem Stande der Getreidefelder, endlich die Waldweide. Vgl. Delius, Die Kultur der Wiesen- und Grasweiden (Halle 1874); Stebler, Die Grassamenmischungen (2. Aufl., Bern 1883); Burgtorf, Wiesen- und Weidenbau (3. Aufl., Berl. 1885).

Weide (Salix L., hierzu Tafel »Weide«), Gattung aus der Familie der Salicineen, Bäume oder Sträucher, selten Halbsträucher, mit kurzgestielten, meist gesägten, in der Gestalt sehr abweichenden, länglichen Blättern, meist zweihäusigen Blüten in Kätzchen, einfächerigen, zweiklappigen Kapseln und zahlreichen kleinen, mit einem Schopf seidenglänzender Haare besetzten Samen. Die sehr zahlreichen, schwer zu unterscheidenden Arten finden sich namentlich in der kalten gemäßigten und kalten Zone der nördlichen Halbkugel und gehen außerordentlich leicht Kreuzungen ein. Die Bastarde bringen aber selten fortpflanzungsfähige Samen hervor und müssen daher, soweit sie ihres schnellern Wachstums halber für die Kultur vorzuziehen sind, durch Stecklinge fortgepflanzt werden. So erhielten sich auch die abweichenden Merkmale der Individuen, und die Bestimmung der Weiden erfordert oft eingehende Studien. Man teilt die Weiden in mehrere natürliche Gruppen: 1) Bitterrindige Weiden, Bäume mit rissiger, an den schwächern Ästen glatter, bitter schmeckender Rinde, sein