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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Wenckheim; Wendegetriebe; Wendehals

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Wenckheim - Wendehals.

Wenckheim, Bela (Adalbert), Baron, ungar. Staatsmann, geb. 11. Febr. 1811, Sohn des Barons Joseph W. (gest. 1830), aus einer aus Franken stammenden, 1776 in den Freiherrenstand erhobenen und 1791 in das ungarische Indigenat aufgenommenen Familie, ward 1839 Landtagsdeputierter, war 1848 Obergespan des Pester Komitats, flüchtete nach der Niederwerfung der Insurrektion 1849 ins Ausland, schloß sich nach seiner Rückkehr der Deákschen Partei an, ward 1867 Minister des Innern, 1869 Minister am Hoflager des Königs, 1875 nach Bildung der neuen liberalen Partei im März Ministerpräsident, gab aber die Führung des Ministeriums schon im Oktober an Tisza ab und nahm seine alte Stellung als Minister am Hoflager wieder ein. Er starb 7. Juli 1879 in Budapest.

Wendegetriebe, Vorrichtungen, mittels welcher man eine rotierende oder geradlinige Bewegung abwechselnd nach beiden Seiten hin erfolgen lassen kann, wonach man Rotationswendegetriebe und Schubwendegetriebe unterscheidet. Eine andre Einteilung wird danach gemacht, ob die W. selbstthätig oder unselbständig zur Umkehrung gelangen, in welch letzterm Fall die Umkehrung durch einen andern Mechanismus eingeleitet werden muß. Ein sehr einfaches unselbständiges Rotationsgetriebe ist das in Fig. 1 dargestellte, wobei AB eine Welle ist, die bei B mittels einer Kurbel (oder auf irgend eine andre Art) gedreht werden kann. Auf ihr sitzt eine Hülse C, die sich wohl auf ihr mittels des Hebels D in der Längsrichtung frei verschieben läßt, aber ihre Drehung mitmachen muß, was durch eine Längsnute in der Welle und eine Feder im Innern der Hülse hervorgebracht wird. Auf der Hülse sitzen zwei Reibungsräder, eben abgedrehte Scheiben S S_{1}, zwischen welchen eine dazu senkrechte Scheibe T sich befindet. Wird nun die Welle AB immer in einer und derselben Richtung gedreht, so wird das Rad T abwechselnd in dem einen oder andern Sinn mitgenommen werden, je nachdem man vermittelst des Hebels D die Hülse mit der Scheibe S oder der Scheibe S1 gegen den Rand der Scheibe T drückt. Statt der Reibungsräder kann man auch konische Zahnräder anwenden, wobei jedoch jede Bewegungsumkehrung von einem heftigen Stoß begleitet ist. Auch kann man diese Zahnräder auf der Welle lose drehbar, aber unverschiebbar machen und so durch Zahnkuppelungen abwechselnd mit einer verschiebbaren, an der Rotation der Welle AB teilnehmenden Hülse verbinden. In letzterm Fall bleiben beide Zahnräder dieser Welle fortwährend mit dem dritten Rad in Eingriff. Sehr vielfache Verwendung (z. B. bei Eisenhobelmaschinen) findet das sogen. Dreischeibenwendegetriebe, welches in verschiedener Anordnung ausgeführt werden kann. Fig. 2 zeigt ein solches mit konischen Rädern. 1, 2 u. 3 sind die drei Riemenscheiben, von denen das W. seinen Namen hat. Davon ist 1 mit der Welle AB fest verbunden und treibt, wenn man einen Treibriemen um sie schlingt, das gleichfalls auf der Welle fest verkeilte Rad vermittelst dieser um, so daß auch das Rad II mitgenommen wird. Die Scheibe 3 ist durch eine um AB drehbare Hülse mit dem Rade III verbunden, welches gleichfalls in II eingreift; die Scheibe 2 ist lose um AB drehbar und dient nur dazu, den Riemen aufzunehmen, wenn der ganze Mechanismus ruhen soll. Schiebt man den Riemen von 1 über 2 nach 3, so wird jetzt diese Scheibe und somit das Zahnrad III gedreht, so daß nun das Rad II in entgegengesetzter Richtung umgedreht wird wie vorhin. Unter den selbstthätigen Wendegetrieben ist das bekannteste das sogen. Mangelrad (Fig. 3). Es besteht aus einem Rad R mit runden Zähnen (Triebstöcken), die senkrecht zur Radebene stehen. Die Verzahnung ist nicht ganz herumgeführt, sondern läßt an einer Stelle so viel Raum, daß ein kleines Treibrad T hindurchgehen kann. Die Achse des letztern ist so gelagert, daß es sich in radialer Richtung um seinen eignen Durchmesser verstellen kann und zwar so, daß es einmal außen, einmal innen in die Verzahnung des Rades R eingreifen kann. Die Achse von T wird durch eine Kurbel X immer in einer und derselben Richtung gedreht. Dabei wird das Rad R bis zu einem äußersten Zahn gedreht, bei welchem angekommen sich die Treibradachse gegen eine gebogene Schiene S legt, welche bei der Weiterdrehung von T dieses um den äußersten Zahn herum auf die andre Seite der Verzahnung (nach innen) führt, wo es nun das Rad R in umgekehrter Richtung bis zum andern äußersten Zahn bewegt, um den es sich, der Schiene S_{1} folgend, wieder auf die Außenseite der Verzahnung von R führt, so daß nun wieder ein Bewegungswechsel eintritt. Die Peripherie des Rades R mit den Zähnen kann man sich in eine Ebene abgewickelt denken und erhält dann eine Stange mit Triebstöcken, welche durch das Rad T abwechselnd nach einer und der andern Seite verschoben wird, also ein selbstthätiges Schubwendegetriebe, wie es bei Mangeln (Rollen) zum Mangeln oder Rollen der Wäsche vielfach in Anwendung steht. Übrigens kann bei dem W. mit der Bewegungsumkehrung auch vermittelst passender Übersetzungsverhältnisse eine Veränderung der Geschwindigkeit der Bewegung verbunden werden.

^[Abb.: Fig. 1. Unselbständiges Wendegetriebe mit Reibungsrädern. Fig. 2 Dreischeibenwendegetriebe. Fig. 3. Mangelrad.]

Wendehals (Iynx L.), einzige Gattung aus der Vogelfamilie der Wendehälse (Iyngidae) und der Ordnung der Spechtvögel, gestreckt gebaute Vögel mit langem Hals, ziemlich kleinem Kopf, kurzen und stumpfen Flügeln, in denen die dritte Schwinge am längsten ist, mittellangem, breitem, weichfederigem Schwanz, kurzem, geradem, spitzem, kegelförmigem Schnabel, sehr stark ausstreckbarer, fadenförmiger Zunge ohne Widerhaken an der Spitze und ziemlich starken, vier- und paarzehigen Füßen. Der W. (Drehhals, Natterwendel, Iynx torquilla L.) ist 18 cm lang, 9 cm breit, auf der Oberseite licht aschgrau mit dunklern Wellen und Punkten, auf der Unterseite weiß, mit wenigen dunkeln, dreieckigen Flecken gezeichnet; Kehle und Unterhals sind auf gelbem Grund quer gewellt, vom Scheitel zieht sich ein schwärzlicher Längsstreifen bis zum Unterrücken herab; im übrigen ist der Oberkörper mit schwärzlichen, rost- ^[ERGÄNZUNGSSTRICH!]