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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Werle - Werner.

gab er den 8. Band der »Scriptores rerum danicarum« (1834) heraus. Von fernern Werken sind zu erwähnen: »Abhandlungen zur Geschichte Christians I.«; »Von der Salbung und Krönung der dänischen und norwegischen Könige im Mittelalter«; »Versuch einer Geschichte der dänischen Sprache im Herzogtum Schleswig« (1819); »Historiske Antegnelser til L. Holbergs Lystspil« (1838, Bd. 1); »Det kgl. danske Selskab for Faedrelandets Historie og Sprog« (Kopenh. 1847); »Kjöbenhavens Universitet fra dets Stiftelse indtil Reformationen« (das. 1850); »Über die Constitutio Waldemari« (das. 1848); »Historische Nachrichten über die große königliche Bibliothek in Kopenhagen« (2. Aufl., das. 1844) u. a.

Werle, ehemalige Kaiserpfalz, s. Burgdorf 2).

Werlhofsche Krankheit, s. Blutfleckenkrankheit, Werlhofsche.

Wermelskirchen, Stadt (seit 1873) im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Lennep, Knotenpunkt der Linie Born-Opladen der Preußischen Staatsbahn und der Eisenbahn W.-Burg a. W., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, Fabrikation von Lasting, Lederstiefelschäften, Schuhen, Gummizügen, Seiden- und Baumwollband, Siamoisen, Werkzeugen, Tabak, verzinkten Blechwaren und Spulmaschinen, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei und (1885) 10,523 meist evang. Einwohner. W. feierte 4. und 5. Okt. 1885 sein 1000jähriges Bestehen.

Wermland (Wermeland), schwed. Landschaft im N. des Wenersees an der norwegischen Grenze, grenzt im N. an das Län Kopparberg, im O. an Örebro, im S. an Elfsborg und besteht aus mehreren Thälern, die sich von dem Hochgebirge und dem schwedischen Landrücken gegen den Wenersee herabsenken. Von diesen ist das von dem Klarelf durchströmte Elfvedal das längste, demnächst das Fryksdal, in welchem die drei zusammenhängenden, 111 km langen Seen Fryken (mit Dampfschiffahrt) liegen. Die südlichen Landschaften am Wenersee sind eben und fruchtbar; der bei weitem größere Teil des Landes aber ist gebirgig und von Wäldern erfüllt, welche im N. eine zusammenhängende, von Finnen bewohnte Waldgegend bilden. Während die Waldungen 79,5 Proz. des Areals ausmachen, entfallen auf Ackerland und Gärten nur 10,3, auf Wiesen 4,5 Proz. 1884 zählte man 19,807 Pferde, 118,124 Stück Rindvieh, 77,848 Schafe und 16,374 Schweine. Die östlichen Teile, besonders in der Umgegend von Filipstad, besitzen einen unerschöpflichen Reichtum an Eisen, daher hier der Bergwerks- und Hüttenbetrieb sehr bedeutend ist. Zur Erleichterung der Kommunikation sind die vielen Landseen untereinander und mit dem Wenersee durch Kanäle und kurze Eisenbahnen verbunden; außerdem führt die nordwestliche Stammbahn zwischen dem südlichen Schweden und Christiania durch das Land über Christinehamn, Karlstad und Arvika. - Das gleichnamige Län umfaßt die ganze Landschaft W. mit Ausnahme des zum Örebrolän gehörigen Bergwerksdistrikts Karlskoga und hat einen Flächeninhalt von 19,314,4 qkm (350,8 Q M.) mit (1888) 256,842 Einw. Hauptstadt ist Karlstad.

Wermut, s. Artemisia.

Werndl, Joseph, Techniker, geboren zu Steyr in Oberösterreich, war Besitzer einer Gewehrfabrik daselbst und wurde später Generaldirektor der österreichischen Waffenfabrikgesellschaft, welche seine Gewehrfabrik erwarb, und Leiter der ärarischen Gewehrfabrik im Arsenal zu Wien und Pest. W. konstruierte das 1867 in Österreich angenommene Hinterladungsgewehr (Werndl-Gewehr) und ein aufsteckbares Magazin für das französische Infanteriegewehr M/74. Er starb im April 1889.

Werndl-Gewehr, s. Handfeuerwaffen, S. 107.

Werne, 1) Stadt im preuß. Regierungsbezirk Münster, Kreis Lüdinghausen, an der Lippe, 51 m ü. M., hat eine kath. Kirche, ein Thermalbad mit Heilanstalt für skrofulöse Kinder, ein Amtsgericht, Branntweinbrennerei und (1885) 2095 meist kath. Einwohner. In der Nähe das Schloß Kappenberg, in alter Zeit eine sächsische Feste, 1122 von den Grafen Gottfried und Otto von Kappenberg in eine Prämonstratenserabtei umgewandelt, die 1803 säkularisiert wurde; daselbst starb 29. Juli 1831 der Freiherr vom Stein.

2) Dorf im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, Landkreis Bochum, hat Steinkohlenbergbau, Koksbrennerei, ein Puddlings- und Walzwerk, Drahtzieherei, Kesselfabrikation und (1885) 5749 meist evangelische Einwohner.

Werneck, Dorf im bayr. Regierungsbezirk Unterfranken, Bezirksamt Schweinfurt, an der Wern, hat eine kath. Kirche, ein Schloß mit schönem Garten, eine Irrenanstalt, ein Amtsgericht, ein Forstamt und (1885) 1235 Einw.

Werner, 1) Abraham Gottlob, Mineralog und Geolog, geb. 25. Sept. 1750 zu Wehrau in der Oberlausitz, studierte seit 1769 zu Freiberg, seit 1771 in Leipzig Rechts-, dann die Naturwissenschaften, namentlich Mineralogie, und ward 1775 Inspektor und Lehrer der Mineralogie und Bergbaukunde zu Freiberg. Hier trennte er zuerst die Vorträge über Bergbaukunst von denen über Mineralogie; auch schied er die Mineralogie von der Geognosie, welche von ihm begründete Wissenschaft er 1785 zum erstenmal vortrug. Auch die Eisenhüttenkunde erhob er zum Rang einer Wissenschaft. Er starb 30. Juni 1817 in Dresden. Sein mineralogisches System ist zwar einer wissenschaftlichen Behandlung gewichen, seine Kennzeichenlehre und seine Mineralbeschreibungen bleiben aber für alle Zeiten klassisch. W. gründete seine Geognosie auf Beobachtungen und erhob sie zur Erfahrungswissenschaft. Nach seiner Ansicht ist aber der Ozean der eigentliche Quell aller Bildungen der Erde und noch jetzt der Grund zu jeder neuen Gestaltung im Mineralreich im Wasser enthalten. Dieses einseitige Leugnen der vulkanischen Thätigkeit als eines wichtigen Faktors bei der Erdbildung erhielt sich unter seinen Schülern, bis das Studium vulkanischer Gegenden allmählich andre Ansichten entstehen ließ, welche, nicht weniger einseitig zu gunsten der vulkanischen Thätigkeit aufgebläht, zu dem erbitterten Kampf zwischen »Vulkanisten« und »Neptunisten« führten. W. schrieb: »Über die äußern Kennzeichen der Fossilien« (Leipz. 1764); »Kurze Klassifikation und Beschreibung der Gebirgsarten« (Dresd. 1787); »Neue Theorie über die Entstehung der Gänge« (Freiberg 1791); »Verzeichnis des Mineralienkabinetts des Berghauptmanns Pabst v. Ohain« (das. 1791-92, 2 Bde.). Sein Leben beschrieben Frisch (Leipz. 1825) und Configliachi (Padua 1827). 1850 wurde ihm in Freiberg eine von Rietschel modellierte Büste errichtet. Vgl. Hasse, Denkschrift zur Erinnerung an W. (Leipz. 1848).

2) Friedrich Ludwig Zacharias, Dichter, geb. 18. Nov. 1768 zu Königsberg i. Pr., studierte seit 1784 in seiner Vaterstadt die Rechte und Kameralwissenschaften, nebenbei auch die Kollegien Kants besuchend. Schon damals trat sein ungemein starker Hang zur Sinnlichkeit hervor. Seine ersten »Vermischten Gedichte« (Königsb. 1789) sind unbedeutend und lassen