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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Werner

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Werner.

ster, G. Werners Leben und Wirken (Reutling. 1888).

5) Karl, kathol. Kirchenhistoriker, geb. 1821 zu Hafnerbach in Niederösterreich, verwaltete das theologische Lehramt zuerst an der bischöflichen Diözesanlehranstalt in St. Pölten, sodann seit 1870 an der Wiener Universität. Unter seinen Werken sind zu nennen: »Der heil. Thomas von Aquino« (Regensb. 1858, 3 Bde.); »Franz Suarez und die Scholastik der letzten Jahrhunderte« (das. 1861, 2 Bde.); »Geschichte der apologetischen und polemischen Litteratur der christlichen Theologie« (Schaffh. 1861-67, 5 Bde.); »Geschichte der katholischen Theologie Deutschlands seit dem Trienter Konzil« (Münch. 1866, 2. Aufl. 1889); »System der christlichen Ethik« (Regensb. 1850 bis 1852, 3 Bde.; Bd. 1, 2. Aufl. 1888); »Spekulative Anthropologie« (Münch. 1870); »Beda der Ehrwürdige« (Wien 1875); »Alkuin und sein Jahrhundert« (2. Aufl., das. 1881); »Gerbert von Aurillac, die Kirche und Wissenschaft seiner Zeit« (das. 1878); »Die Scholastik des spätern Mittelalters« (das. 1881-87, 4 Bde.); »Die Augustinische Psychologie in ihrer mittelalterlich-scholastischen Einkleidung« (das. 1882); »Die nominalisierende Psychologie der Scholastik« (das. 1882); »Die italienische Philosophie des 19. Jahrhunderts« (das. 1884-86, 5 Bde.).

6) Reinhold, deutscher Admiral, geb. 10. Mai 1825 zu Weferlingen bei Gardelegen, wurde 1842 Seemann auf einem Kauffahrteischiff, machte zahlreiche Reisen nach Ostindien, ward Obersteuermann, diente 1849-52 als Offizier in der deutschen Marine und ging 1852 als Leutnant in den preußischen Seedienst über. Er ward 1856 Kapitänleutnant und machte als Kommandant des Transportschiffs Elbe die ostasiatische Expedition 1859-62 mit, befehligte 1864 im Gefecht bei Jasmund die Korvette Nymphe, ward 1864 Korvettenkapitän, leitete 1866 die Wegnahme der hannöverschen Küstenbefestigungen, war 1867-69 Oberwerftdirektor in Danzig und avancierte 1870 zum Kapitän zur See. Er kommandierte 1873 das deutsche Geschwader an der Ostküste Spaniens, von wo er im August wegen eigenmächtigen Einschreitens gegen die Kriegsschiffe der Insurgenten in Cartagena abberufen wurde, ward 1874 Konteradmiral und Oberkommandant der Flottendivision in Kiel. Durch seine Bestätigung des Gutachtens der Sachverständigen-Kommission über den Untergang des Großen Kurfürsten zog er sich die Ungunst des Ministers v. Stosch zu und forderte und erhielt 15. Okt. 1878 seinen Abschied. Er lebt in Wiesbaden. W. schrieb: »Die preußische Expedition nach China, Japan und Siam« (2. Aufl., Leipz. 1873, 2 Bde.); »Die Schule des Seewesens« (das. 1866); »Das Buch von der deutschen Flotte« (5. Aufl., Bielef. 1889); »Seebilder« (das. 1876); »Atlas des Seewesens« (Leipz. 1871); »Erinnerungen und Bilder aus dem Seeleben« (4. Aufl., Berl. 1885; neue Folge 1888); »Berühmte Seeleute« (das. 1882-84, 2 Bde.); »Auf See und an Land« (das. 1884); »Drei Monate an der Sklavenküste« (Stuttg. 1885); »Dirk Mallinga, ein Seemannsleben« (Leipz. 1888).

7) Fritz, Maler, geb. 3. Dez. 1828 zu Berlin, bildete sich von 1846 bis 1849 auf der dortigen Akademie zum Kupferstecher aus, beschäftigte sich dann eine Zeitlang mit Radieren von Porträten und stach unter anderm die Tafelrunde Friedrichs d. Gr. nach Menzel. 1852 begab er sich nach Paris, um dort nach alten Meistern zu stechen, wobei er sich besonders in das Studium der Maler der Rokokozeit versenkte, und 1855 ließ er sich als Kupferstecher in Düsseldorf nieder, wo er unter anderm die Zeichnung für einen (nicht ausgeführten) Stich von Menzels Flötenkonzert bei Friedrich d. Gr. anfertigte. 1861 folgte er Menzel nach Königsberg, wo er ihm bei seinen Studien für das große Krönungsbild half, und 1864 ging er gänzlich zur Malerei über, mit besonderer Vorliebe für die Rokokozeit und die Epoche Friedrichs d. Gr. Seinem ersten Bilde dieser Art: der Grenadier im Vorzimmer zu Rheinsberg (1864), verdankte er die Mittel zu einer Studienreise nach Amsterdam und Paris, wo er sich bei Bonnat weiterbildete, einen entscheidenden Einfluß aber von Meissonier empfing, in dessen Art er seitdem Genrebilder aus der Rokokozeit und dem modernen Leben mit gleich liebevoller Durchführung der belebten und unbelebten Natur, ausgezeichnet durch geistvolle Charakteristik, helle, freundliche, emailartig glänzende Färbung und feine Beleuchtung der Innenräume, aber auch Landschaften und Architekturstücke gemalt hat. Seine Hauptwerke sind: der Fahnenjunker vom Regiment Schwerin, Grenadier Friedrichs d. Gr., in Sanssouci mit Kindermädchen scherzend, Friedrich II. in seiner Bibliothek in Sanssouci, der Präparator, der Naturforscher, der Konchyliensammler, im naturhistorischen Kabinett, Lessings Wohnhaus in Wolfenbüttel, Stadtthor in Tangermünde, Straße in Amsterdam, aus der Dresdener Galerie, Rückkehr des Prinzen Wilhelm von der Parade, Enthüllung des Denkmals der Königin Luise in Berlin (Nationalgalerie). W. lebt in Berlin.

8) Anton von, Maler, geb. 9. Mai 1843 zu Frankfurt a. O., studierte 1859-62 auf der Berliner Akademie und ging dann nach Karlsruhe, wo er sich bei Lessing und Schrödter weiterbildete und sich zunächst, durch die Dichtungen Scheffels begeistert, als Illustrator bethätigte. 1864 erschienen die Illustrationen zu »Frau Aventiure«, 1866 folgten die zu »Juniperus«, 1867 die zu »Gaudeamus«, 1868 die zu den »Bergpsalmen« und 1869 die zu dem »Trompeter von Säckingen«, Zeichnungen, welche durch ihre feine Empfindung und durch flotten, geistreichen Humor dem Geiste der Dichtungen völlig gerecht wurden. Zugleich entstanden eine Reihe von Genrebildern (vertrauliche Unterhaltung, das Quartett, Klosterleben, Don Quichotte bei den Ziegenhirten) und auch einige Geschichtsbilder (Luther vor Cajetan, Konradin im Gefängnis, Hanno von Köln entführt Heinrich IV.). Nachdem er 1867 Paris besucht und sich von 1868 bis 1869 in Italien aufgehalten hatte, siedelte er nach Berlin über und durfte dann dem letzten Teil des deutsch-französischen Kriegs in Versailles beiwohnen, wo er Gelegenheit fand, sein auf schnelle, wenn auch nüchterne Erfassung des Gegenständlichen gerichtetes Talent in verschiedenen Bildniszeichnungen und Skizzen zu erproben. Den ersten großen Erfolg erzielte er 1871 mit einem für den Einzug der siegreichen Truppen in Berlin gemalten Velarium: Kampf und Sieg, einer symbolischen Darstellung der Schlacht bei Sedan, in welcher er dramatische Kraft der Darstellung und poetische Auffassung mit einem glänzenden Kolorit so glücklich vereinigte, daß er den Auftrag erhielt, für die Berliner Siegessäule in einer friesartigen, zur Ausführung in Glasmosaik bestimmten Komposition die Einigung der deutschen Stämme und die Huldigung vor dem Thron der Germania darzustellen. Die glückliche Ausführung dieses Auftrags, neben welcher auch eine Reihe das Menschenleben symbolisierender Friesbilder für die Fassade des Pringsheimschen Hauses in Berlin entstand, trug ihm auf Ansuchen der Berliner Künstlerschaft 1875 die Stellung des Direktors der neuorganisierten Aka-^[folgende Seite]