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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Herz - Hessen
das 1. westfälische Infanterieregiment Nr. 13 den Namen Infanterieregiment H.
Herz, 2) Henri, Klavierspieler und Komponist, starb 5. Jan. 1888 in Paris.
Mrzen, 2) Alexander, Physiolog, geb. 1839 zu Wladimir, Sohn des bekannten Politikers, widmete sich in der Schweiz und in London medizinischen und naturwissenschaftlichen Studien, machte eine Reise nach Norwegen und Island und lieh sich 1863 in Florenz nieder, wo er seit 1877 Professor der Physiologie am Instituto superiore ist. Von seinen zahlreichen Werken nennen wir: »Vergleichende Anatomie der niedern Tiere< (russ. 1862); »^naii^i t^iolo Fi^ dßi lidero a Mtrw um.nio« (3. Ausg., Flor. 1879); ^1i lminiaii i QNi'tii'i, i loro zirotettoii 6 1a ti^ioloFia (1874); »Ooö'ölt^ioloß M?« (1877); »I^ionisnilu. <liF68tioii6« (1877); II uww i>^icliic0 6 I^ con«ei6U2H« (1879).
tzerzlieb, Minna. Vgl. Gädertz, Goethes Minchen, auf Grund ungedruckter Briefe (Leipz. 1887).
^Herzog, 5) Johann Georg, Organist und Komponist, geb. 6. Sept. 1822 zu Schmolz (Oberfranken), besuchte das Lehrerseminar zu Altdorf, wurde nach kurzer Thätigkeit als Volksschullehrer 1842 Organist einer Münchener Kirche, seit 1848 zugleich Kantor an der evangelischen Kirche und Orgellehrer alt der königlichen Musikschule, 1854 Universitätsmusikdirektor in Erlangen, trat 1888 in den Ruhestand und lebt seitdem in München. 1866 verlieh ihm die Universität Erlangen den Grad eines Dr. pliil. lion. c., einige Jahre später wurde er zum königlichen Professor ernannt. H. hat sich um die Einführung des rhythmischen Gemeindegesanges sowie um die altkirchliche Liturgie in Bayern mit v. Tucher, Zahn, Layriz u. a. verdient gemacht, bearbeitet auch die musikalische Liturgie der evangelischen Kirche in Bayern sowie amtliche Choralbücher für Hessen-Darmstadt und Schwarzburg-Sondershausen. Als Komponist trat er mit sieben Orgelsonaten (0p. 61), mehreren Heften Chorgesänge und einem Präludienbuch hervor. Ferner veröffentlichte er eine »Orgelschule (Erlangen 1867), »Das kirchliche Orgelspiel < (3 Teile), eine Chorliedersammlung: Geistliches und Weltliches« (5 Hefte), u. a.
^Herzog Ludolfs-Bad, Bad im braunschweig. Kreis Gandersheim, nahe bei Gandersheim und am Otterberg, hat jod- und bromhaltige Kochsalzquellen, die gegen Fettsucht, Skrofulöse, Gicht und Rheumatismus Anwendung finden.
Hesdin, (1886) 3401 Einw.
Hejetiel, Ludovika, Romanschriftstellerin, seit kurzem mit dem Prediger Johnsen verheiratet, starb 7. April 1889 in Neustadt bei Koburg.
Hessen, Großherzogtum, hat einen Flächeninhalt von 7682 li^m (139,52 QM.) und nach dem definitiven Ergebnis der Zählung von 1885: 956,611 Einw. (125 auf 1 ykm). Auf die drei Provinzen verteilen sich diese wie folgt:
Provinzen
QKilom.
QMeil.
Einwohner
Einwohner
auf 1 szlc N
Starkenburg .. .. > 3019 54.33 402378 133
Oberhesscn .. .. ! 3288 59.72 263044 80
Rheinhessen .. .. j 1375 24.97 291189 211
Darunter befandenfich 643,939Evangelische, 278,440 Katholiken, 7957 sonstige Christen und 26,114 Juden, 473,740 männliche und 482,871 weibliche Personen, von denen 573,994 ledig, 319,340 verheiratet, 62,350 verwitwet und 927 geschieden waren. Der Nationalität nach befanden sich unter den Einwohnern 953,332
Deutsche und 3279 Ausländer. Dis Zahl der Eheschließungen betrug 1887:7177, der Gebornen 3l,35d (7,53 Proz. unehelich), der Gestorbenen 22,076; mehr geboren wurden als starben 9310 Personen. Die Zahl der Auswanderer betrug 1888: 2220 Personen.
Der Ernteertrag war 1888 folgender: 94,697 Ton.
, Roggen (auf 63,552 Hektar), 64,561 T. Weizen (auf! 39,290 Hektar), 7430 T. Spelz (auf 9595 Hektar), 97,658 T. Gerste (auf 55,860 Hektar), 73,381 T. Hafer (auf 44,413 Hektar), 640,618 T. Kartoffeln (auf 67,055 Hektar) und 337,035 T. Wiesenheu (auf 93Z90 Hektar). Der Bergbau beschränkte sich vorzugsweise auf Braunkohlen und Eisenerze. Die Belegschaft im Braunkohlenbergbau betrug 1888:503 Köpfe, welche 114,395 T. Kohlen im Wert von 522,492 Mk. förder ten. Im Bergbau auf Eisenerze waren 826 Arbeiter beschäftigt, die Förderung betrug 118,363 T. im Wert von 765,933 Mk. Bei der Gewinnung von Roheisen waren thätig 209 Arbeiter, die Produktion betrug 32,015 T. im Wert von 1,728,700 Mk. Kochsalz (153 Arbeiter) wurden 15,076 T. gewonnen im Wert von 281,402 Mk. Die Zuckerfabrikation lieferte 1887/88 in 3Fabriken 6848 T.Rohzucker und 1570T.Melasse; 1887 waren 127 Branntweinbrennereien im Betrieb; in 265 Brauereien wurden 1888/89: 914,433 di Bier produziert. Für den Schiffsverkehr auf dem Rhein sind die Städte Bingen, Mainz und Worms von Bedeutung. Die jährlichen Einnahmen des Staats betragen nach dem Budget für ein Jahr der Periode
1888-91:
1. Domänen und Forslrn.......5309251 Mml
2. Regalien............ 5300
!'.. Direkte Steuern.........8000186 4. Indirekte Abgaben........7756442 5. Aus verschiedenen Quellen.....812846 Summe der Einnahmen: 21884025 Mark
Ausgaben:
1. Lasten und Abgänge....... 1327950 Mark
2. Staatsschuld.......... 1210028 3. Pensionen........... 1035000 4. Bedürfnisse des großhzgl. Hauses u. Hofs 1230002 5. Landstände........... 45660 6. Etaatsministerium........ 322440 7. Ministerium des Innern und der Justiz 6817952 °
8. Ministerium der Finanzen..... 5464942 9. Matrikularbeiträge........ 4000000 Summe der Ausgaben: 21884025 Mark
Für jedes Jahr der dreijährigen Finanzperiode.wird demnach aus den ordentlichen Einnahmen ein Überschuß von 430,051 Mk. erwartet. Das außerordentliche Budget für die ganze Finanzperiode 1888-91 weist Ausgaben im Betrag von 1,714,672 Mk. nach, zu deren Deckung 11,761,159 Mk., größtenteils aus disponibeln Überschüssen der Hauptkasse bestehend, verwendbar sind, so daß am Schluß dieser Periode 10,046,487 Mk. als Überschüsse vorhanden sind.
Die Summe der eigentlichen Staatsschuld beträgt 29,631,277 Mk.
Geschichte. Nachdem im Juli 1686 das Mainzer Bistum durch Ernennung des Domkapitulars Hassner zum Bischof wieder besetzt worden war, wurde dem Versprechen, welches das Ministerium auf die Interpellation der Klerikalen bisher gegeben, dem Landtag 1887 ein Kirchengesetz vorgelegt, über welches im Auftrag der Regierung Fürst Isenburg-Birstein in Rom mit der Kurie verhandelt hatte. Dasselbe betraf die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen, gestattete die Errichtung eines geistlichen Seminars in Mainz und die von Älumnaten an den Gymnasien, dagegen nicht die Errichtung von Knabenseminaren, hielt die Anzeigepflicht und das Ein-