Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

478
Kangra - Karagola
besteht aus der Hauptinsel K., den kleinern Paliat und Pandschang nebst zahlreichen kleinen Eilanden.
^Kangra, Distrikt in der Division Dschallandar der britisch-ind. Provinz Pandschab, der sich von den Niederungen des Doab ostwärts über den Himalaja weit in Tibet hinein erstreckt, 23,488 qkm (427 QM.) groh mit i 1881) 730,845 Einw., wovon 687,635 Hindu, 39,148 Mohammedaner 2c. Der Distrikt ist reich an vorzüglichem Eisen, auch Gold, Silber, Kupfer, Blei und Kohle sind vorhanden, werden aber wenig ausgebeutet, Schiefer wird ausgeführt, Salz- und heiße Schwefelquellen sind zahlreich. Die Waldungen sind bedeutend und enthalten Hölzer fast aller Zonen.
Ackerbau wird nur in einem Teil der Provinz betrieben; Weizen, Neis und Mais sind die Hauptprodukte, in neuester Zeit sind Thee (jährlich 1 Mill. Pfd.), Zuckerrohr und Kartoffeln hinzugetreten. Hauptstadt ist Dharmsala, Gesundheitsstation der Briten.
*Htanitz, 2) August, Botaniker, geb. 25. April 1843 zu Lugos im Krassoer Kc'mitat Ungarns, studierte seit 1861 in Wien, machte wiederholt Reisen durch Deutschland, die Niederlande, Frankreich und Italien, promovierte in Tübingen und ward 1869 Professor der Naturgeschichte an der landwirtschaftlichen Akademie in Ungarisch-Altenburg, 1872 Professor der Botanik in Klausenburg. Er lieferte sehr zahlreiche Untersuchungen, unter andern mit Knapp, Schulzer und Müggenburg eine größere Arbeit über die Flora Slawomens, mit Ascherson einen Katalog der Gefäßpflanzen Serbiens, Bosniens, der Herzegowina, Montenegros und Albaniens (Klausenburg 1877), eine Aufzählung der von Weiß in Japan gesammelten Pflanzen 2c. Der Schwerpunkt seiner Thätigkeit liegt indes wohl in der Vermittelung der litterarischen Thätigkeit seines vielsprachigen Vaterlandes mit der im übrigen Europa. So gab er in den Schriften der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien 1862 und in der Linnäa< von 1863 die Arbeiten von Kitaibel heraus, auch schrieb er eine Geschichte der Botanik in Ungarn« (»Linnäa« 1867), und seit 1877 redigiert er eine ungarische botanische Zeitschrift in Klausenburg.
*Kantan, bedeutende Handelsstadt in Samorys Reich in Senegambien, am Milo, einem rechten Zufluß des obern Niger, unter 10" 20' nördl. Br., mit über 2000 Einw. (Bambara uno Soninke^. Die Stadt ist ein großer Sklavenmarkt für die auf den Raubzügen Samorys in Wassulu, Sankaran u. a. gemachten Gefangenen und wird regelmäßig von Händlern der britischen Kolonie Sierra Leone besucht, wohin auch die Kaufleute von K. sich begeben. Der Ort wurde zuerst 1827 von Caillie und 1887'von Allamessa besucht.
^Kannanor, Hafenstadt im Distrikt Malabar der Präsidentschaft Madras, hat ein Fort am Meer, berühmte Moscheen, eine kath.Kirche u. < l85i ^26,386Einw. Die Stadt ist wichtig als bedeutende Militärstation.
^Kantschcu, Stadt in der chines. Provinz Kansu, nordwestlich von Lantschau, am Zusammenfluß des Nitschui und Satschui, die hier den Santaho oder Heho bilden, nahe den Resten der großen Chinesischen Mauer, umgeben von einer Stadtmauer, an welche sich eine zweite halbkreisförmig anschließt und mehrere Tempel umzieht. Die Stadt, deren Straßen von zahlreichen Bäumen, namentlich Pappeln, erfüllt sind, hat nach Kreitner 150,000 Einw. und erholt sich allmählich von den Wunden, welche sie im Dunganenaufstand empfing.
Kanzler, Hermann, päpstl. General, starb 6.1 an.
l888 in Rom. Seine »Memoiren gab sein Sohn
heraus.
*Kaolo, Landschaft in Deursch-Südwestafrtka, an der Küste des Atlantischen Ozeans, südlich vom Cunene, im S. von Damaland, im O. vom Gebiet der Ovampo und Bergdama begrenzt; von den beiden letzten trennt es eine der Küste parallel laufende Höhenkette. Nach Duparquet durchläuft die am Cu neue beginnende östliche Grenzlinie Ombombo, Schomahahe, Omahama, Okamanja und Otjitembe und endet bei dem Vrandberg. Die äußerst einförmig/ Küste hat nur bei dem 970 m hohen Berg Durissa einen Schiffen Schutz bietenden Einschnitt, aber auch dieser ist seicht und wenig sicher; in diesem sandigen, wasserlosen, wüsten Küstenstrich hausen nur einige Hottentoten. Das dahinter liegende Bergland ist dagegen gut bewässert, indem in den Betten der zahlreichen, allerdings nur periodisch fließenden Flüsse Wasser durch Nachgraben leicht zu erlangen ist, und hat vorzügliche Weiden. Dieser Teil des K. wird bewohnt von den Zimbeba oder Kaokodama, welche vor 50 Jahren noch 80.000 Köpfe zählten, seitdem aber zum großen Teil auf portugiesisches Gebiet oder nach Damaland auswanderten. S< Karte Deutsche Ko Ionien< (Ad. 17).
Kapitel, auch die Unterabteilungen, in welche die Hauptrubriken des Budgets (s. d., Bd. 3), wieder Domänenetat, der Kultusetat, der Etat für Unterrichtswesen 2c., zerfallen.
*Kappel, 2) Dorf in der sächs. Kreishauptmanw schaft Zwickau, Amtshauptmannschaft Chemnitz, südwestlich bei Chemnitz, hat Eisengießerei, Maschinen-, Strumpfwaren-undStärkegummifabrikation,Stickerei, eine Dampfsägemühle, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei und lldtn) 3433 Einw.
Kar, Bildung der Kalkalpen, s. See (Bd. 17).
"Karabunas, großer Golf des Kaspischen Meers an dessen Ostküste, der von demselben durch zwei schmale sandige Landzungen, zwischen denen ein schmaler Kanal hindurchführt, abgetrennt wird. Seine größte Länge von N. nach S. beträgt 160, seine größte
An seiner Ostküste liegen zwei kleine Inseln. Seine Tiefe schwankt zwischen 4 und 12 m, sinkt aber an der Einfahrt bis auf 1 m. Durch diefe Einfahrt strömt das Wasser des Kaspischen Meers beständig mit großer Geschwindigkeit in den Golf. Da derselbe keinen Abfluß hat, so glaubte man früher, daß eine unterirdische Verbindung mit dem Schwarzen Meer bestehe, wohin das Wässer abfließe. Indessen hat v.Baer nachgewiesen, daß die starke Verdunstung der flachen, sehr großen Wasserfläche des Golfs die'Erscheinung genügend erklärt. Der K. wird daher immer jalsiger (nach Baer empfängt er täglich 350,000 Ton. Salz), so daß Fische in ihm nicht mehr leben können und Salz in großen Massen sich an seinen Ufern ablagert.
Karadjchitjch, Wuk Stephanowitsch, se'rö. Dichter. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erscheint im Auftrag der serbischen Regierung seit 1887inBolgrad.
»Karaghinstii, große Insel an der Nordosttüsto der Halbinsel Kamtschatka, am Eingangder BaiKaraghinskaja, 117 km lana,,3>5Kin breit, 1582 ql;m (29 QM.) groß, aber unbewohnt, nachdem die früher hier lebenden Korjaken die Insel verlassen haben.
Nur zeitweilig kommen Kamtschadalen herüber. Dic südlichste Spitze von K. ist Kap Kraschennikow.
^Karagola, Ort im Distrikt Purniah der britisch-ind. Provinz Bengalen, am linken Gangesufer, berühmt wegen seiner zehn Tage dauernden großen Messe, welche Händler aus allen Gegenden Indiens und Nepals zusammenführt. Cholera ist wiederholt von hier aus verbreitet worden.