Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

479
Karakol - Karl
"Karakal, Stadt im Kreis Issi-kul der Provinz Semiretschinsk des russ. Generalgouvernements Turkistan, 16 km südöstlich vom See Issi-kul. mit (i^6> 2777 Einw. Der Ort, eine alte Kosakenkolonie, gewinnt als Handelsstation zwischen den beiden Abbänaen des Thianschan immer mehr an Wichtiqkeu.
Karats«, Hafenstadt in der japan. Provinz Hizen, auf der Insel Kiusiu, nördlich von Nagasaki an der Genkai-nada, mit 8000 Einw., welche Kohlen und Porzellan ausführen; wurde 1889 dem fremden Handel eröffnet.
Karawclow, Petto, bulgar. Politiker, geb. 18^0 ,nl Kalofer, ward in Moskau erzogen, studierte in Dorpat und wurde Lehrer in Poltawa, dann in Philippopel. Nach Ausbruch des russisch-türkischen Kriegs 1877 wurde er zum Vizegouverneur von Widdin ernannt. 1879 zum Mitglied der Nationalversammlung von Tirnowa gewählt, hatte er hervorragenden Anteil an der Abfassung der Konstitution von Tirnowa und galt für den Führer der Radikalen.
Unter Zankow 1880 Finanzminister, ward er bald Ministerpräsident, aber durch den Staatsstreich von , 1881 beseitigt, worauf er in Ostrumelien für die groß-' bulgarische Idee thätig war, gleichzeitig aber die ^ Politik des Fürsten Alexander und seiner russischen ^ Minister Sobolewund Kaulbarsheflig bekämpfte; ob-! wohl er die Verdienste Rußlands um Bulgarien anerkannte, erstrebte er doch die völlige Unabhängigkeit des geeinigten Staats von russischem Einfluß.
Nach dem Rücktritt der russischen Minister ward er 1884 zum Präsidenten der Sobranie gewählt und, da ! Zankow hierauf zurücktrat, an die Spitze der Regierung gestellt. K. betrieb nun die Revolution in Philippopel 18. Sept. 1885 und bewog den Fürsten, dieselbe ^ anzuerkennen und die Vereinigung Bulgariens und! Ostrumeliens thatsächlich durchzuführen. Durch den Gewaltstreich gegen Alexander 21. Aug. 1886 wurde auch K. gestürzt, vereinigte sich aber mit Mutkurow und Stambulow zu einer Gegenrevolution, welche die Verschwörer der Herrschaft beraubte. Fürst Alexander ernannte K. bei seiner Abdankung 7. Sept. zu einem derdrei Regenten,K. entzweitesich abermit Mutkurow und Stambulow, da er das gute Verhältnis zu Rußland aufrecht erhalten wissen wollte und mit den schroffen Maßregeln und Beschlüssen der Regent' schaft und der Sobranie Kaulbars gegenüber nicht einverstanden war. Er nahm daher 13. Nov. 1886 seine Entlassung und ward sogar im März 1887 wegen Verdachts des Hochverrats verhaftet, indes bald freigelassen. Die Schwankungen in Karawelows politischer Haltung erklärten sich aus dem alle bulgarischen Politiker erfüllenden Streben nach der höchsten Macht um jeden Preis.
Kardiograph (griech., »Herzschreiber«), von Ma. rey erfundener Apparat zur graphischen Aufzeichnung der Herzbewegung. Kardiopneumograph, ein von Landois angegebener Apparat zur Aufzeichnung der kardiopneumatischen Bewegung, d. h. der Bewegung der Atemgase, welche von den Bewegungen des Herzens und der Gefäße abhängig ist. Letzterer Apparat besteht aus einem rechtwinkelig gebogenen Rohr, welches die Versuchsperson bei sistierter Atmung, weit offener Stimmritze und geschlossenen -Nasenlöchern in den Mund nimmt und auf dessen anderm Ende ein in der Mitte durchbohrtes Tellerchen befestigt ist. Dies Tellerchen ist mit einer zarten Haut von elastischem Kollodium überspannt, und in der Mitte der Haut ist ein Glasfaden angebracht, der an seinem freien Ende ein zartes Härchen trägt. Letzteres erzeugt auf einem durch cin Uhrwerk vorbeigezogenen
Täfelchen eine Kurve, welche der kardiopneumatischen Bewegung entspricht.
*Kartaralinst, befestigte Kreisstadt in der Provinz Semipalatinsk des russisch-asiat. Generalgouvernements der Steppe (Zentralasien), mit zwei Kirchen, einer Moschee und ii Wi) 2027 Einw.
Karl, 7) K. VI., deutscher Kaiser. Vgl. Landau, Geschichte Kaiser Karls VI. als König von Spanien (Stuttg. 1859).
9) K. Friedrich, Grotzherzüg von Baden.
Seine Politische Korrespondenz 1783-1806 < wurde von Erdmannsdörffer herausgegeben (Heidelberg
1888 ff.).
12) K. Friedrich Albrecht, Markgraf von Brandenburg-Schwedt. Ihm zu Ehren wurde
1889 das 7. brandenburgische Infanterieregiment Nr. 60 Infanterieregiment Markgraf K. benannt.
23)K. Vill., König von Frankreich. Vgl. Delaborde, i/exi Mition äk ^iiln'los VIII 6ii Italia (Par. 1888).
25) K. X., König von Frankreich. Vgl. Villeneuve, (Hllrie« X 6t I<0ui8 XIX 6u 6xi1. Uemoiles iu6äis8 (Par. 188k).
30) K. Anton, Fürst von Hohenzollern (1811 bis 1885). Ihm zu Ehren erhielt 1889 das hohenzollernsche Füsilierr.giment Nr. 40 den Namen Füsilierregiment Fürst K. Anton von Hohenzollern.
32) K IV'., Herzog von Lothringen. Vgl.Des
Robert, Onmp ÄAne« ä6 (ÜIiu.ri68 IV, äu<^ ä6 I^orrain6 6t äe Zar, 6U IVaucll L-Om M, 6n ^Ilsao?, eu I^)rl^ii>6 6t 6N ^1lm<Ii'6, 1638-43 (Nancy 1889).
35) K. Friedrich August, Herzogvon M e ck lenburg-Strelitz, preuß. General. Ihm zu Ehren ward 1889 das 6. ostpreußische Infanterieregiment "Nr. 43 Infanterieregiment Herzog K. von Mecklenburg-Strelitz benannt.
36) K. I. von Anjou. Vgl. Sternfeld, K. von Anjou als Graf der Provence, 1245-65 (Verl. 1888).
52) K. Albert, König von Sardinien. Vgl.
Costa de Beauregard, ?i oio^ue ä'uu r63U6. 1^3.
^'6UN6586 (1u I()i (tiai'168 ^.1d6!'t (Par. 1888).
62)K.X1V.Iohann(Bernadotte).Vgl.Blomberg, 21a!'8kiM Zel-nallotls (Stockh. 1889).
74) K. I. Friedrich Alexander, König von Württemberg, feierte 25. Juli 1889 Untergrößen Festlichkeiten sein 25jähriges Regierungsjubiläum.
Nötigte den König auch seine andauernde Krankheit, den Winter in iüdlichem Klima zuzubringen und auch den Sommer der Hauptstadt fern zu bleiben, so war seine Herrschaft doch reich an Erfolgen sowohl für dic innere Entwickelung auf geistigem und materiellem Gebiet als für die Stellung Württembergs im Reich; der große Umschwung in der Gesinnung der Bevölkerung vom Partikularismus zu deutsch nationaler Haltung vollzog sich unter der Regierung Karls und trug dazu bei, den Parteihader zu beschwichtigen. Der Konig war darauf bedacht, im Einvernehmen mit der Bevölkerung und dem Landtag zu bleiben, und beachte diesem Einvernehmen 1888 auch die seit langem gewohnte Gesellschaft zweier Amerikaner zum' Opfer, über deren spiritistische Thätigkeit Gerüchte im Umlauf waren, welche die Bevölkerung beunruhigten.
"75) K. Ludwig, Erzherzog von Österreich, geb. 30. Juli 1833, jüngerer Bruder des Kaisers Franz Joseph 1., trat in die Armee, ohne indes eine hervorragende Rolle in derselben zu spielen, und bekleidete in ihrden Rang eines Generals derKavallerie.
1855 - 59 war er Statthalter von Tirol. Er stand von Jugend an unter klerikalem Einfluß, ließ seinei Kinder von Jesuiten erziehen und war ein entlchi?-