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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kronecker - Kühl
"Kronecker, Leopold, Mathematiker, geb. 7. Dez.
1823 zu ^iegnitz, studierte in Berlin, Bonn, Breslau, wurde 1845 in Berlin zum Doktor promoviert, lebte bis 1855 in und bei Liegnitz, dann in Berlin und wurde 1860 zum ordentlichen Mitglied der dortigen Akademie der Wissenschaften erwählt. Seit 1861 lnelt er Vorlesungen an der Universität, und 188^ wurde er zum ordentlichen Professor der Mathematik an der Universität ernannt. Er arbeitete über Gegenstände der höhern Arithmetik, der Algebra und'der Analysis, erzielte namentlich durch "Anwendung der Theorie der elliptischen Funktionen auf die Zahlentheorie wichtige Ergebnisse. Seine »Grundzüge einer arithmetischen Theorie der algebraischen Größen« erschienen mit seiner Dissertation "1)6 unit Htidu^ <^in-I»1exi« - als Festschrift zu Kummers Doktorjubiläum < Berl. 1882), seine Abhandlung über den Msibegrisf in den Philosophischen Aufsätzen zu Hellers Doktorjubiläum (Leipz. 1887); seinen Briefwechsel mit Dirichlet veröffentlichte Schering 1885 in den >> Göt' tingischen gelehrten Anzeigen«. Mit Weierstraß gibt er Crelles ^Journal für Mathematik heraus.
Kropatschel, 1) Alfred, Ritter von, Militär, konstruierte als Hauptmann 1874 ein Repetiergewehr und beteiligte sich 1877, inzwischen Major und Kommandant der Artilleriekadettenschule in Wien geworden, an einem von der französischen Regierung ausgeschriebenen Wettbewerb um ein Magazingewehr für die Marinetruppen. Seine Konstruktion, kombiniert mit dem Lauf und Verschluß des französischen Infanteriegewehrs ^1 74, wurde als 1^u8i1 iilotls'Itt 1878 n::<iiu6 in Frankreich angenommen, auch bat das Kropatschek-Gewehr zu Iagdzwecken vielfach Verwendung gefunden. Auch als Militärschriftsteller ist K. aufgetreten.
"2) Hermann Wilhelm, Politiker, geb. 11. Febr.
1847 zu Nahhausen bei Königsberg in der Neumark, studierte Philologie und Geschichte in Halle, wo er auch die philosophische Doktorwürde erwarb und das Staatveramen bestand, machte die Kriege von 1866 und 1870/71 mit, ward Hilfslehrer an der Patina in Halle, 1873 hehrer am Gymnasium zu Wismar und 1878 Oberlehrer am Realgymnasium in Brandenburg. 1879 in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt, wo er sich der konservativen Partei anschloß, trat er 1883 in die Redaktion der »Kreuzzeitung und wurde 1884 auch in den Reichstag gewählt. Er beteiligte sich besonders an den Verhandlungen über Schülangelegenheiten und stellte zu gunsten der Mittelschullehrer, besonders an städtischen Anstalten, mehrere Anträge.
Krüger, 7) Step h an u 5 I o h a n n e s P a u l u s, Präsident der Südafrikanischeil Republik, geb. 18^5 in der Kapkolonie, wanderte mit den Buren nach Natal, dann nach dem Oranjegebiet, endlich nach Transvaal und erwarb sich hierunter seinen Lands^l euten durch Mut, Klugheit und Kaltblütigkeit solches Anseben, daß er Feldhauptmann und im Kriege gegen England Oberlommandierender wurde. Darauf wurde er zum Präsidenten der Republik gewählt und nach Ablauf seiner Amtszeit 1888 zum zweitenmal
gewählt.
^8) Paul, Romanist, geb. 20. März 1840 zu Berlin, studierte und habilitierte sich 1863 als Privatdozent daselbst, ward 1871 als Professor nach Marburg. 187^5 nach Innsbruck, 1874 nach Königsberg und 1888 nach Bonn berufen. Unter seinen Schriften sind zu nennen: »Prozessualische Konsumtion und Rechtskraft des Erkenntnisses« <"eipz. 1864); Kritik 5es» Iu MW)ü)che)i Kodex« (Verl. 1867); Kritische
Meyers zw'v..^rikou, 4. Aufl. XVII. Uo.
Versuche« (das. 1870); »Geschichte der Quellen und Litteratur des römischen Rechts« (Leipz.1888). Sein wissenschaftliches Hauptuerdieust liegt in seiner großen kritischen Ausgabe des (.'<xl0x .^N8tmiluni^ lBerl. 1877), seiner Ausgabe der »Zustinianischcn Institutionen« (das. 1867> und seiner Mitarbeit an der von Theodor Mommsen besorgten großen Ausgabe der Pandekten« (das. 1870).
Krummachcr, 3) (5mil Wilhelm, Theolog. Aus seinen nachgelassenen Aufzeichnungen erschienen die Lebenserinnerungen eines geistlichen Veter6.m'.y! (Essen 1889).
i Krungkao, Stadt im hinterind. Reich Siam, 65 km! nördlich von Bangkok, am linken Ufer des Menam! uud dem hier einmündenden Suln, mit 50,000 Einw.,! welche zum großen Teil auf Flößen in den Flüssen wolmen. Die Stadt ist das große Entrepot des Handels mit Lao. In der Umgebung die Ruinen von Anjuchia, der alten Hauptstadt von Siam, welche 1767 von den Birmanen zerstört wurde, und deren mächtige, von der Vegetation überwucherte Ruinen einen weiten Raun: bedecken.
Krupp, 'Alfred, Industrieller. Vgl. außer den kleinen biographischen Schriften von Schmidt-Weißenfels (Berl. 1887) und V. Niemeyer (Essen 1887): Bädeker, Alfred K. und die Entwickelung der Gußstahlfabrik zu Essen (das. 1888).
Ktenophorcn «Rippenquallen). Durch Ehuns Untersuchungen im Mittelmeer wurde ein auffallender Unterschied in der Tiefenuerbreitung der beiden Ordnungen der Rippenquallen konstatiert, der zu^ gleich zn einem Unterschied in der Entwickelungsgeschichte führt. Während Venusgürtel und Melonen! quallen noch in großen Tiefen (ersterer bei 1^00 in) gefunden wurden, gehen die gelappten Rippenquallen nie in die Tiefe, sondern verweilen auch im heißen Sommer an der Oberfläche. Dem direkten Einfluß der erhöhten Temperatur und des Sonnenlichts ist es wobl zuzuschreiben, daß bei diesen Rippenquallen scholl die Larven geschlechtsreif werden. Schon 9-3 Tage nach dem Verlassen des Eies werden die kleinen, 1- ^^ inm messenden Larven von Volina und wahrscheinlich auch von andern gelappten Rippenquallen geschlechtsreif und legen befruchtete Eier ab, indem sie zugleich heranwachsen. Nach einigen Tagen hört die geschlechtliche Thätigkeit auf, und die Larve beginnt die Verwandlung, die zum eigentlichen Ge-Ichlechtstier führt. Es liegt also bei der Entwickelung der gelappten Rippenquallen der in der Natur bis jetzt einzige Fall vor, daß bei einem und demselben Tier eine doppelte geschlechtliche Thätigkeit sich findet, die durch eine komplizierte Metamorphose unter^ brochen wird. Ehun führt für diesen Vorgang den! Namen Dissogonie ein. Die Dissogonie bezweckt,! durch erstaunliche Vermehrung die Fortdauer verz Art bei solchen pelagischen Gescho-pfen zu erhalten,! welche nicht geschützte Tiefen aufsuchen, sondern ständig an der Oberfläche weilenilnd deren Gefahreilausgesetzt sind.
^Kuchinotsu, Hafenstadt in der japan. Provinz^ Hizen, auf der Insel Kiusiu, wurde 188^) dem frem! den Handel eröffnet.
! ^Kückenmühle, Idiotenanstalt, s. Nem itz (Bd. 17).
Mllnclmaschinc, s. Dampfin aschine (Bd. 17).
, MW, Gotthard, Maler, geb. 1351 zu Lübeck,^ bildete fich auf der Akademie zu München und trat^ zuerst auf der Kunstausstellung von 1879 mit drei! Genrebildern: im Atelier, Mußestunden und Flöten^ spieler, in die Öffentlichkeit, welche sich in ihrer kecken Auffassung und pikanten Malweise an die Art Fo: 33