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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Lee - Leidesdorf
den Lohmühlen erkranken durch den Stand an Katarrhen der Respirationsorgane. Dieser Übelstand kann durch geschlossene Apparate und abfangende Ventilation beseitigt werden. Bei der Verarbeitung von Häuten tuberkulöser und milzbrandiger Tiere ergibt sich Ansteckungsgefahr, die durch zufällig vorhandene Wunden, auch durch die Speisen vermittelt wird. Unter 100 gestorbenen Gerbern befinden sich 40 Schwindsüchtige. Milzbrand wird besonders häufig durch die importierten getrockneten sogen. Wildhäute übertragen. Auch ist beobachtet worden, daß auf Ge^ Höften, wo Gerberei betrieben wurde, das Vieh an Milzbrand erkrankte, als solche Häute iu Räumen über den Futteruorräten aufbewahrt wurden. Ab-! wässer aus Gerbereien, welche Wildhäute verarbeiten, ^ tonnen Wiesen anf weitem Nmkreis infizieren. Wo > in der Weißgerberei Bleiweib benutzt wird, kommen ! Bleivergiftungen vor. In der Pelzgerberei ist der ! Staub, der ans Schlämmkreide, Gips, Kleie, Säge^ ' spänen besteht, verderblich, doch ist das häufige Vorkommen von Tuberkulose bei diesem Industriezweig doch wohl mehr auf Verarbeitung von Häuten tuberkulöser Tiere und auf das Zusammensein vieler Menschen in kleinen, schlecht ventilierten Räumen zurückzuführen. Die Anlagevon Gerberei en ist konzessionspflichtig, sie sollte nie in bewohnten Stadtteilen und immer nur an Flüssen unterhalb der Stadt geduldet werden. Kleinere Wasserläufe können durcli Einweichen der Häute so arg verunreinigt werden, daß Vie Fischzucht leidet. Alle Abwässer der Gerbereien sind mit Kalk und, wenn Arsen angewandt wurde, auch mit Eisensalzen zu reinigen. Äm ratsamsten ist es, bei der Anlage größerer Gerbereien für die Beschaffung eines Terrains zu sorgen, auf welchem die Abwässer durch Rieselfelderbetrieb unschädlich gemacht werden können. Niemals dürfen flüssige und feste Abfälle der Gerbereien in den Boden versenkt werden, auch müssen alle Gruben wasserdicht sein, und der Fußboden der Werkstätten ist mit Zement oder Asphalt zu belegen.
'Lee, Vernon, s. Pag et (Bd. 17).
Lefio, Adolphe Charles E m m anuel, machte 1887 noch einmal von sich reden, indem der Pariser ^i ZÄlcx 21. Mai Enthüllungen von L., der 1875 französischer Botschafter in Petersburg war, brachte, nach welchen das Deutsche Reich damals nur von Gortschakow von seinem Plan, Frankreich anzngreisen, abgebracht worden sei. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung« veröffentlichte darauf einige Aktenstücke, welche das Gegenteil bewiesen, und L. gestand in einen: Schreiben vom 5. Juni die Möglichkeit ein, von Gortschakow getäuscht worden zu sein. Er starb 16. Nov. 1887 in Paris.
Wegrand du Sanlle (spr. logrän^ dü s^hl), Henri, Mediziner, geb. 16. April 1830 zu Dijon, studierte daselbst, fungierte als Arzt in den Irrenanstalten von Dijon, Quatremares bei Rouenund Charenton, dann seit 1862 in Paris am Hospice Bicetre, an der Salpetriere und an der Special-Infirmerie der Geisteskranken auf der Polizeipräfektur. Er starb 6. Mai 1886. L. gehörte zu den hervorragendsten Irrenärzten, und seine Vorlesungen über Krankheiten des Gehirns und Nervensystems wurden von Ärzten aus allen Ländern besucht. Er schrieb: I^a, foÜ6 ä^vaut I68tri.duu9.nx« (Par. 1864); >> I>i ono^tie 6 t traitemeiit d'6vi1e^)8i6« (1869); »1^6 (Mii'6 de» ^ei'söcntionL (1871); I^a t^lie K6i'6<litair6« (deutsch von Stark, Stuttg. 1874); »^i-^itö d<3 M6(i60in6 lü^ais 6t äs ^'ui'ig Pr Mk NLL nieäic^y« (2. Ausl. 1885); »I^H toli^ äu äovrle, kvec äülii'6 <.ki t0«c1i6i' (1875); »I^mde
möciion-16^16 8nr i6^6i)ii6^tlciN68'<(1877); »I^tuäe
s1ini(1U6 8U1' 1^ P6M' (168 68p^c68<. (1878); ^tUÜ6
In6lli0ci-16«.T16 8nr1'iut6r<Us'ti0Uli68^1i6N68«(1880),
>1.68 1l)'8t6ii<1U68« (1882) u. a.
Leguminose, von.Hartenstein hergestellte Mischung aus linsen-, Erbsen-, Bohnemnehl mit Roggen- und Weizenmehl, kommt in vier Sorten in den Handel, welche sich durch das Verhältnis der stickstofffreien zudenstickstoffhaltigen Nahrungsstoffenunterschec'öell.
L. gibt mit Wasser gekocht eine leichtverdauliche, nahrhafte Snppe für Kranke, Rekonvaleszenten, auch für Säuglinge. Durch Zusatz von Fleischextrakt oder Bratenjus wird der Geschmack verbessert. L. wird auch mit Fleischmehl (Fleischleguminose) oder Malzpräparaten (M al to lega min ose) Hergestell: und eignet sich dann besonders für Blutarme. Vgl.
Kindermehle (Bd. 9).
ktehmann, 10) Max, deutscher Geschichtschreiber, geb. 19. Mai 1815 zu Berlin, studierte 1863-67 in Königsberg, in Bonn (unter v. Svbel) und Berlin Geschichte/ erwarb 1867 mit der Dissertation »1)6 ^uulilidu^ hui v<^iint,ni<'()i0ni6N868 inkxiini Ma68ti0N68 critieH6« die philosophische Doktorwürde zu Berlin, ward 1868 Gymnasiallehrer daselbst, 1875 Staatsarchivar am Geheimen Staatsarchiv und Re. daktenrdcr historischen Zeitschrift« (hrsg. von u.Sybel), 1879 Lehrer der Geschichte an derKriegsakademie, 1887 Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften und 1888 ordentlicher Professor der Geschichte an der Universität Marburg. Er schrieb: »Knesebeck und Schön. Beiträge zur Geschichte der Freiheits' kriege« (Leipz. 1875); > Stein, Scharnhorst und Schön.
Eine Schutzschrift - (das. 1877); »Preußen und die katholische Kirche seit 1640« (das. 1878-85, Bd. 1-5); »Scharnhorst«(das. 1886-87,2Bde.),eine ausgezeichnete Biographie, für welche L. 1888 den zur Erinnerung an den Vertrag von Verdun gestifteten Preis für das beste Geschichtswerk erhielt; außerdem veröffentlichte er zahlreiche Abhandlungen besonders in der Historischen Zeitschrift«undin den »Preußischen Jahrbüchern^. L. gehört zu den Historikern von ausgeprägt nationaler Richtung, wie Treitschke, Droysen, v. Sybel u. a.
"Lehndorff, Heinrich Ahasver Emil August, Graf von, preuß. General, geb. 1. April 1829 zu Steinart im Kreis Angerburg als zweiter Sohn des , ^andhofmeisters Grafen Karl von L. (gest. 1854), trat in das Regiment Garde du Corps, ward in demselben zum Rittmeister befördert und 8. Juni 1866 znm Major und Flügeladjutanten des Königs Wilhelm I. ernannt, in dessen Gefolge er seitdem ununterbrochen verblieb; auf allen Reisen und in den Kriegen war er des Monarchen unzertrennlicher Begleiter. 1868 wurde er Oberstleutnant, 1871 Oberst und Kommandeurder Leibgendarmerie, 1876Generalmajor und 1881 Generalleutnant und Generaladjutant. Erst nach dem Tod Kaiser Wilhelms I.
(9. März 1888) wurde er unter Beförderung zum General der Kavallerie und Belassung seines Ranges als Generaladjutant von Kaiser Wilhelm II. außer Dienst gestellt.
Lehrmittclausftellungen, s. S ch u l m u s e u m (Bd. 17).
Ueilmiz, Gottfried Wilhelm von, Philosoph.
Zur Litteratur: Bodemann, Der Briefwechsel des Gottfried Wilh. L. in der königlichen öffentlichen Bibliothek zu Hannover (Beschreibung, Hannov.1889).
^eidesdorf, Max, Irrenarzt, geb. 1818 zu Wien, studierte daselbst, in Deutschland, England, Frankreich, wurde zur Leitung einer Irrenanstalt nach