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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Piles - Pirmez
len von der Maschine teils direkt, teils indirekt in Drehung versetzt werden. Die Maschine befindet sich nämlich am untern Ende des mit 32 Sitzplätzen versehenen Wagens, wovon jeder zwei jener Zahnradpaare besitzt, während an dessen oberm Ende eine vorspringende Plattform angebracht ist. Durch geeignete Bremsvorrichtungen ist die nötige Sicherheit des Betriebes erzielt, auch durch Gleitstücke, welche unter die Köpfe der Laufschienen greifen, einem Umstürzen der Wagen durch Windstöße vorgebeugt. Die ganze Bahnanlage hat sich bis jetzt technisch bewährt und einer finanziell günstigen Benutzung seitens des reisenden Publikums erfreut. Vgll ssaromeyor, Die Pilatusbahn (Zürich 1889).
"Piles (spr. p Uil), Noge r d e, franz. Maler und Kunstschriftsteller, geb. 1635 zu Clamecy (Nievre), war Schüler von Claude Francois, bildete sich in Italien und in den Niederlanden und that sich besonders als Bildnismaler hervor. Auch hat er einige Bildnisse gestochen. Er schrieb unter anderm: »^bi'6^6 äs 1a, vi6 663 p Lmtros« (2. Ausg., Par. 1715); »Di3.i0FU6 Kur 16 coloris« (das. 1699); »^ours äk^kinture Mr I'rii^ipp8«(das. 1708). P. starb 5. April 1709 in Paris.
^Pilibhit, Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts in der britisch-ind. Provinz Nordwestprovinzen und Audh, am Deohafluß und der Eisenbahn nach Bareilly, mit einem verfallenen Palast, einer großen Moschee und (i88i) 29,721 Einw. (17,197 Hindu, 12,520 Mohammedaner), welche bedeutende Zuckervasfinerie und Anfertigung von kupfernen Gefäßen
betreiben.
Piltz, Otto, Maler, geb. 1846 zu Altstadt, bildete sich in München und an der Kunstschule in Weimar zum Genremaler aus und behielt seinen Wohnsitz in Weimar. Er machte die Studien zu seinen Genrebildern, welche seit den: Anfang der 70er Jahre auf den Ausstellungen erschienen, in den Dörfern und Reinen Städten Thüringens, wobei er sich besonders in das Leben der Kinderwelt versenkte, welches er nnt gesundem Humor und mit naiver Auffassung wiederzugeben verstand. Unter seinen meist auf eine Iielle Tonart gestimmten, bisweilen aber auch an Hckc^e und Buntheit leidenden, jedoch stets durch lebendige Charakteristik ausgezeichneten Gemälden sind die hervorragendsten: der kleine Iongleur( 1872), auf dem Orgelchor einer thüringischen Dorfkirche, Turnunterricht auf dem Land (1876), die Verwahrlchule in Weimar, die Strickschule, Vesper im Kindergarten, vor dem Gottesdienst (1881>, Vorbereitung ;um Pfingstfest s1886), Alterweibersommer (1888) und bei der Frau Pastorin (1889). 1882 wurde P.
Professor an der Weimarer Kunstschule, siedelte aber i886 nach Berlin, von wo auö er Studien im wendischen Spreewald machte, und 1889 nach München über.
"Pilz, 2) Karl, Pädagog, geb. 4. Aug. 1821 zu Reichenau bei Zittau, war erst als Lehrer in Spremberg bei Neusalza und in Bischofswerda thätig, studierte dann aber seit 1849 in Leipzig Theologie und widmete sich in der Folge dem Lehrfach. Außer einer Anzahl von Jugendschriften schrieb er: »Quintilianus, ein Lehrerleben aus der römischen Kaiserzeit« l Leivz. 1863); »Pädagogische Blüten« (das. 1861--1871,2Bdchn.); »Licht- U.Schattenseiten aus meinem Lehrerleben« (das. 1885); »Schulandachten« l3.Aufl., das. 1870). Am bekanntesten wurde er durch die von ihm 1864 begründete und noch heute herausgegebene Zeitschrift für häusliche Erziehung »Cornelia« (53. Bd., Leipz. 1890).
" Pisseyra (spr. viniciro^, E nr i q u o, cuban. Schrift:
steller, geb. 1839 zu tzauana, wo er Rechtswissenschaft studierte, auch seit 1863 als Sachwalter thätig war und, nachdem er Europa bereist hatte, 1865 die »Ksvi^ äst pusdio« gründete, siedelte 1869 nach New Jork über und rief hier eine neue Zeitschrift: »Nl öluiiäo Xusvo , , ins Leben. Er schrieb: »Lio^ratig. äst Oenerai 8an Nartin« (New Jork 1870); Uoralo« 1,6iuu8 ^^ Ik ^Lvoluown^udang.« (1872); ^ötuäiou v oont^ren «Ä8« (1880); »I^06tÄ8 t'n,M0808 ä?1 81^10 XIX
(Par. 1883 >.
Piper, 2) Ferdinand, Theolog und Archäolog, starb 28. Nov. 1889 in Berlin.
Mrazzi, Emil, Schriftsteller, geb. 3. Aug. 1832 ;u Offenbach a. M., wurde Kaufmann, übernahm das Geschäft seines Vaters und erweiterte auf größern Reisen seine allgemeine Bildung, widmete sich nebenbei auch der Publizistik und poetischen Bestrebungen und redigierte eine Zeitlang die ^Main-Zeitung« in Offenbach. Seine Dramen: »Gräfin Chateaubriand« (Offenb. 1856), »Rienzi, der Tribun« (3.Aufl., Franks. 1883), »Moderne Größen« (Offenb.
1873), »Die Erbin von Maurach« (das. 1875) erfreuten sich einiger Aufführungen. Ferner schrieb er außer politischen Flugschriften: »Fünf Zeitgedichte (Franks. 1860), »Stimmen des Mittelalters wider die Päpste« (Leipz. 1872) und die »Bilder und Geschichten aus Offenbachs Vergangenheit« (Offenb.
1879), in welchen besonders das Schlußkapitel »Der Musensitz am Main« Beiträge zur Kenntnis von Goethes Jugendleben enthält.'
"Pirmez, 1)Eudore, belg. Staatsmann, geb. 1830 zu Chatelineau, studierte Rechtswissenschaft, wurdo 1851 Advokat in Charleroi, 1857 Mitglied der Kammer und bekleidete 1868- 70 das Ministerium des Innern.
Während er es hier den Ortsverwaltungen überließ, die Geistlichkeit zur Mitwirkung bei dem Volksunterricht heranzuziehen oder nicht, mißbilligte er 1879 dagegen die von seinen Parteigenossen u. 1884 die von den Klerikalen durchgeführte Schulordnung als Eingriffe in die persönliche Freiheit oder in diejenige der Ortsverwaltungen. P. stelltesich nämlich in reinpolitischen wie in volkswirtschaftlichen Fragen mit Vorliebe auf den Standpunkt eines Idealisten der Freiheit und vertrat seine Ansichten mit ungewöhnlicher Gelehrsamkeit und Geist. Häufig nahm er eine vermittelnde Stellung zwischen seinen Parteigenossen und der gegnerischen Regierung ein. Das Kabinett Malou ließ ihn bei dem Regierungswechsel im Imn 1884 zum Staatsminister kä koc ernennen. 1887 war er, obschon Anhänger der Goldwährung, Veitreter Belgiens auf der Konferenz des lateinischen Münzverbandes und 1889-90 als Präsident des Staatsratä des Congostaats Mitglied des Antisklavereikongresses in Brüssel. Nm dieselbe Zeit gab er eine vielbesprochene Flugschrift über die Handeln krise heraus. Außerdem schrieb er noch: »1)6 I'unil^ ä68 forces ä6 «« r«.vita Noli et ä'iu^rtie (1881), »1^9.
r6pr686ntati0i^vr^i6^ (1883) u.a. Erstarb I.März 1890 in Brüssel. Als Volkswirt genoß P. in Belgien eine allgemeine Autorität.
"2) Octave, Bruder des vorigen, belg. Schriftsteller, geb. 1832 zu Chatelat, gestorben im Mai 1882 auf seinem Schloß zu Acoz, wo er sein Leben einsam verbracht hatte (»1o solitaii'k d'^.co2«). Seine durch Gedankenreichtum und ernste Auffassung der Natur ausgezeichneten Werke sichern ihm einen hervorragenden Platz in der neuern Litteratur Belgiens. Wir nennen: ^vnili^ks, ))6ii8ü^ 6t NÄxim68« (1861, 4. Aufl. 1881 >; ^cmrs äe «oliwäo« (1869, 3. Aufl.
1877); »Hour68 <1o MiosoMs (neue Ausg. 1881);