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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Picard - Pliatus-Eisenbahn
l779 Professor der Dogmatrk m Ront. 1781 ging er als Professor der Astronomie und höhern Mathematik an die Universität zu Palermo, wo er mit Unterstützung des Vizekönigs, Prinzen von Caramanico, eine Sternwarte gründete, deren Leitung er übernahm. Nachdem er sich behufs Anknüpfung wissenschaftlicher Verbindungen und Anschaffung von Instrumenten zwei Jahre in London und ein Jahr in Harts aufgehalten hatte, wurde die Sternwarte im Frühjahr 1791 eröffnet, und im nächsten Jahr begannen die zehnjährigen Fixsternbeobachtungen, welche P. behufs Herstellung eines möglichst vollständigen Sternkatalogs ausführte. Als Frucht dieser Arbeit erschien 1803 ein Verzeichnis mit 6784 und 1814 ein zweites mit 7646 Sternen. Während dieser Beobachtungen wurde zufällig 1. Jan. 1801 oer Planetoid Ceres entdeckt. 1817 wurde P. als Generaldirektor der Sternwarten des Königreichs beider Sizilien nach Neapel berufen. In seinen letzten Lebensjahren war er besonders für die Verbesserung des öffentlichen Unterrichts thätig. P. starb 22. Juli 1826 in Neapel. Er schrieb: »I^ioni 6wm6Ma.ii äi a8tr«ii0!nik« (Pal. 1817, 2 Bde.; deutsch von Westphal, Verl. 1822).
^Picard, 4) Edmond, belg. Jurist und Schriftsteller, geb. 15. Dez. 1836 zu Brüssel, widmete sich zunächst der Marine, machte drei große Reisen und besuchte die Marineschule in Antwerpen, studierte darauf aber Rechtswissenschaft in Brüssel, wo er als einer der angesehensten Advokaten am Kassationshof lebt. Neben seiner fachwissenschaftlichen Thätigkeit (»^rait6 cles dl6V6t.8 li'wv LMioii ,, 1865; »Na.-misi pratili UO ä6 1a, pi'0t'688ioii ä'avocnt 6n Lsi-S1HU6«, 1869; »I'lu.itO F6N6ra1 ä6 i'kx^r^ri Htion pour C3.N86 ä'utilito publi^ue-, 1875; ^63 ?g.nä6et63 d6^68«, Bd. 1-18,1878 ff.; »<^<xl6 ß^nöi'lü ä68dl6V6t8 ä'invßiition <, 2. Aufl. 1886,2c.) ist P. einer der einflußreichsten französischen Schriftsteller und Dichter Belgiens. Er begründete die Zeitschrift I/art moäkl UO«) in welcher er selbst zahlreiche Aufsätze üb er Litteratur und Kunst brachte, und veröffentlichte außerdem: »I<68 r6veri68 ä'uu 8ta^iÄil6« (Gedichte,l 879), »?HlHäox6 8ur I'avoo Ht« (1879), »I/aNirai« <1884), »Uon oncl« i6^'ui-i8C0N8u1t6« (1884), »I<g.
tdl^6 Ii0U880i« (1885), »1^3. V6Ü166 66 1iiui38i6l
<1885), »1,6 fire« (1887). 1881 begründete er das »^0Ulna.1 ä63 ^ridun Hur«; als Politiker gehört er der äußersten Linken an.
*Picart (spr.-kar), Bernard, franz. Kupferstecher, geb. 11. Juni 1673 zu Paris, Schüler seines Vaters Etienne P. (1632-1721), Lebruns und Iouvenets, ging als eifriger Protestant um 1710 nach Amsterdam, wo er eine Kunstschule gründete und 8. Mai l733 starb. Sein Werk umfaßt 1300 Blätter, von denen aber viele nur unter seiner Aufsicht von Schülern ausgeführt und besonders die spätern oft sehr manieriert sind. Seine große Fertigkeit, die verschiedenen Stichmanieren älterer Künstler nachzuahmen, erhellt namentlich aus einer Sammlung von 78 Blättern, die 1738 zu Amsterdam unter dem Titel: >Imyo8tur68 inn()e6M68« erschien. Die Bildnisse seines Vaters, des Malers Noger de Piles und des Prinzen Eugen, 8 Blätter 1'api88kli68 ä6 HIontz nach C. Lebrun und dis Toilette der Venus nach A.
Carracci sind seine Hauptwerke.
Piedras Negras, Grenzort im mexikan. Staat Coahuila, heißt jetzt amtlich Porfirio Diaz.
*Piet, untere, hinterste Schisssabteilung; picken lauf picken), eine Gaffel schräg gegen den Mast aufrichten', Piekstander, am Vor- und Großmast
Gaffelsegel führender Schiffe ein von der äußersten Gaffelspltze (Nock) bis zum Masttopp laufendes Tan zur Haltung der Schrägstellung der Gaffel.
^Picneman, Jan Willem, niederländ. Maler, geb. 1779 zu Abcoude bei Amsterdam, bildete sich auf der Zeichenakademie zu Amsterdam, wurde 1805 Zeichenlehrer an der Artillerie- und Genieschule zu Delft, 1816 Direktor des Kabinetts im Haag und 1820 erster Direktor der Akademie zu Amsterdam, wo er 8. April 1853 starb. In großen Schlachtenpanoramen und Historienbildern schilderte er öi^ Waffenthaten des damaligen Prinzen von Oranien, nachmaligen Königs Wilhelm II., und andre groß" Begebenheiten aus der Geschichte seines Vaterlandes.
^Pierson, 2) Blanche, franz. Schauspielerin, geb. 9. Mai 1842 zu St.-Paul, debütierte 1856 aus dem Ambigutheater in Paris, von welchem sie 1858 zu dem Vaudevilletheater überging, auf dem es ihr zuerst gelang, größere Erfolge zu erzielen. Von 1864 bis 1875 gehörte sie dem Gymnase an und kehrte dann zum Vaudeville zurück. Sie hat eine Reihe der jugendlichen Hauptrollen in den modernen französi schen Sittendramen geschaffen, d. h. zum erstenmal gespielt, so in den Schauspielen: »Fanny Lear«, »Froufrou«, »Monsieur Alphonse«, »Die Bürger von Pont-Arcy«. Eine ihrer besten Schöpfungen ist die Dora in Sardous gleichnamigem Schauspiel.
"Pigott, Richard, ein Ire, welcher an der Agitation gegen England eifrig teilgenommen hatte, lieferte 1887 der /I'im63< für 2500 Pfd.Sttrl. eine Anzahl Briefe Parnells, Egons und andrer irischer Parteiführer aus, welche dieselben schwer belasteten; sie enthielten nämlich eine Billigung des Mordes im Phönixpark (6. Mai 18^2). Parnell erklärte die ihm zugeschriebenen Briefe für unecht und verlangte 1888 eine parlamentarische Untersuchung. Auf Beschluß des Parlaments ward ein Gerichtshof eingesetzt, um die Frage der Echtheit zu untersuchen und zu entscheiden. Vor demselben ward P. im Februar 1889 der Fälschung überführt und erschoß sich 1. März in Madrid, wohin er von London geflüchtet war, als er verhaftet werden sollte; er hatte seit langem nach allen Seiten hin durch Betrügereien und Drohungen sich Geld zu verschaffen gewußt. Daher to pi^ott (vigotten) für »fälschen, durch Fälschung hintergehen«, und die Hauptworte pi^0tti8m und pi^o Ni'^.
^Pilatus-Eisenbahn. Die am 4. Juni 1889 eröffnete Bahn von Alpnachstad nach Pilatuskulm steigt zunächst in nördlicher Richtung nach der Ämsigenalp, dann in westlicher Richtung nach der Mattalp und erreicht in mehreren starken Windungen das Plateau des Gasthofs Bellevue auf dem Pilatus.
Die Länge der Bahn mißt 4455 m, die erstiegene Höhe 1634 m, also die mittlere Steigung 40 Proz., während die größte und kleinste ausgeführte Stei gung bez. 48 Proz. u. 18 Proz. beträgt. Von der Gesamtlänge liegen 2215 iu in einer Geraden und 2240 inm Kurven von 70 bis 100 in Radius. Die Bahn, welche sich dem Terrain möglichst anschmiegt, enthält außer einem Viadukt über den Wolfortbach, drei kleinern und einem 0,3> km langen Tunnel keine größern Kunstbauten. Auf der in der Bahnmitte'gelegenen Ämsigenalp befindet sich die aus zwei Schiebebühnen bestehende Ausweiche für die auf- und abwärts fahrenden Züge. Die Spurweite der Bahn, welche einen Oberbau aus zwei breitbasigen Laufschienen und einer Mittelschiene mit Zahnstange besitzt, beträgt 80 cm. Die Zahnstange trägt an beiden Seiten die Zähne, in die je zwei gegenüberliegende wagerechte Zahnräder eingreifen, deren lotrechte W?l 42''