Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

702
Reinhardt - Renouf
pubiiyuo ^ran^il-j6«. Gamoetta ernannte ihn, als er 14. Nov. 1881 Ministerpräsident wurde, zu seinem Kabinettschef. Nach dem baldigen Rücktritt Gambettas war R. in der »R6Md1iliu6 ^rtme.Hi'86«, deren Direktor er wurde, einer der eifrigsten Verteidiger des Opportunismus und ein entschlossener Gegner Bou/F/?F55s. Nachdem er bei den Wahlen von 1885 den Radikalen unterlegen war, wurde er 1889 in Digne (Niederalpen) zum Deputierten gewählt. Er schrieb:
1^9, 86ldi6 6t i6Hl0Nt6N6Frt)«l1876); »V(N«^6 6N
0ri6nt« (1879, 2 Bde.); »1.68 I^6ciäivist68«'(1882);
1.6minist6i'6(5amd6Na.< (1884); »I^60n(?ll.inb6ttg.« <1884); »^NM'6i ä'6N86iAN6M6nt primliir6< (mit Richet, 1888); »Ntuä68 66 1itt6i-Htur6 6t 6'di8toii'6 <1889); »1.68 P6tit68 OatiiinNii-68« (3 Bde., gegen Boulanger). Auch gab er die politischen Reden Gam^ettas (11 Bde.) sowie »V6p6c1i68 <i61a ä6f6N86 nt^ti0nai6« heraus und übersetzte W. G. Hamiltons
Parlamentarische Logik« (1886 >.
"2) Salomon, Philolog und Archäolog, Bruder des vorigen, geb 1858 zu St.-Germain en Laye, besuchte die höhere Normalschule in Paris, an welcher er später als Lehrer angestellt wurde, und ist gegenwärtig in der Verwaltung der Nationalmuseen thätig. Auch ist er Mitglied der»ö(ni6 ä'^.t!i6N68« und der Kommission der tunesischen Altertümer. Von seinen Schriften nennen wir, abgesehen von zahlreichen kleinern archäologischen Arbeiten: ^Iknu6i ä6 M-I0I0316 <1g.88ilin6« (2. Aufl., Par. 1884, 2 Bde.);
6i-kiNNkär6 Iatin6«(1885); »^otio6 bio^raMqu6 ^ur (^1iHrI.«Is)8.^i880t« (1885); '>^l9.it6ä'6i'i^r^!u6
^!6C^U6« (1885); v^0Ui1i68 6t ä6e0UV6I't68Ü,()l!^I'6<< 1886); »^6H6rod68 9.I'0ii60i0^ilZN68 6I1^l'uiii«i6, 611
1883-84« (mit E. Aabelon, 1886); »Oon86ji8 aux
V0^3.F6Ul8 Älck60l0FU68 6N (^1606 6t 6^118 I'()l'i6Ut
^6il6niqu6« (1887); »N8HM8868 arH6l)Ic>ßsiliu68< s1^88). Auch übersetzte er Schopenhauers Abhandlung
Über den Willen in der Natur« l 1886) und gab den vervollständigten 2. Band von Charles Tissots > ^x^loration 8ci6lltiüyu6 ä61^^uni8i6« (1888) heraus.
^Reinhardt, Robert, Architekt, geb. 1843 zu Ravensburg, bildete sich von 1862 bis 1866 in Stuttgart bei Leins, machte dann Studienreisen nach Italien und Paris und bethätigte sich zuerst durch Ausführung von Zeichnungen und Modellen für die von ^ems entworfene Johanniskirche in Stuttgart. Selbständig führte er zahlreiche Bauten in Stuttgart, Heilbronn (Harmonie), Konstanz und andern Städten Süddeutschlands aus. Er ist Professor an der technischen Hochschule zu Stuttgart und gab heraus:
Palast-Architekturvon Oberitalien ,, I.Abt.: Genua (Verl. 1886, 100 Blatt).
Meinijch, Leo, Ägyptolog und Linguist, geb.
26. Okt. 1832 zu Osternntz in Steiermark, studierte von 1855 ab in Wien und wurde dort 1860 Privatdozent, 1868 außerordentlicher, 1872 ordentlicher Professor der Ägyptologie, 1884 auch Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Zu wissenschaftlichen Zwecken machte er 1865- 80 wiederholte längere Aufenthalte in Ägypten und den angrenzenden Ländern der Bogos, Saho u. a.; auch ging er 1866-67 mit Kaiser Maximilian nach Mexiko. Er veröffentlichte: »Die ägyptischen Denkmäler von Miramar« (Wien 1865), »Die zweisprachige Inschrift von Tcmis« (das. 1866), > Ägyptische Chrestomathie« ldas. 1873-75) und andre ägyptologische Arbeiten.
Seine hauptsächlichste Thätigkeit richtet sich jedoch auf die Durchforschung der Sprachen verschiedener ägyptischer Grenzvölker, deren linguistische Stellung er zuerst genau festgestellt hat. Dahin gehören seine
Werke: »D:e Barea-Sprache (Wien 1874), »Di-.
Nuba-Sprache«(das. 1879,2Bde.), Texteder Bilin-Sprache« (Leipz. 1883), »Wörterbuch der Bilin Sprache« (das. 1888) und Abhandlungen in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie über di^ Sprachen Kunama, Bilin, Saho, Chamir, Kuara, Kafa u. a. R. ist auch Mitherausgeber der »Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes ,
-Reirlon, In'el, s. Rakaänga (Bd. 17).
*3ieijacker,Anton Joseph, veroienter Schulmann und Philolog. geb. 8. Jan. 1821 zu Düsseldorf, studierte seit 1839 in Bonn erst katholische Theoloaic. dann klassische Philologie und Geschichte, wurde 1647 Hauslehrer in Reims, unterrichtete seit 1849 an dem Gymnasium in Aachen, seit 1851 in Koblenz, wuroo 1853 Oberlehrer in Köln, 1859 Direktor des Gymnasiums in Trier, 1868 des katholischen Gymnasiums in Breslau, im Sommer 1882 Provinzialschulrat daselbst und starb dort 13. Okt. 1882. Von 1874 bie.
1876 bearbeitete er auch die Angelegenheiten der katholischen Seminare und Präparandien in den ober. schlesischen Kreisen. Seine Studien bezogen sich besonders auf Lukrez; ihnen verdanken wir: »tzu565> tion68 I<usl6tiÄNÄ6< (Bonn 1847); »Der Todes^ gedanke bei den Griechen« (Trier 1862); »Horaz in seinem Verhältnis zu Lukrez« (Vresl. 1873) u. a.
"Rcllingen, Dorf in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Pinneberg, hat eine evang. Kirche, eine Privatirrenanstalt und (i8«5) 1003 Einw.
"Rembold, Leopold, Philosoph, geb. 1786 zu Dietenheim im damaligen Vordeiösterreich (heutigen Württemberg), studierte zu Wien Theologie, wandte, sich, durch Jacobis und hauptsächlich Salats Schrif ten angeregt, frühzeitig philosophischem Selbststudium zu, wurde 1814 Professor der Philosophie zu Graz, 1815 zu Wien, wo er Exner (s. d.) zum Schüler hatte, ward aber schon 1824 seiner das Positive in der Religion und das Legitime in dem monarchischen Prinzip« angeblich »untergrabenden«Vonräge we^en zur Verantwortung gezogen und 1826 in den Ruhestand versetzt. Um seine zahlreiche Familie zu erhalten, wandte sich der schon Vierzigjährige dem medizinischen Studium zu, das er in Pest zurücklegte, worauf er bis an seinen Tod (1842) in Wien als praktis , 'er Arzt thätig war. Ursprünglich ein Anhänger ler Iacodischen Gefühlsphilosophie, die er durch seinen Schüler v. Lichtenfels in Österreich einbürgerte, neigte er sich in der zweiten Hälfte seines Lebens der Richtung Herbarts zu, die er auf Exner und durch diesen auf zahlreiche Nachfolger verpflanzte. Als Schriftsteller ist er der widrigen Verhältnisse wegen nur mit einem (ziemlich selten gewordenen) Kompendium der Psychologie in lateinischer Sprache: - ??.v c Iwiu Fm« (Wien 18M, hervorgetreten.
Remich, tt»«5) 2126 Emu?.
Memmgton, Philo, Techniker, geb. 3i.Okt.181>. zu Litchfield im Staat New Dork, trat mit zwei Vri'< dern frühzeitig in die Gewehrfabrik seines Vaters, welche dann durch die Erfindungsgabe dieses Sohns einen Wsltruf erlangt hat. Besonders bekannt wurde er durch das nach ihm benannte Hinterladegewehi, das außer in Amerika auch in mehreren europäischen Staaten Eingang fand (vgl. Handfeuerwaffen, Bd. 8, S. 105). Auch machte er sich durch die Konstruktion oder Verbesserung einer sehr verbreiteten Schreibmaschine (s. d., Bd. 14) verdient. 1886 liqui. dierte die Firma »E. Remington and Sons«, v^ R. zog sich ins Privatleben zurück.
"Rcnouf, 2) Emile, franz. Maler, geb. 23. Juni 1845 zu Paris, widmete sich nach Beendigung seiner