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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Rochefort - Rode Valley
u. öfter), »«Ia.n6 6ll.M6?0ii« und ^ri^ou Hai'N^t6i'8 .li^vu t'wm 1it'6< (1866, 2 Bde.). R.lebt als Herausgeber der Monatsschrift »Hom6 (.'dime^ in London.
'5) Agnes Frances Mary, engl. Schriftstellerin, >. 27. Febr. 1857 zu Leamington (Warwickshire),
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rächte lange Zeit in Italien zü und vermählte sich 1888, ohne ihren Schriftstellernamen aufzugeben, mit dem Orientalisten I. Darmesteter zu Paris, wo sie seitdem lebt. AIs begabte Dichterin zeigte sie sich in ihrem Erstlingswerk: -^ Imuätni ot Iwiw^nckis < l1873), das eine günstige Aufnahme fand. Es folgten: eine Übersetzung von Euripides' >> Hippolytos« Nmt neuen Gedichten, 1881); /lli6 ii6>v ^.i'caäia« (1881); ^.n ItHii3,n Aai'äen« (1886); »8ontz'8, dai-Iclä8 iniä a 1)1^« (1888). Als gediegene Vrosaschriftstellerin zeigte sie sich in zwei Biographien: ^mil^ Zrouttz (1883) u. ^i Hi'^^r Lt ot ^!i^oui6M6« (1886), und einem Band historischer Abhandlungen: »Ms 6ii(l 0t't1ift luiääle «,^'6l> (1888), welchen: ein größeres Werk über die Geschichte der französischen Kriege in Italien im 14. und 15. Jahrh, folgen wird. Eine Auswahl ihrer Gedichte ist ins Französische von ihrem Gatten, ins Italienische von Giovanni Sicca übersetzt.
Nochefort, Victor Henri, Graf von R.-Lucay, franz. Journalist, schloß sich 1887 der boulangistijchen Agitation an und nahm an den Wühlereien Boulangers hervorragenden Anteil. Deshalb wurde er mit Boulanger und Dillon vor dem Senat angeklagt und 14. Aug. 1889 wegen Attentats und Komplotts zur Einschließung in einen befestigten Platz verurteilt; doch war er rechtzeitig nach London entflohen. In die Deputiertenkammer wurde er 1889 nicht wieder gewählt.
Möchling, Karl, Maler, geb. 18. Okt. 1855 zu Saarbrücken, war dort 1870 Zeuge der ersten Kämpfe mit den Franzosen und wurde vorwiegend dadurch bewogen, sich der Darstellung des militärischen Lebens in Krieg und Frieden zu widmen. Er bildete sich auf der Kunstschule zu Karlsruhe und auf der Kunstakademie in Berlin und ließ sich, nachdem er seiner einjährigen Dienstpflicht genügt, in Berlin nieder, wo or sich zuerst auf der Kunstausstellung von 1881 durch ein Bild aus dem Krieg von 1870: der erste Gefangene vor Saarbrücken, bekannt machte, welchem 1883, 1884 und 1886 vier andre Momente aus dem Krieg: zum Tode wund, Erfrischung fürdie Verteidiger von Saarbrücken 2. Aug. 1870, eine Feldwache bei Saarbrücken und der Sturm auf den Gaisberg, letzterer für das Offizierkorps des Königs-Grenadierregiments, folgten. In der Zwischenzeit war er als Mitarbeiter an dem von A. v. Werner und C. Bracht komponierten Panorama der Schlacht von Sedan jür Berlin, an dem Panorama der Schlacht von Chattanooga für Nordamerika und an andern Rundgemälden thätig. Nachdem er 1886 eine Studienreise nach Süddeutschland unternommen, entstanden: der Marsch durch das Heimatsdorf (1887, vom Manöver in Baden), Schwarzwälder Flößer auf der Enz, die Berennung der Stadt Besigheim 1519 u. a. Seine Darstellung zeichnet sich durch große Lebendigkeit aus; sein Kolorit geht auf kräftige, breite Wirkungen aus.
Mocholl, Theodor, Maler, geb. 1854 zu Sachsenberg im Fürstentum Waldeck, bildete sich seit 1872 zuerst auf der Kunstakademie zu Dresden, wo er in Schnorr v. Carolsfeld und Ludwig Richter Ratgeber fand, ging aber bald nach München, wo er in die Schule Pilotys trat. Nachdem er dort 1877 sein erstes Bild: Till Eulenspiegel, gemalt, begab er sich nach Gv^ng TN, um seiner einjährigen Militärdienstpflicht
zu genügen, und während dieser Zeit faßte er eine solche Vorliebe für das militärische Leben, daß er die Schilderung desselben zum Hauptgegenstand seiner künstlerischen Thätigkeit erkor. Zuvor setzte er jedoch seine koloristische Ausbildung noch eine Zeitlang be' W. Sohn in Düsseldorf fort und malte dort zunächst zwei figurenreiche Bilder aus dem Mittelalter: Landsknechte auf der Flucht vor Bauern l1879) und Germanen auf der Auswanderung, welchen einige kleine Bilder aus dem modernen Soldaten- und Kriegeleben: Schleichpatrouille, Husarenrast und Vorbei! (1886, ein Patrouillenritt aus dem Jahr 1870) folg^ ten. Zu großer dramatischer Kraft der Schilderung erhob er sich sodann in einer figurenreichen Darstel^ lung des Angriffs der 7. Kürassiere bei Vionvill? 16. Aug. 1870, welche die Verbindung für historische Kunst erwarb (1887). Den gleichen Vorzug sowie oen eines glänzenden Kolorits besitzt eine Episode aus der Schlacht bei Vionville: die Rückkehr der Küra^ siere und Ulanen nach dem Angriff (1888, in der städtischen Galerie zu Magdeburg). 1889 entstand das durch naturwahre Auffassung ausgezeichnete Bild: Kaiser Wilhelms I. letzte Heerschau (in der städtischen Galerie zu Stettin).
Rochow, Hans Wilhelm von, Mitglied des preuß. Herrenhauses, wurde 1888 zum ersten Vizepräsidenten desselben gewählt.
Mod (spr. ro), Edouard, franz.Schriftsteller, geb.
1857 zu Nyon bei Genf, studierte zwei Jahre lang in Bonn und Berlin Philologie, warf sich aber zugleich mit Eifer auf das Studium der Schopenhauerschen Philosophie und nahm teil an den Bestrebungen des Wagner-Vereins. Nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er eifriger Anhänger der naturalistischen Schule Zolas, für die er in einer Broschüre: ^^ pi'opos än 1'^.s80muwii'«(1879),Partei ergriff. Er veröffentlichte außerdem: »1.68 ^.Ii6iUcUiä8 ä< 1'a.ri8 ,, ^?a1iu^io Vkulki'ci, 6tud6 äe uiwui'8 p^ii8i6UU68<' (1881) und »Oöte ^^ ^öte« l 188^) als ersten Band eines größern Romancyklus: »1^68 ?rot68tlmt8«, in dem er heftig die Orthodoxie der reformierten Kirche bekämpft.
Auch in diesen Werken, wie in »I^a. t'emms ä'Ü6ini VaunkÄU« (1883), huldigt R. noch der Richtung Zolas als unverkennbarer Nachahmer. Seitdem hat er sich aber in selbständigen, eigner Lebenserfahrung entstammten Werken: »1^ coni'86 ^lamort«, welches in der 1884 von ihm gegründeten »Revus contem-P01Ä1U6« erschien, und in der sittlichen Ergänzung desselben, »1.6 86U8 äs 1a. vi6« (1889), von diesem Druck befreit und vielleicht zu der Beschleunigung der idealistischen Reaktion, die sich in der jungen Schriftstellerwelt Bahn bricht, beigetragen. Nach dem Eingehen der »R6VU6 ^cmtempoi'Hink« (1886) erhielt er einen Ruf als Professor der vergleichenden Litteratur an die Genfer Universität als Nachfolger Marc Monniers. In seinen zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten bringt er besonders auch den deutschen Kulturbestrebungen und deutschem Schrifttum sympathisches Verständnis entgegen. Ein Teil seiner Beiträge für Zeitschriften (>>^6inp8«, -OßdatL«, »K6VU6 I)i6U6«, >^0UV6116 H6VU6«, die »Vidliotk6ciu6 Uiiiv6i'86ii6« in Lausanne) ist unter dem Titel: »Vtuäe8 8ur i6XIX. 8iöei6« (1889) erschienen. Seine jüngsten Veröffentlichungen sind dieNovellen»8c6U68 ä6 1«. vik eo8M0i)o1it6« (1889) und der Roman »1.68 trm8 cwur8« (1890).
ModeValley (spr. rodd waltt), Teil des Pondolandes inSüdafrika,amUmzimvubufluß,deram30.Iuli1887
der britischen Kapkolonie einverleibt wurde, nachdem der .Häuptling Umquikcla der Amopondo durch einen
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