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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Solitaire - Sonne
den Flüssen Tas und Vaschkus. Sie sind meist Nomaden und stehen zum Teil unter der Oberhoheit der Chinesen, von denen lieU ly angha i genannt werden, zum Teil (ca. 13,000) leben sie auf sibirischem Gebiet.
^Solitaire, M., Pseudonym, s. Nürnberger (Bd. 17).
Solms-Laubach, Hermann, Graf zu, Votaniker, geb. 23. Dez. 1842 zu Laubach bei Gießen, studierte in Gießen und Berlin Naturwissenschaften und habilitierte sich, nachdem er in Freiburg und Genf noch spezielle botanische Studien gemacht und 1866 eine Studienreise nach Portugal unternommen hatte, 1868 an der Universität Halle als Dozent der Botanik. 1872 wurde er als außerordentlicher Professor nach Straßburg, 1879 als ordentlicher Professor und Direktor des botanischen Gartens nach Göttingen, 1888 aber in gleicher Eigenschaft nach Straßburg berufen. 1883 unternahm er eine wissenschaftliche Reise nach Java, von wo er im Sommer 1884 zurückkehrte. Graf Solms' wissenschaftliche Verdienste liegen auf dem Gebiet der Pflanzensystematik; in den letztern Jahren beschäftigte er sich mit besonderm Erfolg mit Untersuchungen fossiler formen. Er schrieb: »vs I^Ntkl'Äkg.O F6N6li8 p08iri«l)N6 8^8t.6M3.tica« (Dissertation, Verl. 1865); »Über den Bau und die Entwickelung der Ernährungsorgane parasitischer Phanerogamen« (das. 1867 - 68); »Über einige ge^5mte Vorkommnisse oxalsauren Kalkes in lebenden Zellmembranen« l Leipz. 1871); Die Familie der Lennoaceen< (Halle 1870); »Über den Bau der Samen in den Familien der.siaiÜ68ia.l-6a6 und H)'änorkoekk« (Leipz. 1874); Über monokotyle Embryonen mit scheitelbärtigem Vegetationspunkt«; »Über den Bau von Blüte und Frucht in der Familie der ?Hnäaime6ll6« (das. 1878); »Die Herkunft, Domestikation und Verbreitung des gewöhnlichen Feigenbaums« i Götting.IW^^Ooraliin«/ (Monographie dieser Gattung. Neapel 1881); »Die Geschlechterdifferenzierung bei den Feigenbäumen« (Leipz. 1885); »Einleitung in die Paläophytologie vom botanischen Standpunkt aus« (das. 1887); »Die Heimat und der Ursprung des kultivierten Melonenbaums, Oariog, ?ai^2« (das. 1889).
Sonne. Bezüglich der heliographischen Verteilung der Sonnenflecke lst seit 1854 durch drei elfjährige Fleckenperioden hindurch beobachtet worden, daß vor dem Minimum der Fleckenhäufigkeit nur in niedern Breiten Flecke auftreten und der alte Fleckenzug am Äquator aufhört, worauf in etwa 30" Breite ein neuer Fleckenzug beginnt; von da an vermindert sich während der neuen Periode allmählich die heliographische Breite der Flecke. Daß auch in frühern Zeiten bis zurück zum Jahr 1618 derselbe Verlauf der Erscheinungen sich vielfach wiederholt hat, ist durch die Untersuchungen von Spörer dargethan. Derselbe hat aber auch gefunden, daß während eines sehr langen Zeitraums, nämlich in der zweiten Hälfte des 17. bis zu Anfang des 18. Jahrh., wesentlich andre Verhältnisse auf der S. geherrscht zu haben scheinen. Wann der regelmäßige Gang der heliographischen Breiten wieder begonnen hat, ist allerdings nicht festgestellt; vielleicht geschah dies nach dem Minimum von 1713, wenigstens wurden nach demselben Flecke in höhern Breiten beobachtet. Spörer hat auch noch auf eine andle Unregelmäßigkeit in der Verteilung der Sonnenflecke aufmerksam gemacht.
In der mit dem Minimum von 1879 beginnenden Fleckenperiode haben sich seit November 1882 die Flecke überwiegend auf der Südhalbkugel der S. gezeigt, während in den beiden vorhergehenden Iah'
ren die meisten auf der Nordhalbkugel austraten.
Vorher hatte ein Vierteljahrhundert hindurch keine der beiden Halbkugeln hinsichtlich der Anzahl oder Größe der Flecke ein Übergewicht über die andre gehabt. Indessen ist diese Ungleichheit in der Verteilung auf die beiden Hemisphären keine ganz vereinzelte Erscheinung und sind mindestens noch zwei längere Zeiträume bekannt, in denen die Südhemisphäre der S. bei weitem steckenreicher war als die nördliche, nämlich die Jahre 1621-25, aus denen Beobachtungen von Scheiner vorliegen, und die Zeit von 1672 bis 1714, während welcher Periode nur 1705 einige Flecke auf der Nordseite des Sonnenäquators sichtbar wurden.
Während die Sonnenflecke sich mit um so geringerer Winkelgeschwindigkeit um die Achse der S. bewegen, je größer ihre heliographische Breite ist, findet bei den Sonnenfackeln eine solche Verschiedenheit nicht statt, wie Wilsing in Potsdam bei seiner Bestimmung der Rotationsdauer der S. mit Hilfe von Photographien von Fackeln gefunden hat. Der tägliche Rotationswinkel der Fackeln beträgt nämlich 14,2?", entsprechend einer Umdrehungszeit der S. von 25 Tagen 5 Stunden 28,5 Minuten, was ungefähr der Rotationsdauer der Flecke in 10" heliographischer Breite entspricht.
Wir müssen daraus schließen, daß die Kräfte, welche den Flecken ihre eigentümliche, der Rotation entgegengesetzte Bewegung erteilen, nur in einer obern atmosphärischen Schicht, in welcher sich auch die Flecke befinden, wirksam sind, während die zentrale Masse dee.
Sonnenkörpers wie ein fester Körper rotiert. Unter der Annahme, daß die Fackeln die Entstehungsstellen der Flecke bezeichnen, erklärt sich die oft beobachtete Erscheinung, daß die Längsrichtung der Fleckengruppen parallel zum Äquator ist, aus der verschiedenen Umdrehungsgeschwindigkeit der Fackeln und Flecke: der zuerst entstandene Fleck bleibt gegen die Fackel zu rück im Sinn der Rotation, die später entstehenden ordnen sich auf dem Parallelkreis der Fackel an. Daraus folgt zugleich, daß die später entstehenden Flecke sich westlich (im terrestrischen Sinn) von den ältern bilden.
Daß die bei totalen Sonnenfinsternissen zu beob achtende Korona nicht bloß ein optisches Phänomen ist, etwa durch Beugung des Sonnenlichts am Mondrand verursacht, sondern etwas wirklich in der Umgebung der S.Bestehendes, hat sich mit großer Sicherheit aus der Übereinstimmung der während der tota<' len Sonnenfinsternis am 1U. Aug. ^^ «87 in den verschied densten Gegenden Rußlands, von der Westgrenze bw zum Japanischen Meer erhaltenen Photographien und Handzeichnungen dieser Umhüllung der S. er^ geben, ohne daß nur indessen über das wahre Wesen derselben sichern Ausschluß erhalten haben. Iason^ derheit bleibt unentschieden, ob die Korona aus glühenden, in heftiger Bewegung bestehenden Gasmassen, oder ob sie aus unzähligen Mengen kleiner fester Körper, aus Meteorschwärmen, besteht, die uns reflektiertes Sonnenlicht zusenden. Dagegen haben die Beobachtungen während der erwähnten und während der am 1. Jan. 188K in Nordamerika sichtbaren totalen Sonnenfinsternis die auf Grund der Wahrnehmungen von 1867 und 1878 beobachtete Abhängigkeit der Gestalt der Korona vom Fleckenstand der S. bestätigt: bei beiden Finsternissen besaß die Korona die für die Zeit des Minimums der Fleckenhäufigkeit charakteristische Form, nämlich große Ausdehnung in der Richtung des Äquators und büschelförmige Struktur als Andeutung von Strömungen an den Polen.
Was die Beziehungen der Sonnenthätig, keit zu Erscheinungen auf der Erde anlangt.