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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Stadtlauge - Stanley
schichte des Volkes Israel« (Verl. 1881-88, 2 Bde.).
Seit 1881 gibt er die »Zeitschrift für alttestamentliche Wissenschaft« heraus.
-Stadtlauge, s. Abwässer (Vd. 17).
*Stägemann,2) M ax, Baritonsänger und Bühnenleiter, geb. 10. Mai 1843 im Bad Freienwalde, besuchte die Kreuzschule zu Dresden und darauf, mächtig angeregt durch seinen Oheim Emil Devrient, das Konservatorium daselbst, um sich der Bühne zu widmen, trat schon 1862 in Bremen als Schauspieler auf, bildete sich dann aber zum dramatischen Sänger aus, als welcher er der Hofbühne zu Hannover bereits vom nächsten Jahr an, seit 1865 als erster Baritonist, 13 Jahre lang angehörte. Unterstützt durch hervorragende, sympathische Stimmmittel u. geistvolles, durchdachtes Spiel, wußte er insbesondere die dämonischen Gestalten der Marschnerschen Opern (»HansHeiling«, »Vampir«) vollendet darzustellen; andre ausgezeichnete Rollen Stägemanns waren der Fliegende Holländer, Tell, Hans Sachs, Don Juan 2c. 1876-79 führte er die Direktion des Stadttheaters zu Königsberg i. Pr., lebte darauf, inzwischen zum königlich preußischen Kammersänger ernannt, als hochgeschätzter Konzertsänger und Gesanglehrer in Berlin und übernahm 1882 die Direktion des Stadttheaters zu Leipzig.
"Stä'hclin, 1) Johann Jakob, protest. Theolog, geb. 6. Mai 1797 zu Basel, studierte 1817-21 in Tübingen, habilitierte sich 1823 an der theologischen Fakultät zu Basel, woselbst er 1828 außerordentlicher, 1838 ordentlicher Professor der Theologie wurde und 28. Aug. 1875 starb. Unter seinen Schriften sind zu nennen: »Kritische Untersuchungen über die Genesis« (Basel 1830); »Kritische Untersuchungen über den Pentateuch, die Bücher Josua, Richter, Samuels u. der Könige« (Verl.1843); »Diemessianischen Weissagungen« (das. 1847); »Spezielle Einleitung in die kanonischen Bücher des Alten Testaments« (Elberf.
1862); »Das Leben Davids« (Berl 1866).
*2) Rudolf, protest. Theolog, geb. 22 Sept. 1841 zu Basel, studierte daselbst, in Berlin und in Tübingen, habilitierte sich, nachdem er als Pfarrer und Lehrer gewirkt, 1873 in Basel, wurde 1874 außerordentlicher, 1876 ordentlicher Professor der Theologie. Unter seinen Schriften nennen wir: »Erasmus' Stellung zur Reformation« (Basel 1873); -Karl Rud. Hagenbach« (das. 1875); »De Wette nach seiner theologischen Wirksamkeit und Bedeutung« (das. 1880); -H. Zwingli und sein Reformationswerk« (Halle 1884); »Briefe aus der Reformationszeit« (das. 1887).
^Stampfer, Simon von, Mathematiker und Geodät, geb. 28. Okt. 1792 zu Windisch'Manei in Tirol, arbeitete sich aus tiefer Armut empor, besuchte 1806 bis 1811 das Gymnasium und darauf das Lyceum in Salzburg, ward 1816 supplierender Lehrer an beiden Anstalten, 1819 Professor der Mathematik an der letztgenannten, 1825 Professor der praktischen Geometrie am polytechnischen Institut in Wien, trat 1848 in den Ruhestand und starb 10. Nov. 1864.
1816-19 beteiligte er sich mit v. Fallou, v. Myrbach u. a. an den Vermessungsarbeiten behufs Feststellung der Grenze zwischen Österreich und Bayern, sodann an den Längengradmessungen zwischen München, Wien, Ofen und Prag; hauptsächlich aber verdanken Theorie und Praxis des Nivellieren^ ihm wesentliche Förderung. Außer zahlreichen Abhandlungen in Fachjournalen schrieb er: »Tabellen zum Höhenmessen mit dem Barometer« (Salzb. 1818); >^Logarithmisch-trigonomelryche Tafeln (das. 1822; 13. Aufl., Wien 18ß4); »Theoretisch-praktische Anleitung zum
Nivellieren« (das. 1845; 8. Aufl., von Herr, 1877); »Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842« (das. 1842). Vgl. Herr, Simon S. (Wien 18^5).
"Stancarus, Franz, ital. Protestant, geb. 1501 zu Mantua, hielt sich, nachdem er Italien hatte verlassen müssen, in der Schweiz und in Polen auf und ward 1551 als Professor des Hebräischen in Kö nigsberg angestellt. Sofort behauptete er gegen Andreas Osiander, Christus sei nur nach seiner menschlichen Natur Mittler gewesen; nachdem seine Ste//mlg unhaltbar geworden, ging er in gleicher Eigenschaft nach Frankfurt a. O., wo er in Streit mit Andreas Musculus (s. d., Bd. 11) und Melanchthon geriet und 1553 weichen mußte. Er stellte sich nun in Ungarn u. Siebenbürgen, später auch wieder in Polen auf di^ Seite der Reformierten, stritt sowohl gegen Davidiö als gegen Calvin und Bullinger und starb nach einem unsteten Leben voller Händel 1574.
"Ttandford, Charles Villiers, engl. Komponist, geb. 30. Sept. 1852 zu Dublin, war Kompositionsschüler von O'Leary und Stewart, Gesangsschüler des Queen's College zu Cambridge, wurde 1873 Organist am Trinity College und 1874 Dirigent dec, Universitätsmusi N'ereins, setzte 1874-76 seme Konipositionostudien unter Reinecke in Leipzig und Kiel in Berlin fort und übernahm dann nneder die Leitung seines Vereins, den er zu großem Ansehen brachte. 1877 promovierte er zum H1a^i8t6i' knium.
Eine stattliche Reihe größerer Werke zeugt von der Schaffenskraft Standfords. Für die Bühne schrieb er die Opern: »Der verschleierte Prophet von Chorasan« (1881 zu Hannover in deutscher Bearbeitungvon Ernst Frank gegeben), »Savonarola« und die Musik zu Tennysons Drama »Königin Maria«. Für Orchester veröffentlichte er: eine Fe'stouuertüre, zwei Symphonien und eine Serenade, alle mit Beifall aufgenommen; außerdem eine Violinsonate und Cellosonate, ein Streichquartett, Klavierstücke, Lieder und Stücke für Klarinette und Klavier, kirchliche Gesangswerke:c.
^Ttanimaka (griech. Stenimachos), Kantonsort in Ostrumelien, 15 Km südöstlich von Philippopel, mit ca. 8000 Einw. (viele Griechen).
Stanley, 2) Henry Morton, Afrikareisender.
Als S. nach einem vier Monate beanspruchenden Marsch von Bunalaya, dem Lager des ermordeten Barttelot an: Aruwimi, mit seiner durch Krankheiten und .Hungersnot stark gelichteten Truppe 10. Dez. 1883 endlich das von ihm angelegte Fort Bodo am Oberlauf des hier Ikuri genannten Flusses wieder erreichte, empfing ihn die Nachricht von einer in Wadelai ausgebrochenen Meuterei, durch welche Schnitzer abgesetzt und zum Gefangenen der aufrührerischen ägyptischen Offiziere gemacht worden war.
(Vgl. Schnitzer, Bd. 17.) Und als letzterer endlich frei wurde, zögerte er, sich S. anzuschließen, bis dieser erklärte, daß er nur noch kurze Zelt warten könne,i dann aber nach Vernichtung der mitgebrachten Munitionsuorräte allein aufbrechen werde. Als dann! Schnitzer 13. Febr. 1889 mit einer großen Anzahl^ von Männern, Weibern und Kindern, die sich ihm angeschlossen hatten, in Stanleys Lager am Südwestufer des Albert Nnanza in zwei Dampfern ein! traf, schwoll die^rawane auf 1500 Köpfe. S. wählte^ den Weg zum Indischen Ozean, der ihm aus meiner! Reise im I. 1876 bereits zum größten Teil bekannt war. Am 8. Mai brach S. auf, indem er, südostwärts^ ziehend, den Semlili, den Ausfluß des Muta Nzige! oder, wie S. ihn taufte, des Albert Edward-Sees in den Mwutan oder Albert Nyanza, kreuzte und dem Ostufer des Muta N;me eine Strecke südwärts folgte,
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