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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Takamatsu - Tauenzien
thätigsten Anteil. In die Deputiertenkammer gewählt, schloß er sich hier der Linken an und war 1885-1887 Minister der Justiz und der Kulte im Ministerium Depretis; er schritt mit Energie gegen die Übergriffe und Gesetzwidrigkeiten der Kirche ein.
*Tatamatsu, Hafenstadt in der japan. Provinz Sanuki, auf der Insel Shikoku, am Binnenmeer, mit <i8^?) 37,6WEinw.; früher Residenz eines Daimio.
*Tataota, Stadt in der japan. Provinz Echiu, im zentralen Teil der Insel Nippon, hat l,8«4) 27,349 Einw., welche bedeutende Bronzeindustrie betreiben.
Talg wird mit billigern Fetten verfälscht, namentlich mit dem Stearin aus Vaumwollsamen- und Palmöl. Solche Beimischungen erbö'hen das spezifische Gewicht des Fettes bei 100". Schüttelt man 5 A flüssigen reinen T. mit 15 Tropfen Salpetersäure vom spez. Giw. 1,3^0, so bleibt er nach dem Erkalten farblos, bei Gegenwart von Baumwollsamenstearin wird er rot oder brcnm, durch Palmkernö'l gelb. Doch soll auch reiner, aber mit Blut- und Fleischresten verunreinigter T. ähnliche Reaktionen geben. Verfälschung mit destilliertem Wollfett erkennt man an der Gegenwart des Cholesterins. Man verseift mit Kalilauge und schüttelt die Seife mit Äther aus. Beim Verdampfen des letztern bleibt das Cholesterin zucäck, welches sich auf Zusatz von Salzsäure und Eisenchlorid violett färbt. Verfälschung mit Paraffin läßt sich leicht durch die Verseifungsprobe feststellen.
Am häufigsten ist eine Verfälschung mit Wasser.
Beim Schmelzen scheidet sich dasselbe ab und kann nach dem Erstarren des Talgs leicht von diesem getrennt werden. War Pottasche zugesetzt worden, um dem T. mehr Wasser einverleiben zu können, so scheid oet sich letzteres beim Schmelzen schwieriger ab und erscheint emulsionsartig trübe.
*Tanaift, in Schottland während der vormaligen Clanverfassung der Stellvertreter und Nachfolger des Clanhäuptlings (s. Clan, Bd. 4).
^Tandlchor (Tanjore), Distrikt der britisch-ind.
Präsidentschaft Madras, 9463 qkm (172 QM.) groß mit li88i)2.130,383Einw. (91,iProz. Hindu, 5,2Proz. Mohammedaner, 3,«n Proz. Christen). Von den 76F56 Christen sind 75,509 Inder, die Katholiken zählen «5,745, Lutheraner 2162, andre Protestanten 5299. Der Distrikt war der Schauplatz der ersten Missionsthätigkeit in Indien. Schon 1706 kamen, durch König Friedrich IV. von Dänemark entsandt, deutsche Missionäre hierher, die Niederlassungen wurden 1841 von der Leipziger Mission übernommen.
Englische Missionäre kamen 1778, katholische in der ersten Hälfte des 17. Jahrh, hierher. Der Distrikt, »on zahlreichen Armen des Kaweri und einem ausgedehnten Netzwerk von Kanälen bewässert, gilt als der Garten Indiens, bringt Reis in Fülle hervor, außerdem Ölsaaten, Gewürze, Zucker, Farbepflanzen.
Die gewerbliche Thätigkeit in Metallwaren, Seidenstoffen, Teppichen u. a. ist bedeutend.
^Tanga, Hafenplatz in Deutsch-Ostafrika auf hohem Nfer an der gleichnamigen Bucht, südlich von der Grenze gegen das englische Gebiet, mit 5000 Einw., welche ansehnlichen Karawanenhandel, namentlich mit Elfenbein, betreiben. In dem benachbarten Dorf Amboni am Muonifluß werden alle fünf Tage ansehnliche Märkte abgehalten. Der befestigte Ort wurde 1889 von den aufrührerischen Arabern gegen Wißmann verteidigt, ergab sich aber schnell, ohne daß die deutschen Truppen irgend welche Verluste erlitten.
*3apprnbrck, Hans, Afrikareisender, geb. 14.Jan.
1861 zu Wolsier bei Rathenow, erhielt seine militärische Ausbildung in der Kadettenanstalt zu Kulm, trat
als Fähnrich in ein Infanterreregiment, m dem er1880 zumLeutnant aufrückte. Mit Kund (s. d., Bd. 17) machte er als Mitglied der von der Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland unter Leutnant Schulze abgesandten Congoexvedition 1885 eine Forschungsreise in das südliche Congogebiet und 1887 im Auftrag der Reichsregierung in das noch unbekannte Land nordöstlich von der Camerunmündung. Eine dabei erhaltene.
Wunde zwang ihn, Ende Mai 18«8 in die Heimat zurückzukehren; doch verweilte er rmr wenige Monate, kehrte nach Camerun zurück und gründete auf einer neuen Expedition mit Kund zwischen den Flüssen Njong und S nagar die Station Exsumb, welche er nach der Rückkehr Kunds nach Europa mit 120Mann weiter führen sollte, starb jedoch schon 26. Juli 1889 in Camerun.
*Tarsaja, engl. Faktorei am Kap Iuby an der Küste von Nordwestafrika, auf dem noch unbesetzten Gebiet zwischen der Südgrenze von Marokko und der Nordgrenze des von Spanien hier in Anspruch genommenen Küstenstrichs, mit einem Fort auf dem dem Hafen einen sichern Schutz gewährenden Riff.
Der Platz wurde von den dortigen maurischen Stämmen 1878 an den Engländer Donald Mackenzie abgetreten, welcher die westliche Sahara unter Wasser zu setzen beabsichtigte, um eine Schiffahrtsstraße nach Timbuktu zu gewinnen. Es wurde darauf in England 1879 die ^oi-tli-VVest ^trioau Oom M»^ gegründet, aber schon im nächsten Jahr zerstörten die vom Sultan von Marokko, welcher eine Beeinträchtigung seines Handels fürchtete, aufgereizten Stämme die auf dem Festland errichtete Station. Doch erricht teten die Engländer auf dem Riff das oben erwähnte Fort, zu welchem die Bausteine teils von England, teils von den Kanarischen Inseln herbeigebracht wer^ den mußten. Die englische Regierung schritt nun ein, so daß die Gesellschaft nach zwei Jahren ihrk Operationen, die sich namentlich auf eine Lenkung des Handels von Adwar nach T. richteten, wieder aufnehmen konnte, ohne aber die Ausstellung eines Hoheitsrechte gewährenden Schutzbriefs zu erlangen
*Tattegrain (wr.tcut'gr.ing). Francis, franz. Maler, geb. 1852 zu Peronne (Somme), studierte die Rechtswissenschaft in Varis und promoviertedaselbst, besuchte aber zugleich die Ateliers von Lefebvre, Boulanger, Le Pic und Crauck mit solchem Erfolg, daß er schon 1675 und 1876 in den Salons mit Radierungen debütieren konnte. Von Kindheit an mit der See befreundet, war die Küste des Pas de Calais sein Hauptnudienfeld.
1879 erschien sein erstes hervorragendes Gemälde: die Heringsfischerei auf offener See, welchem 1880 die Rückkehr vom Fischfang und 1881 die Frau mit Strandgut folgten. In seinen nächsten Schöpfungen kehrte er die tragische Seite des kampferfüllten Fischerlebens hervor, so 1882 in: die Unsrigen sind verloren! und 1883 in dem tief ergreifenden Gemälde: die trauernden Fischer von Etaples, welche aus einem Wrack die L.iche eines Ertrunkenen heraustragen.
Dies Gemälde erhielt im Salon eine Medaille zweiter Klasse und auf der internationalen Kunstausstellung zu München eine gleiche Auszeichnung. Von seinen spätern Schöpfungen sind die hervorragendsten: die Genesende (1884), die Einwohner von Cassel in den Sümpfen von St.-Omer ergeben sich der Gnade Philipps des Guten (1887), die Trümmer des Dreimasters M^jestas (1888) und Ludwig XIV. an den Dünen (1889).
Tauenzien, Boguslaw Friedrich Emanuel, Graf T. von Wittenberg, preuß. General. Ihm zu Ehren wurde 1889 das 3. brandenburgische In-.