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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Tausch - Teleki
fanterieregtment Nr. 20 Infanterieregiment Graf T. von Wittenberg benannt.
^Tausch, Julius, Komponist und Klavierspieler, qcb. 15. April 1827 zu Dessau, erlnelt seine musikalische Ausbildung durch Fr. Schneider daselbst und am Konservatorium zu Leipzig, wirkte dann als Dirigent der Künstlerliedertafel in Düsseldorf und wurde 1855 als Schumanns Nachfolger zum städtischen Musikdirektor daselbst erwählt, welche Stellung er noch gegenwärtig bekleidet, seit 1868 mit dem Titel eines königlichen Musikdirektors. Von seinen Kompositionen sind zu erwähnen: die Musik zu Shakespeares "Was ihr wollt«, das Chorwerk »Germanenzug« (auf dem niederrheinischen Musikfest 1878 aufgeführt, ein »Ave Maria« für Sopransolo und Orchester, gemischte und Männerchöre, Duette für Sopran und Tenor, eine Festspielmusik (1877 bei Anwesenheit des Kaisers in Düsseldorf aufgeführt), Kammermusikwerke:c.
^Taujchanowitsck, Kosta, serb.Minister, geb. 1851 zu Alexinatz, besuchte das Gymnasium in Belgrad, studierte sodann in Prag und Heidelberg mehrere Jahre Land- und Volkswirtschaft, kämpfte'1876-77 gegen die Türken, war dann Teilhaber eines blühenden Tabaksgeschäfts in Belgrad und 1879 Lehrer der Landwirtschaft am Lehrerseminar daselbst sowie Redakteur eines landwirtschaftlichen Blattes. Er schloß sich der radikalen Partei an, war 1881 für kurze Zeit Mitglied der Skuptschina und wurde beim Ausbruch des Aufstandes der Radikalen im Timokthal verhaftet und zu achtjährigem Gefängnis verurteilt. 1885 begnadigt, aber an seiner Gesundheit schwer geschä^ diät, wurde er Präüdent der Landwirtschaftlich'en Gesellschaft und 1888 der großen Skuptschina. welche die neue Verfassung beschloß. Nach der Abdankung des Königs M'lan 1889 erhielt er das Ministerium des Innern. Er gehört zu den gemäßigten Mitgliedern der radikalen Partei.
Tausendfüßer (Mn riopoden) sind 1887 von Plateau auf ihre Sinnesfähigkeiten untersucht worden. Einige Arten sind völlig augenlos, die meisten besitzen wie die Spinnentiere nur einfache Punktaugen, deren Zahl aber von einigen wenigen bei einzelnen Arten sehr hoch steigt. So besitzt <IuIn8 lonäinsnsiä auf jeder Kopfseite 50 einfache Augen, die in 5 Reihen zu 10 Augen dicht hintereinander stehen und zwar so, daß die der hintern Reiben größer werden. Nur bei der südeuropäischen Spinnenassel (so Mi^era) sind Zusammengesetzte Augen beobachtet worden. Sie haben insgesamt die Eigentümlichkeit, sich, vom hellen Licht betroffen, schleunigst in Spalten zu verkriechen, und Plateau stellte nun vergleichende Untersuchungen darüber an, wie sich die verschiedenen Arten unter dem Einfluß eines hellen, der Wärmestrahlen beraubten Lichts verhielten. Unerwarteterweise ergab sich dabei, daß völlig augenlose T., wie ftenp Iiilu L- und O^ptoi 8-Arten, nach einer gewissen Zeit der Lichteinwirkung lim Mittel 3-5 Sekunden) ebenso ins Dunkle flüchteten wie die mit Augen versehenen, und letztere nicht einmal erheblich schneller als die augenlosen. Es scheint demnach, daß die letztern mit einer lichtempfindlichen Oberhaut versehen sind. Aber auch bei den mit Augen versehenen Arten ergab sich, daß dieselben sehr schlecht sehen und sich hauptsächlich durch die in beständiger Bewegung erhaltenen Fühler orientieren. Sie unterschieden nur lichtreiche Hindernisse auf ihrem Weg, hauptsächlich aber Lichtstrahlen von größerer Brechbarkeit, während rot bei ihnen der Dunkelheit verwandt erscheint. Für die Formen d?r Dm H?. schienen sie kein Erfenmmgsvermögen zu
besitzen, dagegen schienen manche von ilmen gröker? Bewegungen wahrnmebmen. Merkwürdig war die durch denselben Beobachter festgestellte Lebenszähia, keit einzelner Kö'rvcrabschnitte, die in feuchter Luft tagelang reizempfänglich blieben. Ein getöteter großer tropischer Skolopender (seol07,61^1-3. 8N> spi! nip68), der mit Trcibhcmserde nach Brüssel gekom! men war, lebte in den hintern unverletzten Ringen noch weiter, als der vordere Teil des Körpers schon völlig ausgetrocknet war.
»Tautrnhalin, Joseph, Medailleur und Bildhauer, geb. 5. Mai 1837 zu Wien, studierte seit 1854 auf der dortigen Kunstakademie, besonders unter dem Bildhauer Professor Bauer, trat 1860 als Schüler in die.
Graveurakademie des kaiserlichen Münzamtes und wurde bereits 1862 zum ersten Münzgraveur ernannt.
Nach der Rückkehr von einer längern Studienreise, durch Italien, Frankreich und England wurde er 1873 k.k.Münz- und Medaillengraveur und Professor an der Akademie der bildenden Künste. Außer einer großen Zahl von durch sichere Beherrschung des Neliefstils und klassischen Adel der Form ausgezeichneten Medaillen, unter welch.n die auf die Krönung Franz Josephs zum König von Ungarn, auf die Vermählung der Erzherzogin Gisela, des Kronprinzen Rudolf und die silberne Hochzeit des Kaiserpaars, auf Erzherzoq Albrecht, Admiral Tegettboff, H.Laube, Dombaumeister Schmidt, Minister Gautsch, auf die Jubiläumsfeier der Befreiung Wiens von den Türken und die Enthüllung oes Kaiser Maximiliansdenk! mals in Trieft hervorzuheben sind, hat er einen Rundl schild mit dem Kampf der Kentauren und Lapithen' in Flachrelief und eine Fruchtschale mit dem Raubz und der Rückkehr der Proserpina modelliert, welche! im Auftrag des Kaisers in Silber gegossen wurden,! Auch auf dem Gebiet der Plastik großen Stils hat er sich durch eine Giebelgruppe: Geburt der Athene, und die Statuen Alexanders d. Gr.und des Augustus für die Universität und die Statuen des Solon, Lykurg, Servius Tullius und Appius Claudius für da5 Parlamentsgebäude in Wien bewährt. In diesen Schöpfungen schließt er sich ebenfalls an die Einfachheit des antiken Stils an. T. besitzt die kleine goldene Medaille der Berliner Ausstellung.
^Taylor lspr. t.hler), 5) John, engl. Philolog, geb.
1703 zu Shrewsbury, studierte in Cambridge, wurde 1730 Fellow im John's College daselbst und 1732 Bibliothekar, 1737 Geistlicher an der Paulskirche in London und starb dort 4. April 1766. Er lieferte! Gesamtausgaben des Lysias (Lond. 1739; kleinere Ausg., Cambr. 1740) sowie des Demosthenes, Äschines/ Dinarch und Demades (das 1748 -57, 3 Bde.). außerdem Einzelausgaben von Demosthenes' »I<6ptiü6Ä« (Lond. 174l), Demosthenes' »Hliäiaua« und Lykurgs > I<6ooi'Ät6a« (Cambr. 1743) u. a.
*Telcti,3) Samuel, Graf T. von Szek, Afrikareisender, geb. 1845 in Siebenbürgen, studiertem Güt! tinqen und Berlin, um sich später der Verwaltung seines großen Grundbesitzes zu widmen. Er unternahm mit dem österreich. Linienschiffsleutnant Höhne! Ende 1886 eine Reise zur Erforschung des Kilima Ndscharo Geöiets, ging über Aden lwch Sansibar, von wo er Ende Januar 1887 mit 400 Trägern aufbrach und 30. März Taveta am Fuß des Kilima Ndschaw erreichte. Nachdem der westlich gelegene Meruberg besucht und der Kilima Ndscharo bis zur Schnee grenze bestiegen worden war, zog T. mit 260 wohl bewaffneten Vealeitern durch das übel berüchtigt? Kikujuland 8. Oktover zum Fuß des Kenia, welchen T-, da Höhnel erkrankt war, allein bis zu 4500 m
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