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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Tisza - Titel und Titelunwesen
dte sich durch Gelehrsamkeit auszeichnen, die Eleganz der Darstellung aber durchaus vermissen lassen, nennen wir: »InKu6ii<?6 eomi'ai-66 ä68 cioFme8 äu z)^^»ni8N6 et äu clu'isriamsmk 8ur 13. aloi^Ie (1828); »Ooni-8 6l6M6Ntail6 äe lüiiloso^Iiik < (1840, 4. Aufl. 1869); »Llkiquö, 0'i la soißnos äes mwln'8< (1840); »Hi8ts)ir6ad!'6F66ä6i^i)kii08s»pIii6 (I8M; ^Mtii-opo1oFi6 8peou1ativ6 F6N6rai6< (1843, 2 Bde.); »Usäiratioiis M0lai68« (1860); 1.6 äl oit s»6ni^i, etc.; introtinetion plil1o80pliiqu6< (18»i0,2Bde.; 2.Aufl. 1880); »I.Hvi6aHN8l'twmm6«(1861.2Tle.); lur^ot, 8H V16, 80N 3(1imni8t>ati0il 6d 368 Häver-8air68« (1862, preisgekrönt); »I/Huiimsm6 et 868 lu1v6l83.ii'68« (1863); »I^'il.nimi8M^, t)U Ia matiöre et l'e8pi-it, eto.« (1865); >^88ni ä6 lo Ficine od^ective« (1867); »I/ima^ination, 86s di6lilait8 ed 868 655«.r6M6nt8« (1868); >>?rmoji)68 än liloit puliiie« (1872,2Tle.);»Iitti-0(iu^ti0n plni08ttp!iicin6 Ki'stnäe äu liwit p6l,a1 (1874), 6u äloit prive« (1875); »lntroän^tion ki^tnriciue a 1'6tnä6 clu clioit< (!875);
^ktulis C0Il8iä6r66 8urwut <la«8 8681-^^01-18 3^60
Ia p8^cdoi0^i6N0rmnl6«(1876, preisgekrönt), >1tl. .louikw^, 5k vis et 868 6ci-it8" (1875); »?s^H0-In^w c0mpHr66«(1878). Ein Hauptverdiensterwarb sich T., dem gegenüber die Anhänger V. Cousins von Anfang an eine feindliche Stellung eingenommen hatten, als erster Übersetzer der Hauptwerke Kants (1830 - 43, 5 Bde.); auch übersetzte er Ritters »Geschichte der Philosophie« (1835), Lessings Erziehung des Menschengeschlechts« u. a.
^5) Charles Joseph, Diplomat und Archäolog, Sohn des vorigen, geb. 29. Aug. 18i^8 zu Dijon, besuchte das Lycee Charlemagne zu Paris, studierte in Dijon die Rechte, trat 1848 in die neugestiftete Ocole (l'aäluini8ti'iUi0n, wurde 1849 im Ministerium der öffentlichen Angelegenheiten angestellt, ging 1852 als Konsulatsbeamter nach Tunis, wo er die Al^ tertümer des Landes in mehrfachen Wanderungen durchforschte, verwaltete seit 1857 die Konsulate von Corogna in Spanien, von Saloniki, Adrianopel, Mostar, Iassn, wurde 1864 erster Botschaftssekretär in Konstantinopel, 1866 politischer Uliterolrektor im Ministerium der öffentlichen Angelegenheiten, 1869 erster Botschaftssekretär in London, 1871 außerordentlicher Gesandter in Tanger, von wo er das Tingitanische Mauretanien auf das gründlichste bereiste, 1876 Gesandter in Athen, 1880 Botschafter in Konstantinopel, 1882 in London, schied 1883 wegen Kränklichkeit aus der diplomatischen Laufbahn und starb 2. Juli 1884 in Paris. 1876 zum korrespondierenden Mitglied der ^.eaciemik cies In8ciiplion8, 1880 zum Hi6inbl'6 iiki-6 derselben ernannt, war er seit März 1883 Vorsitzender der Oommi^ion arelisoio Fi Hue äe 1uni8ie. Seine epigraphischen Funde in Tunesien stellte er für den 8. Band des Berliner '>0orpu3 inscriptionum Iktinkruni' (Verl. 1881) zur Verfügung. Sonst heben wir hervor: >^6cli6i ell6« twr 1a. A60Fi'<!i>llie, ^c)inp5N'66 äe lg. Hiaui'etknie 'Nn Fitaiw« "(abgedruckt in den »Ziemoil 68 pi-6«6ntos par clivei'8 8avaM8 6tl-g.u^6i-8<, 1. Serie, Bd. 9, Par. 1877); »(FÜoFrap Iiik eompn.l'66 li6 1^piovin^6 roma.iu6 <!'^f.ique« (das. 1884-88, 2 Bde.; Bd. 2 und Atlas besorgt von S. Reinach); >^58t68 ci61». Pi-0vine6 i'0M3.in6 ä'^fl icine« (das. 1885).
Tisza, 1)KolomanT. von Borosjenö, ungar.
Staatsmann, nahm im März 1890 seine Entlassung als Ministerpräsident. Die großen Verdienste seiner staatsmännischen Thätigkeit bestehen im K.omitatsgesetz,in der Erneuerung des Ausgleichs mit Österreich nnd in der Ermöglichimg der bosnischen Okkupation.
"Titel und Titelunwcjen (Geschichtliches). Die
Entstehung eines ausgebildeten Rang- und Titelsystems gehört seit alten Zeiten zu den Eigentümlichkeiten despotisch regierter Staaten. Während in einem republikanischen Staatswesen die Anrede ^Bürger« (ll'iw^n) alle gemeinsamen Ehrenrechte einschließt und sogar die notwendigen Rangbezeichnungen durch diesen Beisatz (z.B. > Vürger-General«) gemindert werden dürfen, bringt ein entwickeltes Hofzeremoniell ein um so durchgebildeteres Tcteiwesen mit sich. mit je höhern Vorrechten die Person des Selbstherrschers ausgerüstet wurde. Die altägyptischen Könige begabten sich auf ihren Bau- und Denkmalsinschriften mit schier endlosen Titeln, und noch als Abglanz der alten Götterherrlichkeit erscheint Kaiser Nero (nach Dümichen) als Bciuherr des Tempels von Denderah als der von der Hathor mit Leben beschenkte gnädige Horus, der Sohn der Hathor, ... der vollkommene Sprößling des Ra, der Goldhorus ... die Sonne, der Herr der beiden Länder, der Beherrscher der Herrscher, der vom Ptah Erwählte und von der Isis Geliebte, der Sohn der Sonne, der Herr des Diadems 2c.« In den orientalischen Ländern lebt diese groteske Titelwut noch heute fort, und so nennt sich der von seinen Unterthanen als Gottheit verehrte Herrscher von Vlrma »der König der Könige, dem alle andern zu gehorchen haben, der Urheber des Lebens der Tiere, der Ordner der Jahreszeiten, der Herr von Ebbe und Flut der See, der Bruder der Sonne und König der 24 Sonnenschirme«. Der Titel des Schahs von Persien ist nicht viel kürzer und noch überschwenglicher. In Europa haben solche Ungeheuerlichkeiten nur am Hofe von Byzanz Eingang gefunden, und hier erwies sich bereits der Gründer dieses Hofs, Konstantin d. Gr., als der Schöpfer eines Titulaturenwesens, zu dem die spätern Zeiten kaum noch viel zuzufügen hatten. Die Beamten wurden in drei Klassen geteilt, in die Erlauchten (IIIu«ti-6«), Hochachtbaren (8p6o tabi!68) und die Sehr ehrenwerten (Olai-j^imi), welch letztern Titel in Rom die Konsuln geführt hatten. Dazu kamen noch die Titel ^<>lii1i88jmu8 für Familienangehörige und die untergeordneten Prädikate ?6l i6eU88imu8 und L^r6uiu8. Auch die Titel der Grafen ((Ü0mid68) und Herzöge (1)ue68) entstammen aus Konstantins Zeiten, und mit dem Theodosianischen Kodex (438) war die ganze politische Hierarchie vollendet. An der Spitze stand »unsre Göttlichkeit (vivinitas), d. b. der Kaiser, und Gratian bedrohte in einem besondern Gesetz diejenigen, welche die »göttlichen^ Vorschriften seines »göttlichen« Vaters in Bezug auf den Vorantritt der Hofchargen 2c. vernachlässigen würden, als der »Heiligtumsschändung« (8l^erij6ßi>) schuldig! In Titulaturen war Konstantin unerschöpflich gewesen, und wir begegnen hier Titeln, die man als »Eure Auf-Dichtigkeit«, »Eure Gravität«, »Eure Exzellenz^, Eure Eminenz«, »Eure erhabene und wunderbare Größe :c. übersetzen kann. Die Anrede der Untergebenen an den Kaiser begann mit »Eure Ewigkeit«
! (»Ve8ti'3> ?6,p6tuit38<). Selbst Theoderich d. Gr., welcher in Byzanz erzogen war, aber nicht einmal seinen Namen schreiben lernte, nalim den letztern Tltcl für sich in Anspruch. In den Stürmen der Völkerwanderung gingen die meisten dieser Prädikate wiederunter,! und der Titel »Seine Majestät^, den schon die altrömi^ schen Kaiser geführt hatten, wurde in Deutschland erst von Karl V., in Frankreich von Ludwig XI. und in England von Heinrich Vl N. wieder aufgenom-