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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Tongarewa - Transkaspische Eisenbahn
außerdem schrieb er mehrere Romane, Novellen und Erzählungen, meist in Zeitschriften veröffentlicht, in denen er insbesondere durch scharfe, realistische Charakteristik bedeutend erscheint. Seine im I. 1887 begonnene ästhetisch-kritische Zeitschrift > Iro^i^m«< »Litteratur«), in welcher er der realistischen Tendenz in der modernen Kritik ein Organ schaffen wollte, hatte keinen Bestand.
^Tonnarewa, Insel, s. Penrhyn (Vd. 17).
*Topsö, Wilhelm Sigurd, dän. Schriftsteller, geb. 1840, absolvierte 1865 das juristische Amtsexamen und war bereits als Student Mitarbeiter des »Ok?di I, H«, für welches er seine ersten »Skizzen« (1863) zum Teil in Dickensscher Manier schrieb.
Die besten derselben sind: »Die Familie Taugenichts« ! und »Die Familie Habenichts«, in denen lächerliche! Figuren und gehaltlose Charaktere aus der dänischen ! 'Adelswelt mit satirischer Laune geschildert sind. ' bleichen Beifall fanden die Erzählungen: Lebens-! anschauungen« (1867) und »Iason mit dem Goldenen l Vlies« (2. Aufl. 1881), während seinen spätern Arbeiten: »Bilder aus der Gegenwart« (2. Aufl. 1884) und »Aus dem Studienbuch« (3. Aufl. 1884), nicht die gleiche Gunst zu teil wurde. Auch verösfentliclte er: »Reisebilder aus der Schweiz und Frankreich« l1871), »Aus Amerika« (1876), »Politische Porträtstudien« (1878> und das Schauspiel >^in)'ii<.Ii^6 i kM6,1iTkeä« (1881). Erstarb 11. Juli 1881.
"Torrens, William I. Mc Cullagh, engl. Politiker und Schriftsteller, geboren im Oktober 1813 zu Dublin (sein Vater hieß James Mc Cullagh; erst 1.863 nahm T. den Namen der Mutter an), studierte im Trinita College zu Dublin und praktizierte daselbst als Rechtsa'nwalt. 1835 gehörte er der für die irische Armenbill eingesetzten Untersuchungskommission an. 1846 war er Lord Tauntons Privatsekretär. 1848-52, dann wieder seit 1857 Mitglied des Unterhauses, hat er sich um das Zustandekommen verschiedener wichtiger sozialpolitischer Gesetze hervorragend verdient gemacht. (5r schrieb: ^ectni'68 c»n tkk 8tuä^ 0t' Iu8tor^« (1842); ^Inäu^tlial Ilistor^ ot' l'i'66 nations« (1846); >^I ko Iit'6 ot H. 1^. ^disi« i1855); »I^it6 anä tinis 8 ot' 8ii' ^uiu68 (^i^-Iiu N« (1863); »Ninpii6 in ^.8M. Iio^v ^v6 ^!rm6 d^ it: g. book ot' coiit68öi0ii8« (1872); »^I6muil8 ot William, 86couä Vi^ouut Hleidoui'i^« (1877, 2 Bde.); »I'iol 0n8u1 anci tiibuue. ^V^IIe^Ik^ anä 0'(^oniwilc (1880); »K.toi'iii ot' ^rocednik iu parlwment« (1881).
"Totes Geleise, ein Schienengeleise, welches mittels einer Weiche von einem Hauptgeleise sich abzweigt und durch eine aus Holz, Eisen oder Erde hergestellte Vorrichtung abgeschlossen wird. Man benutzt ein solches beim Rangieren der Züge, um Wagen beiseite zu stellen 2c.
-Tottmann, Albert, Musikschriftstellerund Komponist, geb. 31. Juli 1837 zu Zittau, bildete sich in Dresden im Violinspiel aus und ließ sich 1857 in Leipzig nieder, wo er zunächst als Violinspieler und Dirigent wirkte und gegenwärtig als Theoretiker und Musikschriftsteller thätig ist. Er veröffentlichte: "Führer durch den Violinunterricht«, kritisches Verzeichnis der Violin- und Bratschenlitteratur (2. Aufl., Leipz 1887); »Der Schulgesang und feine Bedeutung für die Verstandes- und Geinütsbildung der Jugend^ (das. 187iy; »Kurzgefaßter Abriß der Musik' geschichte (das. 1883,2 Tle.) Als Komponist hat sich T. namentlich durch seine Chorwerke, darunter die melodramatische Märchendichtung »Dornröschen^, in weitern Kreisen bekannt gemacht.
Meyer? Konv.Lexikon, 4. Aufl.. XVII, Vd.
^Townseno (svr. taunsen^), George Alfred, unter dem Namen Gath bekannter nordamerikan. Journalist, geb. 30. Jan. 1841 zu Georgetown in Delaware, widmete sich schon in früher Jugend journalistischer Thätigkeit, wurde 1862 Mitarbeiter des »^6>v Volk I^ralä«, 1864der New Iorker» XVol'iä und begleitete als Kriegskorrespondent die Unionsarmee. 1862 und 1866 bereiste er Europa, und seine von dort aus an englische und amerikanische Zeitungen gesandten Briefe erregten Aufsehen. Auch als öffentlicher Vorleser machte er sich in England und Amerika bekannt.
Er veröffentlichte: »^ami)^izn8 0f«.tt0N-e0mdg>t«.,lt^ (1865); >/ I?lib 8wi'^ ol tlw con^ii-ac^ a^ain Lt ttw ÜV68 of Ui6 6X60M1V6 ofücerL in tti6 ^Iiutßsi 3tkt65 in 1865"; »I'iitt real 1it6 of ^dinliam I>inoolN' (1867); »I.ji6 anä !)Httl68 ot l-aridi Mi« (1867); »IIi6 ^6^v World eompareä ^vitk sli6 01ä« (1868); Hloi ilwn triai3 at 8n1t-1^k6'< (1872); die rasch beliebt gewordenen gemütvollen >^ai68 ot'tke ^682.-p6Ä^.< (1880); »Dolikmian ^8« (1^81); »?l68i(lend Orom^veli«, Drama (1885); »X^ oi O^wotin ,, Novelle (1886), u. a. Auch einen Band Gedichte (1870) ließ er erscheinen.
"Toyama, Hauptstadt der japan. Provinz Echiu, im zentralen Teil der Insel Nippon, am Iiuzugawa, über den eine lange Schiffbrücke führt, 8 km von dessen Mündung ins Meer, mit us«?> 33,556 Einw.
*Trallökaspi Ichc Eisenbahn. Unter den in der neuesten Zeit vollendeten Eisenbahnen nimmt die von Uzna-Ada am ^aspischen Meer beginnende und in Samarkand in Turkistan endigende, vom General Annenlow (s. d., Bd. 17) erbaute, sogen. T E. in technischer, strategischer u. kommerzieller Beziehung eine hervorragende Stelle ein, da sie ungewöhnliche Schwierigkeiten in der Ausführung bot und sowohl dem Vordringen Rußlands in das Innere Asiens als auch seinen Handelsverbindungen mit den, vaupthandelsplätzen Turkistans, Bochara und Samarkand, Vorschub leistet.
Die Bahnstrecke von Michailowskaja am Kaspischen Meer nach Kisil Arwat, welche später wegen des be qucmern Umschlags des Schiffs- und Eisenbahn^ Verkehrs durch diejenige von Uzna-Ada nach Kisil-Arwat ersetzt wurde, führte durch eine Wüst? mit 70 bis 80 m hohen Hügeln aus äußerst beweglichem Sand, welche vor dem Beginn der Bauarbeiten durch Beschüttung mit in Salzwasser aufgelöstem Lehm, welcher aus der wegelosen Steppe herbeigeholt wer^ den mußte, befestigt wurde. Alles zum Bahnbau sowie zum Lebensbedürfnis der Menschen und Tiere Nötige mußte bls auf das Brennmaterial, welches sich in einem Naphtha enthaltenden Bezirk befand, aus weiter Ferne bezogen werden. Die Bauausführung wurde durch die Eisenbahntruppe bewirkt, welche nach dem Muster der 1870 für den deutsch-französischen Krieg geschaffenen Feldeisenbahn-Abteilung organisiert worden war. Die Vauschwierigkeiten der letzten Bahnstrecken waren mehr oder minder groß, jedoch durch die Beförderung aller Bedürfnisse auf der be reits fertigen Strecke erleichtert. Der Amu Darja-Strom, welcher durch seine Breite und die Veränderlichkeit seines Bettes den Weiterbau wesentlich eri schwerte, wurde mittels einer 1700 in langen, in Holz ausgeführten Brücke überschritten. Trotz aller Schwierigkeiten wurde die 12<.'0 ^m^m lange Bahn im Laufe von etwa drei Jahren vollendet. Auch der B.trieb der Bahn ist durch den Wassermangel, die Unbewohntheit weiter Landstriche und die Sandwehen sehr erschwert. Für den Bahnbewachungsdienst wurden in Entfernungen von je 13 km an der Bahn Kasernen errichtet, worin eine Anzahl von Bahnwärtern und
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