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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Tschernyschewskij - Tylman Susato
dann fm die Teppichfabrik von Becker u. Hofbauer daselbst, besuchte aber gleichzeitig die Akademie und trat in das Atelier des Professors Schrader ein.
Sein erstes Bild auf der Berliner Kunstausstellung ! versinnlichte eine Szene aus der Frithjofssage, dann ' entstanden Dornröschen, sechs dekorative Bilder aus Rübezahl für ein Speisezimmer, Schneewittchen und Oberon und Tüania. Mit einem Stipendium ging er nach Italien und beschickte von hier aus die Berliner Aufstellung mit Undine und Wilde Jagd. Anfang 1878 kehrte er nach Berlin zurück, wo er seitdem neben Märchenbildern vorzugsweise Bildnisse gemalt hat.
T»chernyschewstiz, Nikolai Gawrilo witsch, russ.
Schriftsteller, starb 29. Olt. 1880 in Saratow.
"Tschigoria (spr. .flürrin), Michael, berühmter Schachmeister, geb. 1851 zu St. Petersburg, schlug die diplomatische Laufbahn ein und bekleidete die Stellung eines Attaches, als die Neigung in ihm unwiderstehlich wurde, den Staatsdienst zu quittieren und das Schachspiel zum Beruf zu machen. Durch Veröffentlichungen in Schachorganen als starker Spieler bekannt, mit großen Turnierpreisen indessen noch nicht ausgezeichnet, erschien er 1881 auf dem Berliner Kongreß und bewährte sich daselbst recht gut, indem er zusammen mit Winawer den dritten und vierten Preis teilte und nur Blackburne und Zukertort vor sich ließ. Einen gleichen Erfolg hatte er 1883 in London zu verzeichnen, wo er hinter Zukertort, Steinitz und Blackburne als vierter Preisträger zählte und Meister wie Mackenzie, Mason, ! Englisch u. a. überflügelte. Einen Triumph andrer! Art brachte ihm der 1886^87 ausgefochtene Korre-! spondenz-Match zwischen Petersburg und London, den er für seine Vaterstadt leitete und siegreich beendete. Petersburg gewann die eine Partie und willigte in den Remisschluß der zweiten, doch bewies T. in einer ausgezeichneten gründlichen Analyse, daß ! auch das Endspiel dieser zweiten Partie für Rußland ! gewonnen werden mußte. 1889 war T. in Amerika; in Havana forderte er Steinitz zum Match, wobei er, «6^2 gegen 10 Gewinnspiele) mit Ehren unterlag, ! und begab sich sodann nach New Dork, wo ein Schachtampf von bisher noch nicht dagewesenen Dimen: swnen stattfand, am dem sich außer zahlreichen amerikanischen Spielern und T. selbst die Meister Blackburne. Bird, Gunsberg, Mason, Reiß u.a. beteiligten.
Am Schluß des langen Ringens standen T. und Weiß als Gleichberechtigte in der vordersten Reihe, und nachdem ein Stichkampf zwischen ihnen lediglich zu oier unentschiedenen Partien geführt, teilten sich die beiden in die Ehren des Aauptsiegs und die zwei grö, ten Preise (zusammen 1750 Dollar). 1890 spielte T. in Havana einen unentschiedenen Match mit dem ungarisch-engliichen Meister Gunsberg. Tschigorins Spielweise ist äußerst aggressiv, derjenigen von Morphy und Anderssen ähnlich, mitunter aber zur! Verwegenheit geneigt. Der 5!ust an glänzenden, jedoch nicht vollkommen korrekten Opfern legt der geistreiche russische Meister zur Zeit noch zu wenig Zügel un. Es stimmt hiermit zusammen, daß T. verhältnismäßig wenig unentschiedene Spiele macht; er gewinnt, aber verliert auch mehr als sein vorsichtiger Rew Jorker Siegesgenosse Max Weiß <s. d.. Bd. 17).
"Tlchingelput (Tschengalpat), Distrikt der bri' tisch-ind. Präsidentschaft Madras, 7360 qkin (133,7 QM.) groß mit (ivvl. 98l,381 Einw. (939,314 Hindu, 25,304 Mohammedaner, 16,774 meist katholische Christen). Der ganz eben? Distrikt wird von mehre ren im Sommer meist trocknen Flüssen ducchioa M und bringt meist nur dürftige Ernten hervor,- Hungersnot ist daher wiederholt aufgetreten. Die gleichnamige Hauptstadt hat 5617 Einw. u. besaß lange ein starkes, jetzt niedergelegtes Fort, welches zuerst den Briten wirksam widerstand, dann ein mächtiger Stützpunkt für sie war.
Tjchudi, 3) Johann Jakob von, Naturforscher und Reisender, starb 8.Okt. 1889 auf feiner Besitzung Iakobshof in Niederösterreich.
Tseng, D-Mong, Marquis von, chines. Diplomat, starb' 12. April 1890.
*Tiuyama, Hauptstadt der Provinz Mimasaka, im südwestlichen Teil der Insel Nippon, am Nakasa« gawa, mit 15,500 Einw., welche sich mit Baumwoll« weberei und -Färberei sowie mit der Fabrikation von Eisenwaren beschäftigen.
*Tua, Teresina,' Violinvirtuosin, geb. 22. Mai 1867 zu Turin als Tochter eines unbemittelten Musikers, kam mit sieben fahren nach Paris, wurde daselbst Schülerin von Massart am Konservatorium, errang dreimal die ersten Preise und unternahm seit 1^82 Konzertreisen durch Frankreich, Spanien, ^ialien und Deutschland. Sie erntete zunächst als Kind allgemeine Bewunderung, hat aber durch solides Weiterstreben sich die Anerkennung ihrer tüchtigen Künstlerschaft zu erhalten verstanden. Im November 1889 vermählte sie sich mit dein Musikschriftsteller Grafen Franchi-Verney della Valetta.
"Tulla, Johann Gottfried, Ingenieur, geb. 20. März 1770, studierte in Heidelberg Mathemank und Mechanik, besuchte dann die Bergbauschule zu Freiberg, ward 1797 in Baden als Ingenieur angestellt, 1813 zum Chef des Wasser- und Straßenbaues ernannt und starb 27. März 1828. T. ist der Gründer der badischen Ingenieurschule und wurde zur Projektierung und Begutachtung großer hydrotechnischer Unternehmungen auch des Auslandes (z.B. des ^inthkanals in der Schweiz) vielfach berufen. Sein verdienstlichstes Werk ist die 18 !2 von ihm angeregte planmäßige Kanalisierung und Vertiefung des Over-rheins, die seit 1818 nach seinen Plänen "ausgeführt ward. Markgraf Max von Baden ließ ihm auf seiner Besitzung Maxau ein Denkmal errichten.
*Tura, Cosimo, ita I.Maler, geboren zwischen 1420 und 1430 zu Ferrara, bildete sich wahrscheinlich bei Piero della Francesca und war seit 1451 vielfach im Die ste der Herzöge von Ferrara, Borso und Alfonso von Este, thätig. Die Thaten des erstern schilderte er 1469 in zwölf Fresken im Palazzo Schifanija zu Ferrara. 1473 malte er die Porträte von Alfonso und Beatrice von Este und schmückte 1481 des Her zogs Studierzimmer mit Bildern. Andre Gemälde religiösen Inhalts von ihm befinden sich m der städtischen Galerie zu Ferrara und in der Galerie Eona: bili daselbst. Eins seiner Hauptwerke, eine thronende Madonna mit dem Kind und.Heiligen, besitzt das Berliner Museum. Er starb zwischen 1494 und 1498.
Turtiftan, Forschungsreisen, s. Asien (Bd. 17).
"Tylman Susato, Komponist und Musikverleger, wahrscheinlich aus Westfalen gebürtig, wurde 1531 in Antwerpen Stadtmusikus und errichtete 1543 daselbst eine Musikdruckerei, aus welcher bis 1560 ^mutmaßlich das Todesjahr Tylman Susatos) eine Reihe wertvoller Sammelwerke hervorgegangen sind, enthaltend mehrstimmige Gesänge (ciiau.80li8) von italienischen, französischen und niederländischen Tonsetzern jener Z?it, unter welch letztern auch cr ehrenvoll vertreten ist.