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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Gentz; Genua

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Gentz - Genua.

macht, so daß der Große G. einen Chef, 3 Oberquartiermeister, 25 Abteilungschefs und Chefs bei den Generalkommandos und in größern Festungen und 117 Offiziere, Summa 146 Offiziere, im Nebenetat 58 Offiziere sowie 20 Stabsoffiziere als Linien- und Eisenbahnkommissare zählt. - In Frankreich ist durch Gesetz vom 6. Mai 1890 der G. neu organisiert worden; seine bisherige Einrichtung erhielt er durch Erlaß vom 12. März 1874, nach welchem er einen Teil des Kriegsministeriums bildete. Nach dem neuen Gesetz heißt er G. der Armee, und sein Chef führt den Titel: Chef des Generalstabs der Armee. Derselbe soll fortan durch einen Wechsel in der Person des Kriegsministers nicht berührt werden, ist aber dem Kriegsminister direkt unterstellt. Er tritt im Kriege als major général mit gleicher Stellung zum Befehlshaber der Hauptarmee. Der G. gliedert sich in 2 Abteilungen, von denen die eine für den Dienst im Felde bei den Armeen bestimmt ist, während die andre bei der Mobilmachung in ihrer Friedensverwendung dem Kriegsminister unter dessen Leitung verbleibt. Die Aufgaben des Generalstabs sind im allgemeinen dieselben wie die des deutschen. Der erste Chef wurde General Miribel. Dem G. ist durch Verfügung vom 15. Mai 1890 auch die kartographische Abteilung (Service géographique de l'armée, das frühere Depot de la guerre), welche bisher dem Kriegsminister direkt unterstellt war, als besondere Abteilung zugeteilt worden. 1889 besaßen 1097 Offiziere das Brevet als Generalstabsoffiziere, doch gehörte kaum ein Drittel derselben dem G. an.

Für die Generalstabsreisen sind in Deutschland 29. Nov. 1888 neue Bestimmungen erlassen worden; nach denselben finden jährlich statt: die große Generalstabsreise, die Korpsgeneralstabsreisen und die Festungsgeneralstabsreise. An der großen Generalstabsreise unter Leitung des Chefs des Generalstabs der Armee nehmen Offiziere des Großen Generalstabs, einschließlich der von Bayern, Sachsen und Württemberg, sowie 2 Generale, 2 Regimentskommandeure und einige Generalstabsoffiziere der Kommandobehörden teil; sie dauert in der Regel 21 Tage. Die Korpsgeneralstabsreisen finden in der Regel bei 9 Armeekorps unter Leitung der Generalstabschefs derselben statt. An denselben nehmen sämtliche Generalstabsoffiziere und besonders hierzu kommandierte Offiziere aller Waffen des Korpsbereichs sowie Lehrer der Kriegsschulen u. der Hauptkadettenanstalt teil. Als Maßstab dient, daß auf je 16 Kompanien, Eskadrons und Batterien ein Offizier kommandiert wird. Diese Generalstabsreisen finden innerhalb des Korpsbereichs statt und dauern in der Regel 17 Tage. Es findet jährlich nur eine Festungsgeneralstabsreise bei einem Armeekorps statt. Die Leitung derselben besteht aus dem Chef des Generalstabs des Armeekorps, je einem Stabsoffizier des Generalstabs, der Fußartillerie und des Ingenieurkorps und einem Intendanturbeamten. Zum Angriff unter Leitung eines Generalstabsoffiziers werden kommandiert je 2 Offiziere des Generalstabs, der Fußartillerie, des Ingenieurkorps, der Infanterie und ein Pionieroffizier, die gleiche Zahl unter Wegfall des letztern Offiziers für die Verteidigung. Die Übung dauert in der Regel 10 Tage. In Rußland finden jährlich in mehreren Militärbezirken Generalstabsreisen zur Fortbildung der Generalstabsoffiziere statt. - In der Türkei sind durch den Souschef des Generalstabs, Frh. v. d. Goltz Pascha, Generalstabsreisen eingeführt, die 1889 bei allen Armeekorps (Ordu), mit Ausnahme eines, stattfanden.

Gentz, 2) Wilhelm, Maler, starb 23. Aug. 1890 in Berlin.

Genua. Im Hafen von G. sind im J. 1889: 2462 beladene Schiffe von 2,528,809 Ton. im internationalen Verkehr und 2791 beladene Schiffe von 558,838 T. im Küstenverkehr eingelaufen, dagegen 1125 beladene Schiffe von 1,287,757 T. im internationalen und 1716 beladene Schiffe von 764,199 T. im Küstenverkehr ausgelaufen. Mit Einschluß der unbeladen ein- und ausgelaufenen Schiffe betrug der gesamte Schiffsverkehr im J. 1889: 14,745 Schiffe von 6,425,869 T. gegen 11,659 Schiffe von 5,998,404 T. im Vorjahr. Die Verkehrszunahme betrug daher 3086 Schiffe von 427,465 T. Von diesem Gesamttonnengehalt kamen auf die hauptsächlich vertretenen Flaggen und zwar:

^[Liste]

die italienische 2891961 Ton.

die britische 2265177 Ton.

die französische 339007 Ton.

die deutsche 323133 Ton.

die niederländische 249138 Ton.

die schwedisch-norwegische 100534 Ton.

Der Anteil der britischen und deutschen Flagge ist seit 10 Jahren im Steigen begriffen; ersterer hat sich verdoppelt, letzterer vervierfacht. Die französische Flagge dagegen ist seit 1885 von 880,000 auf 339,000 T. herabgegangen. Bemerkenswert ist der Aufschwung der niederländischen. Schiffahrt, welche sich von 1888 auf 1889 infolge Übertragung der Java-Linie von Marseille nach G. verdoppelt hat (die von und nach Java bestimmten niederländischen Dampfer legen nämlich nunmehr zweimal monatlich in G. an). Die für die neuen Hafenbauten bis Ende 1888 bestrittenen Kosten belaufen sich auf 63,6 Mill. Lire. Die lineare Entwickelung der Löschplätze und Docks zu Handelsoperationen beträgt 8497 m und wird bis zum Jahre 1892 aus 9581 m gebracht werden. Für die drei maritimen Bahnhöfe sind im Hafen doppelgeleisige Bahnen in einer Gesamtlänge von 32 km hergestellt worden. Das Auf- und Abladen der Güter geschieht zum großen Teil mittels 42 beweglicher hydraulischer Krane, 5 fixer und 6 Dampfkrane. Im Dezember 1889 sind die Petroleumreservoirs (4 große und kleine Rezipienten) dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. Der auswärtige Warenverkehr von G. belief sich im J. 1889 auf 2,47 Mill. T. im Werte von 538,76 Mill. Lire und übertrifft den Verkehr des Vorjahrs, der allerdings unter dem Zollkrieg mit Frankreich litt, um 0,23 Mill. T. und 109 Mill. L. Aber auch die Handelsbewegung des Jahres 1887 ist in der Gesamtheit wieder überschritten, so daß sich die durch die handelspolitischen Verhältnisse gegenüber Frankreich geschaffene Lage wieder auszugleichen scheint. Von der gesamten Handelsbewegung Italiens fällt auf G. etwa der fünfte Teil. Auf die Wareneinfuhr kamen im J. 1889: 2,25 Mill. T. im Werte von 404,34 Mill. L., auf die Ausfuhr nur 95,500 T. im Werte von 90,12 Mill. L., auf die Durchfuhr 125,900 T. und 44,3 Mill. L. G. ist eben ganz besonders Einfuhrhafen. Die Hauptartikel waren in der Einfuhr: Getreide und Mehl (96,8 Mill. L.), Baumwolle (84 Mill.), Steinkohlen (38,4 Mill.), Mineralien, Metalle und Metallwaren (31,3 Mill.), ferner chemische Produkte, Kaffee, Zucker, Petroleum, rohe Häute und Vieh; in der Ausfuhr Papier und Bücher (11,2 Mill.), Olivenöl (10,7 Mill.), Wein (8 Mill.) und Vieh (7,7 Mill. L.). Die Auswanderung über G. bewegt sich immer noch in großen Dimensionen. Im J. 1889 haben sich daselbst auf 119 italienischen Dam-^[folgende Seite]