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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kollmann; Köllner; Kolonialamt; Kolonialrat; Kolumbus; Kombinationsfiguren

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Kollmann - Kombinationsfiguren.

»Archiv für Litteraturgeschichte« und die Biographie »Bilderdyk, zyn Leven en zyne Werken« (Amsterd. 1891). Auch besorgte er Textausgaben von Samuel Coster (Haarlem 1883, mit Anmerkungen), von Stücken von Broeckhuizen (1883), Hooft (1884), Bredero (1885). K. lebt als Reallehrer in Amsterdam.

Kollmann, Julius, Anatom und Anthropolog, geb. 24. Febr. 1834 zu Holzheim b. Dillingen (Bayern), studierte in München und Berlin, promovierte 1859 auf Grund einer von der medizinischen Fakultät der Universität München gekrönten Preisschrift über den Verlauf der Lungen-Magennerven in der Bauchhöhle, habilitierte sich 1862 als Privatdozent der Anatomie an der Universität München, wurde 1870 daselbst außerordentlicher Professor mit dem Lehrauftrag für mikroskopische Anatomie und folgte 1878 einem Ruf als Professor der Anatomie nach Basel. K. lieferte zahlreiche wichtige Arbeiten über die Entwickelung der Zähne, der Bindesubstanz, namentlich bei wirbellosen Tieren (Mollusken), über die Entstehung des Blutes, die Körperform menschlicher und Wirbeltierembryos, die Rassenanatomie des Menschen, besonders der europäischen Menschenrassen. In seiner Abhandlung über das Überwintern von europäischen Frosch- und Tritonlarven und die Umwandlung des mexikanischen Axolotl wies er auf die seltsame und weitverbreitete Erscheinung der verlangsamten Entwickelung niederer und höherer Wirbeltiere zum erstenmal zusammenfassend hin. Auch schrieb er: »Mechanik des menschlichen Körpers« (Münch. 1874); »Plastische Anatomie des menschlichen Körpers« (Leipz. 1886) und gab einen »Atlas der allgemeinen tierischen Gewebelehre« (mit Heiling, das. 1862) heraus.

Köllner, Eduard, Männergesangskomponist, geb. 15. Juli 1839 zu Dobrilugk, Schüler von Fl. Geyer, Grell, Löschhorn und Schneider, lebt in Guben als Kantor der Stadt- und Hauptkirche und als Gesanglehrer am Gymnasium. K. veröffentliche Lieder für eine Stimme und viele gern gesungene Männerchöre, von denen eine »Festhymne zur 100jährigen Jubelfeier der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten Nordamerikas« mit einem Preise ausgezeichnet wurde.

Kolonialamt, (nicht offizielle) Bezeichnung für die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin, welch letzterer seit 1. April 1890 sämtliche im Auswärtigen Amte vorkommenden Angelegenheiten kolonialer Natur übertragen sind. Neben den bereits vorhandenen drei Abteilungen (politische, handelspolitische und Rechtsabteilung) ist die vierte (Kolonial-) Abteilung dazu berufen, in den eigentlichen Kolonialangelegenheiten unmittelbar unter der Verantwortlichkeit des Reichskanzlers zu fungieren, in dem der Abteilungsdirigent (seit 29. Juni 1890 Geheimer Legationsrat Kayser) dem Reichskanzler unmittelbar Vortrag erstattet und unter der Bezeichnung »Auswärtiges Amt, Kolonialabteilung« die von dieser Abteilung ausgehenden Schriftstücke selbst zeichnet. Soweit es sich dagegen um die allgemeine Politik und um die Beziehungen zu auswärtigen Staaten handelt, bleibt die Kolonialabteilung dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes unterstellt. Wie aus den Motiven zum Reichshaushaltsetat für das Jahr 1890/91 hervorgeht, soll auf diese Weise die völlige Loslösung der Kolonialsachen von dem Auswärtigen Amte angebahnt, mithin aus der Kolonialabteilung ein wirkliches K. werden. Als sachverständiger Beirat für koloniale Angelegenheiten ist der Kolonialabteilung ein Kolonialrat (s. d.) beigegeben.

Kolonialrat, eine der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes des Deutschen Reiches als sachverständiger Beirat für koloniale Angelegenheiten beigeordnete Körperschaft (s. Kolonialamt). Auf Grund eines kaiserlichen Erlasses vom 10. Okt. 1890 (Reichsgesetzblatt, S. 179) hat der Reichskanzler mittels Verfügung von ebendemselben Tage (Zentralblatt für das Deutsche Reich, S. 339 f.) die nötigen Ausführungsvorschriften in betreff des Kolonialrats erlassen. Die Mitglieder des Kolonialrats sollen hiernach vom Reichskanzler ernannt werden. Die mit einem kaiserlichen Schutzbrief ausgestatteten oder in den Schutzgebieten durch die Anlage wirtschaftlicher Unternehmungen von bedeutendem Umfang in Thätigkeit befindlichen Kolonialgesellschaften können aus ihrer Mitte Mitglieder für den K. in Vorschlag bringen; im übrigen erfolgt die Berufung der Mitglieder aus den Kreisen der Sachverständigen nach dem Ermessen des Reichskanzlers. Die Sitzungsperiode, für welche die Ernennung jeweilig erfolgt, beträgt ein Jahr. Der K. tritt auf Berufung des Reichskanzlers zusammen. Den Vorsitz führt der Leiter der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes oder der mit seiner Stellvertretung beauftragte Beamte der Kolonialabteilung. Der K. hat sein Gutachten über alle Angelegenheiten abzugeben, welche ihm von der Kolonialabteilung (Kolonialamt) überwiesen werden. Er kann aber auch über selbständige Anträge seiner Mitglieder Beschluß fassen. Der K. wählt aus seiner Mitte einen ständigen Ausschuß von drei Personen, welcher außerhalb der Sitzungen der Hauptversammlung von der Kolonialabteilung um sein Gutachten befragt werden kann. Mitglieder der Kolonialabteilung sowie Vertreter andrer Behörden können mit beratender Stimme den Sitzungen beiwohnen, wofern hierzu die Genehmigung des Reichskanzlers vorliegt. Die Mitglieder des Kolonialrats versehen ihr Amt als Ehrenamt, doch erhalten die auswärtigen eine ihren baren Auslagen entsprechende Vergütung.

Kolumbus, s. Amerikanistenkongreß, S. 19.

Kombinationsfiguren. Wenn ein an einem Ende befestigter, gerader Stab durch einen Stoß in Schwingungen versetzt wird, so bewegt er sich in der von ihm und der Stoßrichtung bestimmten Ebene. Erhält der auf diese Weise aus seiner Ruhelage gebrachte Stab einen neuen, aber seitwärts erfolgenden Impuls, so wird er jene Ebene verlassen, aber auch nicht lediglich dem neuen Stoße folgen, sondern einen Weg beschreiben, welchen man als die Schwingungskomponente beider Impulse bezeichnen kann. Dieser Weg ist, wie ohne weiteres einleuchtet, abhängig 1) von der Stärke (Geschwindigkeit) jedes Stoßes, 2) von dem Winkel zwischen beiden Stoßrichtungen, 3) von dem Zeitunterschiede zwischen dem ersten und zweiten Stoße. Da nun die Kenntnis dieses Weges für viele Zwecke der Physik von Wichtigkeit ist, so hat man einen Apparat konstruiert, welcher es ermöglicht, diesen Weg insofern graphisch darzustellen, als er die Projektion des obersten Punktes des schwingenden Stabes auf die zu ihm (in der Ruhelage) rechtwinkelige Ebene wiedergibt. Diesen Apparat zeigt die Figur S. 488. Auf einem durch vier Säulen B getragenen und genau horizontal gestellten Brette befindet sich an der einen schmalen Seite die Pendelstange D, mit welcher der anderseits an den Schnuren S aufgehängte Schreibtisch E in Verbindung steht. An der einen Breitseite des Brettes ist eine andre Pendelstange G so angeordnet, daß ihre Schwingungen sowohl rechtwinkelig zu D als auch in allen andern Winkeln rechts und links bis zu 45° erfolgen können; an diesem