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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Liebe - Linoleum.

Wirkung bedeutend stärker als bei andern Metallen, wohl deswegen, weil Platin die ultravioletten Strahlen besser absorbiert. Nimmt man als negative Elektrode die Oberfläche einer Flüssigkeit, so zeigt sich die Wirkung großer bei gefärbten, d. h. stark absorbierenden, Flüssigkeiten als bei farblosen. Am stärksten ist die Wirkung bei Nigrosinlösung.

Auch mit statischer Elektrizität geladene Leiter werden durch ultraviolettes Licht beeinflußt. Eine negativ geladene isolierte Zinkplatte verliert, wie Hallwachs gezeigt hat, von dem Lichte einer Bogenlampe getroffen, ihre Ladung sofort, bei positiver Ladung dagegen geschieht dies nur allmählich. Es ergibt sich ferner, daß bei dieser »lichtelektrischen Entladung« von der Oberfläche der Metallplatten negativ elektrische Teilchen abgestoßen werden, indem durch das ultraviolette Licht eine Zerstäubung des Metalls bewirkt und dessen Oberfläche rauh gemacht wird.

Hallwachs hat ferner nachgewiesen, daß isolierte und vorher zur Erde abgeleitete Metallplatten durch Bestrahlung mit ultraviolettem Lichte positiv elektrische Ladung annehmen. Diese »lichtelektrische Erregung« steht mit der »lichtelektrischen Entladung« derart im Zusammenhang, daß die Bestrahlung den Weggang der negativen Elektrizität von dem Leiter begünstigt und diesen positiv geladen zurückläßt.

Liebe, Ludwig, Komponist, geb. 26. Nov. 1819 zu Magdeburg, empfing seine musikalische Ausbildung durch Aug. Mühling, Wachsmann, Baldewein und Spohr, wirkte lange Zeit in Straßburg i. E. und London, jetzt in Konstanz. L. komponierte eine Oper (»Die Braut von Azola«), Kirchengesänge (Oratorium »Johannes«), Männerchöre und mehrere weitverbreitete Lieder für eine Singstimme (»Mein Heimatthal«, »Auf Wiedersehn« u. a.).

Lieber, Ernst, deutscher Politiker, geb. 16. Nov. 1838 zu Kamberg in Nassau, studierte 1858-61 in Würzburg, München, Bonn und Heidelberg Philosophie und Rechtswissenschaft, erwarb sich den juristischen Doktorgrad und lebt als Privatmann in Kamberg, wo er in der Kommunal- und Provinzialverwaltung mehrere Ämter bekleidet. Seit 1870 Mitglied des Abgeordnetenhauses, seit 1871 des Reichstags, schloß er sich der Zentrumspartei an und gehört zum demokratischen Flügel der Ultramontanen.

Liebrecht, Felix, Germanist, starb Anfang August 1890 in St.-Hubert.

Liechtenstein, 5) Alois, Prinz, legte im J. 1890 sein Abgeordnetenmandat nieder und zog sich aus persönlichen Rücksichten vom politischen Leben zurück, wurde aber 1891 bei den Neuwahlen als antisemitischer Kandidat in Wien wieder gewählt. - Zu Ehren des Feldmarschalls Joseph Wenzel Lorenz, Fürsten von L., erhielt 1888 das österreich. Korpsartillerieregiment Nr. 9 seinen Namen; das Dragonerregiment Nr. 10 wurde gleichzeitig nach dem Feldmarschall Johann Joseph, Fürsten von L., benannt.

Lieferscheine (Lieferzettel), an der Börse die bei der Ultimoregulierung vom Liquidationsbüreau ausgegebenen Anweisungen über Ablieferung von Stücken mit Bezeichnung derjenigen, an welche zu liefern ist. Wer von einem Papier mehr Stücke zu beziehen als zu liefern hat, fügt über den Nettobetrag der von ihm zu empfangenden Stücke seinem Skontro Empfangsbeläge bei, welche als L. an diejenigen ausgegeben werden, welche nach dem Nettoergebnis ihrer Skontri zu liefern haben.

Ligne, 1) Karl Joseph, Fürst von. Vgl. V. Du Bled, Le prince de L. et ses contemporains (Par. 1890).

Lincrusta, s. Linoleum.

Lindner, Gustav Adolf, österreich. Schulmann, geb. 11. März 1828 in Rozdalowitz (Böhmen), besuchte, in Jungbunzlau vorgebildet, die Universität Prag, auf die er nach kurzem Aufenthalt im bischöflichen Seminar zu Leitmeritz zurückkehrte, um Mathematik und Naturwissenschaft zu studieren. Hierauf wirkte er als Gymnasiallehrer in Trautenau und Gitschin, seit 1854 als Professor in Cilli (Steiermark), ward 1871 Direktor des deutschen Realgymnasiums zu Prachatitz, übernahm aber noch in demselben Jahre die Leitung der Lehrerbildungsanstalt zu Kuttenberg und wurde 1873 zum k. k. Schulrat ernannt. 1881 trat er als Professor der Pädagogik an die tschechische Universität zu Prag über und starb 15. Okt. 1887. In den philosophischen Voraussetzungen ging L. von Herbart aus. Unter Lindners zahlreichen Schriften sind hervorzuheben: »Lehrbuch der empirischen Psychologie« (Wien 1858, 9. Aufl. 1889) und »Lehrbuch der formalen Logik« (Graz 1861; 6. Aufl., Wien 1885); »Allgemeine Erziehungs- und Unterrichtslehre« (7. Aufl. von Fröhlich, das. 1891, 2 Bde.); »Encyklopädisches Handbuch der Erziehungskunde mit besonderer Berücksichtigung des Volksschulwesens« (das. 1885). Auch leitete L. die Pichlersche Sammlung: »Pädagogische Klassiker« bis zum 18. Bande. Nach seinem Tode erschien: »Grundriß der Pädagogik als Wissenschaft, im Anschluß an die Entwickelungslehre und Sociologie« (Wien 1889).

Linienkommissionen bestehen im Deutschen Reiche zu Altona, Berlin, Breslau, Bromberg, Dresden, Elberfeld, Erfurt, Hannover, Karlsruhe, Köln, Königsberg i. Pr., Ludwigshafen, Magdeburg, München, Sachsenhausen, Straßburg i. E.; sie stehen unter Leitung von Eisenbahn-Linienkommissaren, in der Regel Stabsoffiziere. In Österreich wurde 1889 jedem Korpskommando sowie dem Stationskommando in Triest ein Hauptmann als Eisenbahnlinienkommandant für die Truppenbeförderungen etc. zugeteilt.

Linoleum, welches aus einem genügend widerstandsfähigen Jutegewebe, der eigentlichen Linoleummasse und einer Farbendecke besteht, wird in der Weise hergestellt, daß man die Masse in bestimmter Dicke mit dem Gewebe durch Pressen verbindet und darauf mit Farben bedruckt. Die Masse selbst muß demgemäß knetbar, klebrig und derart zusammengesetzt sein, daß sie nach der Vereinigung mit dem Gewebe vollständig erhärtet, ohne spröde zu werden. Den Hauptbestandteil dieser Masse bildet Leinöl, welches bei gewisser Behandlung zu einer zähen Substanz austrocknet und dann mit festen Körpern (Harz, Korkpulver, Sägemehl etc.) ein knetbares Gemenge bildet, das durch weiteres Austrocknen die genannte Beschaffenheit annimmt. Das Austrocknen erfolgt durch Aufnahme von Sauerstoff und liefert oxydiertes Leinöl (Linoxyn), welches auch den Hauptbestandteil der schnell trocknenden Leinölfarben ausmacht. Walton kocht das Öl in offenen oder bedeckten Kesseln auf freiem Feuer bei 200-240° unter fortwährendem Umrühren mittels eines einfachen Rührwerkes, mischt es mit Bleizucker, erhitzt es auf 100-110° und pumpt es in ein hochstehendes Gefäß, dessen Boden siebartig durchlöchert ist. Durch die Sieblöcher fließt das Öl in einen kesselartigen Behälter, der von einem Luftstrom durchströmt wird, welcher den Ölregen rechtwinkelig kreuzt. Zwei Seiten dieses Behälters erhalten zur Unterstützung des Prozesses durch Licht Glaswände. Das unter dem Oxydationskessel sich ansammelnde, durch Wasserdampf von neuem erhitzte Öl gelangt wieder