Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Wind; Windischgrätz; Windthorst; Winkel; Winton; Wirtschaftsertrag

988

Wind - Wirtschaftsertrag.

lau und Berlin Philologie und demnächst noch in Leipzig Pädagogik, ward 1868 Ordinarius am städtischen Pädagogium zu Wien und Vorsteher der zu dieser Anstalt gehörigen Übungsschule, 1872 außerordentlicher Professor der Philosophie und Pädagogik an der Universität Prag, wo er 1877 zum ordentlichen Professor und zugleich Direktor des pädagogischen Seminars ernannt wurde. Von 1878 bis 1883 war er im Nebenamt Mitglied des Landesschulrats für Böhmen. W. ist einer der bedeutendsten Vertreter des Herbartschen Standpunktes, den er jedoch in freier Weise auffaßt. Er schrieb: »De figuris grammaticis« (Berl. 1862); »Die Odyssee im erziehenden Unterricht« (Leipz. 1868); »Pädagogische Vorträge« (das. 1868, 2. Aufl. 1886); »Lesebuch aus Homer« (6. Aufl., das. 1889); »Lesebuch aus Herodot« (5. Aufl., das. 1890); »Didaktik als Bildungslehre nach ihren Beziehungen zur Sozialforschung und zur Geschichte der Bildung« (Braunschweig 1882-89, 2 Bde.). Außerdem gab er Herbarts »Pädagogische Schriften« (Leipz. 1873-75, 2 Bde., mit Einleitung und Anmerkungen) und Th. Waitz' »Allgemeine Pädagogik und kleinere Schriften« (2. Aufl., Braunschw. 1883) heraus. Vgl. Fricks Charakteristik der Didaktik O. Willmanns in dessen »Lehrproben und Lehrgängen«, Heft 23 (Halle 1890); Kolatschek, Das Wiener Pädagogium 1868-81 (Leipz. 1886).

Wind, Beobachtungen, s. Eiffelturm.

Windischgrätz, 1) Ludwig, Prinz zu, österreich. General, Sohn des Feldmarschalls Fürsten Alfred zu W., geb. 13. Mai 1830 zu Wien, wurde 1847 Kadett in der Kriegsmarine, trat 1848 als Leutnant in das 49. Infanterieregiment und machte als solcher den Feldzug in Italien, darauf als Oberleutnant den Feldzug in Ungarn mit, wo er sich bei Schemnitz und Kápolna besonders auszeichnete und zum Rittmeister vorrückte. 1858 wurde er Major, 1859 Oberstleutnant, 1865 Oberst, 1866 Kommandant des 2. Dragonerregiments, in welcher Stellung er am Feldzug gegen Preußen teilnahm und sich das Ritterkreuz des Leopoldordens erwarb. 1867 Kommandant des 14., 1868 des 13. Dragonerregiments, 1871 Brigadier, 1872 Generalmajor, 1876 Kommandant der 27. Infanterietruppen-Division, 1877 Feldmarschallleutnant, 1882 Militärkommandant und 1. Jan. 1883 Kommandant des 1. Korps in Krakau, 1887 Ritter des Goldenen Vlieses, 1888 General der Kavallerie geworden, wurde W. 1889 zum Kommandanten des 11. Korps und kommandierenden General in Lemberg ernannt. W. ist erbliches Mitglied der ungarischen Magnatentafel und seit 1883 Inhaber des 90. Infanterieregiments.

2) Joseph, Prinz zu W., österreich. General, Bruder des vorigen, geb. 23. Juni 1831 zu Prag, trat 1848 als Leutnant in ein Husarenregiment, nahm an den Feldzügen 1848 und 1849 in Ungarn und 1866 gegen Preußen teil, ward 1869 Oberst und Kommandant des 12. Husarenregiments, 1876 Kommandant der 16. Kavalleriebrigade, 1877 Generalmajor. 1879 erhielt er das Kommando der 29. Infanteriebrigade und 1881 das der 2. Infanterietruppendivision, ward 1882 Feldmarschallleutnant, 1887 Inhaber des 11. Husarenregiments, 1888 Kapitänleutnant, im Juni 1890 Kapitän der k. u. k. ersten Arcierenleibgarde. Im November 1890 wurde er zum General der Kavallerie befördert. Seit 1866 ist er vermählt mit der ehemaligen Tänzerin Marie Taglioni. - Sein Bruder August, Prinz zu W., geb. 24. Juli 1828, ist gegenwärtig Feldmarschallleutnant und Oberstsilberkämmerer des Kaisers.

Windthorst, Ludwig, ultramontaner Parteiführer, starb 14. März 1891 zu Berlin, gerade als er auf der Höhe seiner parlamentarischen Erfolge zu stehen schien. Mit großer Klugheit hatte W. nach den Wahlen vom Februar 1890, welche der Zentrumspartei die entscheidende Rolle im Reichstag verschafften, seine Partei bewogen, die Wünsche des Kaisers Wilhelm II. in Bezug auf die Geldforderungen für Heer, Flotte und Kolonien zu erfüllen, und sich dadurch den Dank des Kaisers erworben. Daher brachte die Regierung 1891 ein den Wünschen der Ultramontanen entsprechendes neues Sperrgeldergesetz ein, und Goßlers Bemühungen, das Zustandekommen und die Durchführung des Volksschulgesetzes zu beschleunigen, scheiterten, worauf er seine Entlassung nahm. Unmittelbar nach diesem Siege starb W.

Winkel, Jan te, niederländ. Sprachforscher und Litteraturhistoriker, geb. 16. Nov. 1847 zu Winkel, studierte in Leiden und Groningen und lebt seit 1877 als Gymnasiallehrer in Groningen. Er schrieb: »Maerlants werken, beschouwd als spiegel der dertiende eeuw« (Leid. 1877; 2. Aufl., Gent 1891); »Het kasteel in de 13^{e} eeuw« (Gron. 1879); »Blasius, en Vondel als Treurspeldichter« (Haarl. 1881); »De grammatische Figuren in het Nederlandsch« (Kuilenb. 1884); »Geschiedenis der Nederlandsche Letterkunde«, in 3 Bänden (Bd. 1, Haarl. 1887); »Bilderdijk, lotgenoot van Multatuli« (das. 1890); »Geschichte der niederländischen Sprache und Litteratur« (in Pauls »Grundriß der germanischen Philologie«). Mit H. E. Moltzer gibt er die »Bibliotheek van Middelnederlandsche Letterkunde« heraus, in welcher er selbst einige Bände (Torec, Moriaen, Esopet) bearbeitete.

Winton, Sir Francis Walter de, brit. Offizier, geb. 1835 aus einer alten wallisischen Familie, erzogen auf der Kriegsschule zu Woolwich, trat 1854 in die Armee ein und diente mit Auszeichnung im Krimkrieg, wurde 1860 zum Kapitän befördert und war 1860-65 Adjutant Sir W. F. Williams, des Oberbefehlshabers der britischen Truppen in Nordamerika. Dem Stabe des letztern gehörte er auch an, als Sir W. F. Williams 1865-67 Gouverneur von Neuschottland und 1870-72 Gouverneur von Gibraltar war. W. wurde 1872 zum Major befördert, war 1877-78 Militärattaché bei der englischen Botschaft in Konstantinopel und 1878-1883 Sekretär des Marquis von Lorne als Generalgouverneurs des Kanadischen Bundes. 1880 zum Oberstleutnant und 1884 zum Obersten befördert, kommandierte er 1884-85 das Militärdepot zu Newcastle upon Tyne; 1885 trat er als Generaladministrator des Congostaats in die Dienste des Königs Leopold von Belgien, verließ dieselben aber 1886 wieder und kehrte nach England zurück. Er wurde zum Hilfsgeneralquartiermeister beim Oberkommando der britischen Armee ernannt und zum Sekretär der Geographischen Gesellschaft erwählt, wirkte in letzterer Eigenschaft besonders für die Bildung der Expedition Stanleys zum Entsatz Emin Paschas, führte 1889 Verhandlungen mit der Regierung der Transvaalrepublik wegen der Verhältnisse des Swazilandes und wurde im Mai 1890 von der Britisch-Ostafrikanischen Gesellschaft zum Generalgouverneur ihrer afrikanischen Besitzungen ernannt.

Wirtschaftsertrag. Das Ziel der landwirtschaftlichen Unternehmung ist der nachhaltig größte Überschuß von dem Werte der gewonnenen Produkte über den Wert der verbrauchten Produktionsmittel, es ist daher in der Gleichung: W. (E) = Gutsrente