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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Gorst - Grassamenzucht
Gorst, Sir Iohn Eldon, engl. Staatsmann, wurde im November 1891 an Stelle Iacksons zum Finanzsekretär des Schatzamtes ernannt.
Goßler, Gustav von, ehemaliger preuß. Unter-richtsminister, wurde im Iuli 1891 zum Oberpräsi-deuten von Westpreußen ernannt.
Gotoinseln, Gruppe an der Westküste der javan. Insel Kiusiu, zur Provinz Hizen gehörig, besteht aus 5 größern felsigen Inseln (Fukaye-,Kuga-, Karu-, Wakamatsu- und Nakatsu-shima) und vielen kleinen, welche sich gegenüber Nagasaki zwischen 32° 50' und 33° 20' südl. Br. hinziehen. Neben einer wegen ihrer Räubereien berüchtigten Fischerbevölkerung leben hier ganz für sich in 60 Häusern die Nachkommen der in-folge der Shimabara- Revolution (1638) von Kiusiu gezüchteten Christen als Bauern und Iäger, welche jeden Monat ein Geschenk von Reis an die katholische Mission in Nagasaki schicken.
Gotâ Shojirâ, Graf, japan. Staatsmann, geb. 1838inTosa, nahm wie sein Landsmann Itagaki her-v orrugenden Anteil au der Niederwerfung der Shôc.n-natsherrschaft und an der Wiederaufrichtung der kai-serlichen Gewalt, trat nach demRestaurationskrieg in die neue Regierung ein und war eine Zeitlang Minister der öffentlichen Arbeiten. 1873 legte er dieses Amt wegen Meinungsdifferenzen mit seinen Kollegen im Kabinett, die gegen den Krieg mit Korea stimmten, nieder und zoa sich ins Privatleben zurück. Er wid-niete sich außer verschiedenen industriellen Unter-nehmungen, wie der Ausbeutung der Takashima-Kohlenmine, jetzt ganz der politischen Agitation sur Einführung einer parlamentarischen Regierung, ar-beitete verschiedene Denkschriften über diesen Gegen-stand aus und reiste 1882 mit Itagaki zum Zwecke politischer Studien nach Europa. 1884 wurde er vom Kaiser weaen seiner Verdienste um das Zustande-kommen der Restauration in den Grasenstand erhoben. 1888 gründete er eine politische Partei, die"Daidô.. Danketsu", die gegen dieVorherrschaft des Satsuma-
und Chôshu- Clans zu Felde zog, trat aber schon im
folgenden Iahre in das soeben von ihm auss heftigste bekämpfte Ministerium selbst als Verkehrsminister ein, welchen Posten er noch (1892) bekleidet.
Götz, Georg, klassischer Philolog, geb. 3. Nov.
1849 in Gompertshausen bei Heldburg in Sachsen-Meiningen, studierte 1870-73 in Leipzig. war dann Hauslehrer in Rußland und wurde 1875 Ad-jun....... an dem damals von der russischen Regierung
an der Leipziger Universität unterhaltenen Seminar, 1877 zugleich Privatdozent daselbst; 1879 wurde er außerordentlicher, 1880 ordentl. Professor in Iena. Von der großen Plautus-Ausgabe Ritschls lieferte G. mit Löwe Bearbeitungen der" .....sl11aria"(Leipz.1881),
des "Amphitruo" (1882) und des "Poenulus^ (1884),
allein des "Epidicus" (1878), "Curculio" (1879)
und der "Aulularia" (1882), sowie Neubearbeilungen des "Mercator" (1883), "Stichus" (1883), der "Bac-chldes" (1886), des "Pseudolus" (1887) und des
"Miles glorlosus" (1891). Er ist Mitherausgeber
des auf 9 Bände berechneten "Corpus glossarlorum latinorum" (Leipz. 1888 ff.).
Gräb, Paul, Maler, starb 4. Jan. 1892 in Berlin.
Granichstädten, Emil, dramatischer Schriftsteller
und Journalist, geb. 8. Iuli 1847 zu Wien, studierte
Rechtswissenschaft, wurde Hof- und Gerichtsadvo-kat in Wien, trat aber dann in die Redaktion der "Presse" ein, in der er noch gegenwärtig als Theater. referent und Feuilletonredakteur thätig ist. Seine vier einaktigen Lustspiel... "Galante Könige. Ein Lustspielabend" (Wien 1887) wurden im Burgtheater
mehrmals aufgeführt; in seinem Schauspiel ^Ein
gutes Haus" spielte Mitterwurzer (1889) die Haupt-
rolle im Deutschen Volkstheater zu Wien. G. ist
noch vielfach dramatisch thätig.
Gran.i,, 5) Iames Augustus, engl. Offizier und Reisender, starb 12. Febr. 1892 zu Nairn in Schottland. Granville, 2) Georg e Leveson-Gower, Graf,
^il. Staatsmann, starb 31. März 1891 in London.
Grassamenzucht. Mit der Aufnahme des kunst-lichen Fetdsutterbaues in den modernen Landwirt-schaftsbetrieb hat der Handel mit Grassamen, wel-cher durch die Thätigkeit der Samenkontrollstationen geregelt und überwacht wird, eine große Bedeutung erlangt. Demungeachtet kann es nur zu leicht ge-schehen, durch Kaufsamen, abgesehen von dessen nicht immer zuverlässiger Keimfähigkeit, lästige unkräuter auf die Felder einzuschleppen. Bei ausgedehntem Feldfutter- und Kunftwiesenbau erscheint es da-her geboten, wenn anders zusagende Verhältnisse vorliegen, den benötigten Grussamen selbst zu er. ^iehen. Dergleichen erscheint die Zucht von Gras-vmen für den Verkauf bei den meist hohen Preisen derselben für manche Gebiete sehr vorteilhaft. Bei geringem Samenbedarf begnügt man sich mit dem Absanimeln der .Gras^amen v.:)n Wiesen. Größere Samenmengen können dagegen von den Kleegras-saaten gewonnen werden, wenn dieselben abteilungs-weise zu verschiedenen Zeiten gemäht werden, um die nacheinander reifenden Samen verschiedener Grasarten zu erhalten. Ist z. B. eine Grasmischung aus Knaulgras, englischem Raigras und Wiesen-lieschgras zusammengesetzt, so erhält man bei der Mahd zu Ende Mai vorzugsweise die Samen vom Knaulgras, Mitte Juni die Samen vom englischen Raigras und Ende Iuni die Samen vom Liesch-gras. Handelt es sich um die Gewinnung von Ver-kaufsware, so sind eigne Grassamenschulen anzu-legen, wozu man geschützt gelegene, im guten Dün-gungs- und Kulturzustand befindliche Felder aus-zuwählen hat. Die einzelnen Abteilungen dieser Samenschulen sind durch Feldstreifen zu trennen, welche mit Getreide oder andern hochwachsendenKul-turpflanzen zu bestellen sind, um eine Vermengung der Samen durch Windverwehung zu verhüten. Die Aussaat der Grassamen erfolgt entweder rein oder mit einer pafsenden Kleeart als Schutzfrucht. Man wählt dazu am geeignetsten auf Wiesen gesammel-ten Samen, weil dieser wild wachsende Same er-. giebigere und dauerhaftere Pflanzen hervorbringt als kultivierter Samen. Die reifen Grassamen wer-den entweder mit der ganzen Pflanze geerntet oder zweckmäßiger nur die Rispen oder Ähren mit einem 50cm langen Halmftück abgeschnitten, während das Stehenbleibende zu Futter gemäht wird. Zu schnei-den ist, wenn die Mehrzahl der Samen zur vollen Reife gelangt ist, bei leichtausfallenden Grasarten muß jedoch früher zur Ernte geschritten werden. Das Nachreifen erfolgt am sichersten in Puppen, in wel-chen sich überdies das Samenftroh im besten Näl)r-wert erhält. Das in die Scheune einaefahrene Sa^ mengras wird durchschichtet mit Schlagen einge-lagert, um eine trockne Aufbewahrung zu erreichen. Die wertvollsten vollkörnigen Samen erhält man durch Ausschlaaen der Samenpflanzen oder .dnrch einen leichten Vordrusch. Werden die Äbren für sich geerntet, so werden dieselben in einen Sack gethan, welchen der Schnitter umhängen hat, und zu Hause auf der Tenne oder auf dem Kornboden getrocknet.
Die Samenzucht von Grasarten kann mit Vorteu nur in den für die betreffende Samenart günstigen