Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

471
Immergrüne Gehölze (geographische Verbreitung: nördliche Halbkugel)
teilungder Wärmeundder Niederschläge auf der Erde, so daß in der Pflanzengeographie die genannte Gewächsgruppe zu einer Gliederung der Vegetation in bestimmte, klimatisch und pflanzenbiologisch unterschiedene Zonen benutzt wird. Das zwischen der Baumgrenze und der Laubholzgrenze auf der nördlichen Halbkugel sich ausdehnende Ländergebiet wird vorzugsweise von winterharten Koniferen bewohnt (s. Nadelholzzone); noch über das Gebiet derselben hinaus greifen niedrige, zum Teil ebenfalls immergrüne Buschpflanzen (s. Arktische Flora). Der auf
Zoneder wärmeliebenden immergrünen Gehölze bezeichnet werden, obgleich derselbe auf den verschiedenen Festländern nicht ein lückenlos zusammenhängendes Gebiet überzieht, sondern in größere oder kleine, innerhalb desselben Kontinents oft weit getrennte Bezirke aufgelöst erscheint. Zu den immergrünen Gehölzen gehören auch zahlreiche modere Busch- und Gesträuchpflanzen, die oft sehr charakteristische, auch landschaftlich hervortretende Pflanzenbestände, so z. B. innerhalb der Laubholzzone die Heiden der europäisch-atlantischen Küste, bilden.
Von Europa fallen vorzugsweise die Mittelmeerländer nebst den zugehörigen Inseln, ferner der südlichste Teil der Krim und der Südabhang des Kaukasus, von Asien die Küstenstriche Kleinasiens und Syriens, von Nordafrika die Azoren und Kanaren sowie ein großer Teil der Küstenländer nördlich von der Sahara in das Gebiet der immergrünen Zone.
Die genannten Länder beherbergen eine in gewissen Zügen übereinstimmende Flora (Mittelmeer- oder Mediterranflora), für welche das Vorherrschen immergrüner Eichen sowie einer Reihe strauchartiger Lauraceen, Erikaceen, Myrtaceen u.a. charakteristisch ist. Klimatisch zeichnet sich das Gebiet durch kurze, milde Winter sowie reichliche Niederschläge im Frühjahr und Herbste bei großer Hitze und Dürre des Sommers aus,so daßdie Vegetationschonim Februar oder März zu neuem Leben erwacht, während der trocknen Jahreszeit stillsteht und erst im Herbste wieder von neuem beginnt; in dem südlichen Teil, etwa vom 40." nördl. Br. an, fällt die Regenzeit in den Winter, so daß nur zwei Jahreszeiten, eine trockne und eine nasse, zu unterscheiden sind. Die Steppenvegetation tritt im Mittelmeergebiet häusig zungen- oder inselartig zwischen die immergrünen Wald- und Buschbestände, so z. B. zwischen die nördlichen und südlichen Ketten des Atlas, ferner in Spanien am obern Tajo und der Guadiana, nördlich von der Sierra Nevada und am mittlern Ebro u. a. O. An: reinsten zeigt sich der atlantische Typus der Mittelmeerflora auf den Kanaren, die durch eine hier einheimische Dattelpalme (kliomiix ^ud^k), eine Tamariske Cl Hin^rix (HiiHriknsis) u. a. mit dem Orient, durch einige fleischige Wolfsmilchpflanzen (NupkoMa c^nari6ii8i8 u. a.) mit dem benachbarten Afrika verknüpft wird. Immergrüner Lorbeerwald (mit I^auruZ okuaril Msig, ?6r863. inclicn, Oi'ecx I^dn S) geht auf den Kanaren bis 1200 m, auf den Azoren bis 800 iu bergaufwärts; auf erstgenannten Inseln und auf Madeira gibt auch der Drachenbaum (vinL.^6iia. Vraco) ein eigentümliches Vegetationsbild. Über dem Lorbeerwald breiten sich Nadelhölzer (I>imi8 oa-U3.ri6u8i8) und Heidekrautsträucher (zahlreiche Arten von Nriea) aus; von letztern ist Ni'ica. ai'dorkk durch das ganze Mittelmeergebiet verbreitet und für eine bestimmte Buschvegetation desselben, die Maquisformation, charakteristisch; dieselbe setzt sich aus Myrten, Ciftrosen, Lorbeer, Oliven, Oleander, Ma stixsträuchern (?i.8ti^in,), Buchsbaum, ?1ii11^r6k, ^.ibutU8 und andern niedern tzolzpftanzen zusammen.
Eine Neihe von Eichenarten (Hu6leu8 ^02^, 811der u. a.) ist für das westliche, eine zweite Gruppe (H. ^6ß-ii0p8, mliesdouiea u.a.) für das östliche Mittelmeerbecken bezeichnend, andre Eichen (wie (j. Hex) kommen in beiden Gebieten vor. In Algerien beginnt unweit der Küste zunächst die Region der Oliven und etwas höher die der Korkeichen, weiter aufwärts (bis 1200 m) wachsen Zwergpalmen ((Hama6r0p8 Iininili8); letztere Art bildet in Südspanien ausgedehnte Gestrüppbestände, geht nordwärts bis Nizza, tritt auch auf den italienischen Inseln und in Griechenland auf, verschwindet aber weiter ostwärts. Über der Palmenregion Algeriens folgt ein Gürtel von Nadelhölzern (?ÜNI8 Ii5li6i)6ii8i8, (^Iiitris HMäliva1vi8), dann noch einmal Eichenwälder (Hu6rou8 Valiot H), und Zuletzt erscheinen bis 1900 m die atlantischen Zedern (<^6slru8 atlaiitiea,); letztere Gattung kehrt mit 0. liidani auch auf dem Taurus, dem Libanon und auf Cypern, noch weiter östlich mit 0. veodora im Himalaja wieder. Auch viele sommergrüne Lauböäume, wie die Edelkastanie, Buche, Ahornarten.
Walnuß, in Griechenland auch die dort einheimische Roßkastanie, nehmen im Mittelmeergebiet hervorragenden Anteil an der Zusammensetzung der Bergwälder, die bei etwa 1200 in zu beginnen und bei 2)00 bis 2400 in zu enden pflegen.
Ein zweites Ländergebiet, in welchem die immergrünen Gehölze mit eigenartigem Florencharakter auftreten, ist die Mandschurei nebst China und Japan; auch der östliche Himalaja in mittlern Höhen gehört floristisch dazu. Südwärts bildet hier überall die Tropenzone die Grenze, allein gegen Norden finden sich alle Abstufungen zwischen kühlen Klimaten mit sehr kalten Wintern und milden, für die immergrünen Gehölze günstigen Temperaturen; die Südgrenze des nordischen Eisbodens erreicht noch die Amurmündung, und erst vom 40." südlich sind die Winter gemäßigt. Die Wälder des Ussurigebiets (mit ^UAia.n8 niHQä8liui'io3., ?ii'U3 U88N11611818, <ZU6!'0U8 mon Folioa, u. a.) gehören noch der sommergrünen Zone an, desgleichen die des mittlern Japan (Jeso nebst einem Teil von Nippon) mit Buchen, Ahorn- und Walnuhbäumen, Eschen u.a.
In Nordchinasindl'llulo^viii^ii Qpei illiis, <Äi6äit8oIii3.
8111611818, Ol UlliM LuNF6i, ^.i1aMlU8 Aianäni089 80i>Ii01'3. M^ouica. und Vl0U880I16ti3. MPVI'itkra.
(Papiermaulbeerbaum) wichtige Charakterbäume aus Gattungen, deren Verbreitung nicht wie die der nordischen Laubholzzone zirkumpolar ist. Immergrüne Strauchformationen treten erst in dem südchinesischen Aergland als tonangebend hervor und werden hier von kamelienartigen Gewächsen (den Ternströmiaceen mit zahlreichen Arten von (^nisiiia., 1^163,, Lui^a) gebildet, von denen eine im wilden Zustand unbekannte Art (II16A o1iiii6N8i8) als Theestrauch kultiviert wird. Auch eine Palms (^i'nH^c^M8 6xcol8^) erreicht hier ihre Nordgrenze. Außerdem spielen im ostasiatischen Gebiete die Nadelhölzer eine wichtige Rolle, unter denen Arten von I>0äo(nrpu8, (H^inaso^Mri8, 1"Iii^0p8i8, O6pka.i0b3.xu8, ZoiNäoM^Z, ^0116^3. nur auf Japan, andre, zum Teil ihnen verwandte Spezies auch in China vorkommen; die durch ihre breiten Blätter auffallende <3iu^0 diloba ist in Japan und China aurin kultiviertem Zustand bekannt.
Innaher Beziehung zu denebengenannten Zapfenbäumen Ostasiens stehen die Koniferenwälder an der pazifischen Küste Nordamerikas in Kalifornien südlich vom 43." nördl. Br. Hier erscheinen die Zuckerkiefer