Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

549
Kotschinchina - Kraftversorgung
des Johanneums in Haniburg« (Verl. 1879); »Die Vivisektionsfrage» (Hanib. 1880); ^Ist die heutige Jugend der höhern Lehranstalten überbürdet?<> (das.
1881); »Gesundheitspflege im Mittelalter. Kulturgeschichtliche Studien nach Predigten des 14.-15. Jahrhunderts« (das. 1890). 1888 begründete er die »Zeitschrift für Schulgesundheitspflege«.
Kotschinchina. Die Bevölkerung betrug 31. Dez.
1889: 1,876,689 Seelen, sie bestand in erster Linie aus Anamiten (1,660,691), dann aus Kambodschern (136,910), Chinesen (56,988), Moi, Cham, Indern, Malaien, 2235 Franzosen und 183 andern Europäern. Die Einwanderung (besonders von Chinesen) ergab 1889 einen Überschuß über die Auswanderung von 71,499 Seelen. Über das Land und seine Verwendung für Kultur- und andre Zwecke sind eingehende Erhebungen gemacht worden. Danach beanspruchen von einer Gesamtfläche von 5,980,000 Hektar die landwirtschaftlich bebauten Flächen 1,063,646, Wald 865,862, Gebüsch 969,035, Gebirge, Sümpfe:c.
2,748,999, Salzseen 999 Hektar. Mit Reis waren bestellt 874,866, mit Kokospalmen 15,594, mit Bohnen 74,476 Hektar, andre bedeutendere Kulturen sind Mais, Arachiden, Bataten, Zuckerrohr, Tabak, Kohl, Indigo, von Fruchtbäumen in erster Linie Arekapal Ananas, Mangusten u. a. Dor vondel der Kolonie belief sich 1888 auf 100,306,334 Fr., 1889 auf 73,940,842 Fr. und 1890 auf 89,136,070 Fr., davon mit Frankreich 23,093,947(Einfuhr 11,500,000, Ausfuhr 1,593,947) Fr., mit fremden Ländern 676,042,123 (Einfuhr 27,800,000, Ausfuhr 48,242,123) Fr. Eingeführt werden vornehmlich Textilwaren, dann Metallfabrikate und Metalle, Kohle, Eßwaren, Papier, ausgeführt in erster Linie Reis, dann Fische, Metallwaren u. a. Es liefen 1889 ein: 381 (darunter 155 französische) Schiffe von 459 Ton., außerdem 1691 anamitische Barken von 39,416 T. und 30 chinesische Dschunken von 1463 T. Von den 5 Colleges sind 3 nüt 688 Schülern weltliche, 2 mit 255 Schülern geistliche Institute. Von Elementarschulen gab es 547, davon 512 mit 18,038 Knaben und 35 mit 2554 Mädchen. Die Einnahmen der Kolonie betrugen 7,371,169 Doll., davon Zölle 5,048,603, die Ausgaben 6,428,548 Doll. Eine Staatsschuld gibt es nicht. Die günstige Finanzlage dieser fran-Mischen Besitzung wird ausgenutzt, um den Defizits von Tongking zu Hilfe zu kommen. Über Posten und Telegraphen liegen für K. und Kambodscha gemeinsame Angaben vor. Die Post beförderte 18^6 durch 63 Ämter im innern Verkehr 422,430, im üußern 1,199,526, im Transit 117,539 Sendungen; die Einnahmen betrugen 189,386, die Ausgaben 2,147,978 Fr. Der Telegraph beförderte 1889'durch 70 Ämter auf 2385 km Linien mit 3694 km Drähten 118,734 interne, 21,806 internationale und 22,425 dienstliche Depeschen. Sine 71 km lange Eisenbahn oon Saigon nach Mytho steht im Betrieb. Ein französischer Leutnant-Gouverneur mit zwei Hauptadn^nytratoren der einheimischen Angelegenheiten i)at seinen Sitz in Saigon; ein französisches Korps oon 130 Offizieren und 3630 Mann steht in den
hauptplätzen.
' Kouäcs uou Mad (spr. -watsch), Georg, österreich.
General, geb. 2. April 1840 zu Paks in Ungarn, trat nach Absolvierung oer Genieakademie 1858 als Leutnant in das 3. Geniebataillon und nahm an den Feldzügen 1859 und als Generalstabsoffizier 1866 in Italien teil. 1871 in die ungarische Landwehr versetzt, rückte er in dieser in demselben Jahre zum Ma jor, 1875 zum Oberstleutnant, 1877 zum Obersten und Brigadier, 1883 zum Generalmajor vor, wurde 1886 Kommandant des 6. ungarischen Landwehrdistrikts zu Klausenburg, 1887 Feldmarschallleutnant, Ende 1889 Kommandant des 5. Distrikts zu Stuhlweißenburg, 1890 der 27., dann der 13. Infanterietruppen.
Division und im Oktober 1891 Stellvertreter des kommandierenden Generals des 2. Korps in Wien.
Kowalcwsli, Sophie (Sonja), Mathematikerin, geb. 1853 in Moskau als Tochter des Artilleriegenerals Corvin-Krukowski, verlebte ihre Jugend in einer kleinen Garnisonstadt Westrußlands und auf einem Gute ihres Vaters, von dem sie auch den ersten Unterricht empfing. Frühzeitig Waise, begann sie in noch jugendlichem Alter ihre Studien in St. Petersburg und ging 1869 an die Universität Heidelberg, wo sie das Studium der höhern Mathematik begann. Bald darauf kehrte sie als Gattin des Professors der Paläontologie K. wieder nach Moskau zurück, setzte aber 1871-74 ihre mathematischen Studien in Berlin unter Weierstraß fort und erwarb im Alter von 21 Jahren in Göttingen die philosophische Doktorwürde. Nachdem ihr Gatte 1883 gestorben, wurde ihr 1884 der Lehrstuhl der höhern Änalysis an der Hochschule in Stockholm übertragen, welchen sie bis zu ihrem Tode, 10. Febr. 1891, einnahm. Sie schrieb: »Zur Theorie der partiellen Differentialgleichungen« (»Journal für die reine und angewandte Mathematik«, Bd. 80, 1874); »Über die Deduktion einer Klasse Abelscher Integrale dritten Grades in elliptische Integrale« (»^.0tH Zi Htiiemn, tick ,, Bd. 4,1884), beide Abhandlungen im Anschluß an Weierstraß' Arbeiten; »Über die Fortpflanzung des Lichtes in einem kristallinischen Medium« (in den »Verhandlungen der schwedischen Akademie der Wissenschaften« und in den »^oiu Ms rsnäus«, Bd. 98, 1884); »Über einen besondern Fall des Problems der Rotation eines schweren Körpers um einen festen Punkt (»Memoiren der Pariser Akademie, 8avamz 6ti'5ug'6i'3«, Bd. 31,1888), welch letzterer Arbeit von der Pariser Akademie der Vaudinsche Preis zuerkannt wurde, den man wegen der außerordentlichen Leistung von 3000 auf 5000 Frank erhöhte. Auch auf andern Gebieten war Frau K. schriftstellerisch thätig; so hat sie (in einer russischen Revue) Erinnerungen aus ihrer Kindheit, in der schwedischen Zeitschrift »Xorii H'< den Anfang einer Novelle: »Vae Vi0ti8!« und in der »Xoräi^k ^iä8krift« unter dem Pseudonym Tan na Rerevski ein Bruchstück der Novelle »Die Familie der Worontsow<< veröffentlicht.
Kraftlierlorgung (Krafto erteilung). Die erste deutsche Druckluftanlage nach Poppschem System zur städtischen K. wird in Offenbach a. M. gebaut.
Dieselbe ist für 1000 Pferdekräfte berechnet, von denen jedoch vorläufig erst 500 zur Ausführung und Verwertung gelangen sollen. Unternehmerin ist die Kommanditgesellschaft für Poppsche Druckluftanlagen A. Riedinger u. Komp. in Augsburg, welche im Juni 1890 einen Vertrag mit der Stadtgemeinde Offenbach abgeschlossen hat und jetzt die Anlage erbaut. Nach diesem Vertrage sollen der Stadt durch die Herstellung und den Betrieb der Druckluftanlage keinerlei Kosten erwachsen. Jedem Grundstück, welches sich an einer mit Rohrnetz versehenen Straße befindet, hat die Unternehmerin nach Maßgabe der dem Vertrage beigefügten Abnahme, oedingungen zu liefern, wonach der höchste Preis der Druckluft für Verwendung in Motoren auf 1,2 Pf. und für anderweitige Verwertung auf 1,2 Pf. für Icdm, auf atmosphärische Spannung bezogen, festgesetzt ist.