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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Ölisolatoren - Oranje-Freistaat
Großherzogtums O. setzt Einnahme wie Ausgabe an für 1891 auf 2,481,000 Mk., für 1892 auf 2,468,000 Mk., für 1893 auf 2,522,000 Mk. Die Budgets der einzelnen Landesteile betragen für 1892:
Einnahme Ausgabe
Herzogtum Oldenburg. .. 5126100 Mk. 5088000 Mk.
Fürstentum Lübeck .. .. .. 567151 «« 676691 «
Fürstentum Birtenfcld. .. 484400 »» 575000 - '
Zusammen: 6177 651 Mk. 6939691 Es ergibt sich also ein Defizit von 762,040 Mk., das aus dem für 1891 vorausgesehenen Überschuß leicht zu decken ist. Die Hauptposten für alle drei Landesteile zusammen sind:
Einnahme n Ausgaben:
Mark Mark
Vom Staatsgut .. . 1298856 Mg. Landcsaufwand 732879
Inneres 1935 732
Verkehrseinnahmen ^ 1916350 Rechtspflege .. .. . 815083
Direkte Steuern .. . 2421190 Kultus u. Unterricht 1000074
Indirekte Steuern . 97 800 Finanzen ....
2366399
Vermischte Einnahmen 443955 Vermischte Ausgaben 89524
Zusammen:
6177651 Zusammen: 6939691
Die Schulden der einzelnen Gebiete betrugen 1891: des Herzogtums O. 37,950,000 Mk., des Fürstentums Lübeck'41,700 Mk., des Fürstentums Birkenftld 3677 Mk., zusammen 37,995,377 Mk.
Olisolatoren, s. Elektrische Leitungen.
Omorita, s. Fichte.
Oom, Frederico Augusto, portug. Konteradmiral und Astronom, geb. 4. Dez. 1830 zu Lissabon, war nach Absolvierung der Marineschule 1849-53 im praktischen Seedienst, 1853 - 56 wieder in Lissabon, wo er sich zum Hydrographen-Ingenieur ausbildete. Als man um diese Zeit die Errichtung einer Seewarte ersten Ranges in Lissabon plante, wurde O. nach Pulkowa gesandt, um sich dort unter Struve zum praktischen Astronomen auszubilden. Seine dortige Thätigkeit währte von 1858-63, nur unterbrochen durch seine Teilnahme an der englisch-russischen Expedition zur Beobachtung der Sonnenfinsternis vom 18. Juli 1860 in Bilboa. Nachdem er auf der Rückreise von Rußland die bedeutendsten Sternwarten uud optischen Institute Europas besucht hatte, leitete er den Van und die Einrichtung der Lissaboner Sternwarte, deren Direktor er 1878 wurde.
Unzureichende Mittel hemmten leider die Thätigkeit dieses Instituts und haben auch die Veröffentlichung der Arbeiten bis jetzt nicht gestattet. O. starb 24. Juli 1890.
Ophthalmometer. Die umständliche und schwierige Bestimmung einer abnormen Krümmung der Hornhaut im Auge soll das O. von Iaval und Schiötz vereinfachen. Die Bestimmung des Astigmatismus (s. d., Bd. 1) ist notwendig, um aus ihr ohne viel Probieren das für den betreffenden Patienten passende Brillenglas zu ermitteln, sowohl nach seiner Schärfe als nach der Schleifart, es kommt also bei einem solchen Apparat auch auf absolute Zuverlässigkeit an. Die beigegebene Skizze läßt die Methode der Arbeit mit dem Apparat erkennen. Das zu untersuchende Auge I> wird durch Verschiebung einer Kinnstütze genau in die optische Achse des Fernrohrs I' gebracht,' an dessen Okular das Auge ^^ des untersuchenden Arztes zu denken ist. N ist eine große kreisrunde Scheibe, welche von den Gasflammen 5, zu beiden Seiten von ? angeordnet, beleuchtet wird und auf der dem Arzte abgewandten Seite von Grad zu Grad oder in größern Zwischenräumen ausgezogene Radien (weiß auf schwarzen:
< V
Grunde) trägt, an welchen am Rande der Scheibe in Spiegelschrift die entsprechenden Gradzahlen aufgeschrieben sind. L ist ein durchgehender Metallbogen, welcher, um die Achse des Fernrohrs drehbar, auf alle Radien der Meridianscheibe 21 einstellbar ist.
Die Radien der Scheibe HI bilden nämlich, auf der Hornhaut abgespiegelt, die Meridiane für die -^s Pupille als Pol.
Auf dem Bogen L, dessen Krümmungsmittel- punkt die eben erwähnte Pupille ist, sind /^ I' zwei Schieber, 8 und 8i,mit aufgezeichneten beliebigen Figuren von scharfen Konturen angebracht. Auch die- Iavals Ophthalmomcter. se Figuren spiegeln sich auf dem Auge ab und werden durch Verschiebung von 8 und 8i in eine bestimmte gegenseitige Stellung gebracht. Sobald nun L um l' gedreht wird, wird auch in den meisten Fällen das Gesamtbild von 8 und 8, ein andres werden und erst durch Verschiebung des einen oder beider Schieber wiederhergestellt werden können. Aus der nunmehrigen Stellung läßt sich dann der Krümmungsradius der Hornhaut in dem jeweiligen Meridian bestimmen.
Oranje-Freistaat. Nach der Zählung vom 31.März 1890 beträgt die Zahl der Bevölkerung 207,503, wovon 77,716 Weiße (Holländer, Engländer, Deutsche) und 129,787 Farbige (Betschuanen, Hottentoten, Basutos, Korannas, Buschmänner u. a.). Von den Weißen sind 68,940 holländische Reformierte, 358 Angehörige der englischen Hochkirche, 753 Wesleyaner, 466 Katholiken, 113 Israeliten 2c. In Afrika waren geboren 74,953, in Europa 2549 weiße Personen. Die Hauptstadt Bloemfontein hat 2077 weiße und 1302 schwarze Einwohner. Für den öffentlichen Unterricht gab der Staat 1889:12,950Pfd. Sterl. aus; daneben thut die anglikanische Kirche, welche einen Bischof in Bloemfontein unterhält, sehr vielfür Schulen, ebenso die Wesleyaner und andre Missionsgesellschaften. Im Freistaat zählte man 1889: 6000 Farmen mit einem Gesamtareal von 11,796,205 Morgen (9,276,960 Hektar), davon aber nur 57,458 Morgen unter Kultur. Der Viehstapel betrug: 131,594 Pferde, 4117 Esel und Maulesel, 147,436Zugochsen, 404,575 Stück Zuchtvieh, 131,846 Kapschafe, 5,056,301 Merinoschafe, 426,535 Angoraziegen, 247,489 gewöhnliche Ziegen, 13,227 Schweine und 2253 Strauße. Doch geht die Ausfuhr von Straußfedern infolge Sinkens der Preise und Aufgebens der Straußfarmen stetig zurück. Die Preise von Land sind in Mngster Zeit auf das Doppelte gestiegen und Farmen wie Viehstand mit dem durch die Goldfelder des Transvaal und die einheimischen Diamantengruben erzielten Verdienst energisch verbessert worden. Man zählte 1889: 3048 Obstgärten und 868Weinberge mit 512,866 Weinstöcken und einen Ernteertrag von 92,780 Iil Weizen, 16,149 Iii Hafer, 16,030 lü Gerste, 99,118 Iii Mais, 20,818 lil Kartoffeln, 146,836 Pfd.
Tabak, 291,310 Pfd. getrockneten Früchten, 48,665 Ballen Wolle, 138,425 Fellen und 1057 Pfd. Straußfedern. Die Diamantengruben von Iagersfontein