Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Phototheodolit; Phototopographie; Physianthus albens Mart.; Pianell; Piemont; Pilatusbahn; Pilze

735

Phototheodolit - Pilze

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Photographie'

der Camera eine Zählvorrichtung q, welche die Zahl der gemachten Aufnahmen anzeigt; vor Gebrauch des Apparats ist dieselbe durch leichtes Hin- und Herbewegen des Hebels (nur um etwa 30°) auf 12 zu stellen. Die als letzte ins Magazin einzuhängende Kassette mit zwei Klötzchen auf jeder Seite (Schlußkassette) hat den Zweck, nach erfolgten zwölf Aufnahmen das weitere Wechseln und eventuelle Doppeltexponieren der ersten Platte zu verhindern.

Nach Gebrauch der Camera nimmt man im Dunkeln die Kassetten aus dem Apparat, wie oben angegeben, und entfernt die Platten aus den Kassetten am besten auf folgende Weise: Die einzelne Kassette wird unterhalb der 2 Klötzchen C und C1 (Fig. 12a) mit Daumen und Mittelfinger der rechten Hand (Blechseite gegen die hohle Hand und Feder A nach unten) gefaßt und die Feder A sachte mittels des kleinen Fingers aufgebogen, so daß die Platte in die untergehaltene linke Hand gleiten kann.

Neuerdings bemüht man sich, das Gewicht durch Einführung des Aluminiums als Material für Camera- und Objektivfassung noch mehr zu erleichtern (Hesekiel, Görtz-Berlin). Einen gewöhnlichen Apparat mit Dreifuß, Größe 9x12 cm, Gewicht 4 kg, und Hautwechselkassette kann man auf dem Rücken mühelos 5 Stunden tragen. Das Tragen in der Hand ist sehr unbequem.

Die Momentverschlüsse sind zumeist rotierende Lochscheiben, die durch Spiralfederkraft getrieben und pneumatisch oder durch Druck auf einen Sperrhebel ausgelöst werden. Abweichend hiervon ist der Momentverschluß nach Edwards von Anschütz, der sich dicht vor der Platte bewegt, wie bei der Loman-Camera. Dieser Verschluß (Fig. 13) besteht aus einer mit einem Schlitz versehenen Jalousie, die über Rollen läuft, welche durch Federkraft in Rotation versetzt werden, sobald man durch Druck auf einen Gummiball die Bremsvorrichtung auslöst.

Ein Übelstand aller bisher konstruierten Momentverschlüsse für photographische Objektive besteht darin, daß die Öffnung derselben einseitig stattfindet, d. h. daß entweder zuerst die Mitte oder zuerst der Rand des Objektivs Lichtstrahlen empfängt. Eine durchaus gleichzeitige Belichtung zu erreichen, ist allerdings aus naheliegenden Gründen unmöglich, Voigtländer hat gesucht, bei Konstruktion seines Verschlusses (Fig. 14 u. 14a) diesem Ziele möglichst nahe zu kommen, so zwar, daß die Öffnung allerdings in der Mitte, d. h. in der Achse des Objektivs, zuerst stattfindet, daß aber schon bei nur etwas fortschreitendem Öffnen sofort auch der Rand des Objektivs zur Wirkung gelangt, so daß das Objektiv mit oder ohne Verschluß unter denselben optischen Bedingungen arbeitet. Der Verschluß geht durch die Mitte des Objektivs, welches gewöhnlich aus zwei Linsen besteht (Doppelobjektiv). Die Handhabung ist eine äußerst einfache, und das Arbeiten durchaus sicher und ohne jede Erschütterung. Durch Drehen des kleinen Handgriffes A (Fig. 14) um 90° ist der Verschluß zum Gebrauch fertig und geschieht die Auslösung durch einen kräftigen Druck auf den Gummiball g. Die Dauer der Belichtung läßt sich mittels des gerändelten Bremsknopfes B nach Belieben regeln. Wird die größte Schnelligkeit gewünscht, so ist darauf zu achten, daß die Zahl 0 der Teilung an der Anschlagschraube steht; das Drehen des Knopfes um einen oder mehrere Teilstriche verlangsamt die Schnelligkeit nach und nach bis zu einer Zeitdauer von etwa 6 Sekunden. Hierbei empfiehlt es sich, einen andauernden Druck auf den Ball auszuüben. Soll dagegen mit einer noch längern ↔ Zeitdauer gearbeitet werden, so löse man die Bremsvorrichtung und drehe den kleinen Hebel C nach dem Kernpunkt a, die Sektoren werden sich nach erfolgter Auslösung dann nicht wieder schließen, sondern in der vollen Öffnung stehen bleiben, und erst ein zweiter Druck auf den Gummiball wird nach erfolgter Belichtung das Schließen vollziehen.

Die Preise der Geheimcameras sind außerordentlich verschieden. Sie schwanken zwischen 25 und 300 Mk. Die besten Apparate, welche mit vorzüglichen Objektiven, Momentverschlüssen mit veränderbarer Geschwindigkeit, Vorrichtungen zum Blendenwechseln etc. ausgerüstet sind, können natürlich nur für einen entsprechenden Preis geliefert werden.

Phototheodolit, s. Photogrammetrie

Phototopographie, s. Photogrammetrie

Physianthus albens Mart. (grausame Pflanze), eine Kletterpflanze aus der Familie der Asklepiadeen in Brasilien, welche seit 1830 bekannt ist, und deren Samen vor etwa 3 Jahren in den Handel gebracht wurde, besitzt in der Blüte einen eigentümlichen Apparat, welcher ihr den obigen Namen eingetragen hat. Die fünf Staubbeutel, deren Pollen wie bei allen Asklepiadeen zu zusammenhängenden Massen, den Pollinien, verklebt ist, sind unter gleichviel harten, zangenähnlichen Gebilden versteckt, und wenn ein Schmetterling seinen Rüssel zwischen diesen Gebilden hindurchzwängt, so halten sie denselben fest, und das Tier findet seinen Tod, ohne daß die Pflanze einen Nutzen davon zu haben scheint. Nach den Beobachtungen von Harvey ist es fast immer die Ypsiloneule (Plusia gamma), welche in dieser Klemmfalle gefangen wird. Harvey vermutet, daß in der Heimat der Pflanze die Blüten durch stärkere Schmetterlinge oder auch durch Hummeln bestäubt werden, welche beim Zurückziehen des Rüssels jene klemmenden Gebilde mit herausreißen, so daß dann der Pollen bloßgelegt und zur Bestäubung frei wird. Nach H. Müller bleiben auch in den Schlitzen, welche je zwei der blattartigen Anhängsel der Staubgefäße von Asclepias syriaca L. zwischen sich bilden, verschiedene Arten von Ameisen öfters mit den Beinen hängen, ohne sich wieder befreien zu können.

Pianell, Giuseppe Salvatore, Graf, ital. General, geb. 9. Nov. 1818 zu Palermo, ward, bereits seit seinem 9. Jahre der Armee angehörend, 1846 Kommandeur des 6. sizilischen Jägerbataillons, 1850 des 1. Linienregiments, 1860 Brigadegeneral, übernahm 14. Juli 1860 das Kriegsportefeuille im Kabinett Franz' II., das er jedoch schon 4. Sept. d. J. wieder niederlegte, wurde 1861 Generalleutnant in der italienischen Armee und 3 Monate später Infanterieinspektor des Heeres. Seit 1861 Divisionskommandeur, erwarb er sich als solcher 1866 bei Custozza um den geordneten Rückzug der Armee großes Verdienst, erhielt im Juli d. J. das Kommando des 1., 1869 das des 2. Armeekorps zu Verona, welches er bis zu seinem Tode (5. April 1892) inne hatte. Auch war er Mitglied des Senats.

Pilatusbahn, s. Bergbahnen, S. 96.

Pilze. Die lebhaften Farben und starken Gerüche vieler P. sind im vergangenen Jahre durch Straton, Cooke und andre englische Botaniker einer Untersuchung unterzogen worden, aus der hervorzugehen scheint, daß man hier, ebenso wie bei höhern Pflanzen und Tieren, von Anlockungs- und Trutzfarben, von Verbergungsfarben und Mimikry wird reden dürfen. Viele P. schimmern schneeweiß aus der grünen Umgebung hervor, andre sind

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 736.