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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Platyknemie - Polarexpeditionen
chemische (nicht elektrolytische) Verfahren wird geheimgehalten. Reines P. erweist sich für technische Zwecke zu weich, erhält aber die wünschenswerte Beschaffenheit durch Legieren mit reinem Iridium.
Letzteres besitzt im geschmolzenen Zustande ein spezifisches Gewicht von 22,-^5, ist außerordentlich hart, ziemlich spröde und von kristattinischem Gefüge.
Gegen fast alle chemischen Agenzien erscheint es indifferent und kann nur in kleinen Partien in der stärksten Flamme eines Knallgasgebläses geschmolzen werden. Nach einem nicht näher angegebenen Verfahren wird es in kleine Stäbchen geformt, und in diesem Zustande dürfte es sich für manche Zwecke, namentlich in der Feinmechanik, vorzüglich eignen, da es durch Spalten und Schleifen in die gewünschte Forin gebracht und auch mit andern Metallen verlötet werden kann. Die Platiniridiumlegierungen ans reinem Material sind bei weitem nicht so spröde wie die Legierungen aus den bisher benutzten weniger reinen Metallen. Legierungen mit einem bis 40 Proz. steigenden Iridiumgehalt konnten noch zu Draht von 0,3 mm Stärke verarbeitet werden. Eine Legierung mit 1-2 Proz. Iridium dient zur Anfertigung von Tiegeln :c., an welche hohe Anforderungen hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit gestellt werden. Auch Legierungen von reinem P. mit reinem Rhodium (50 Proz.) können zu Draht verarbeitet werden. Das Löten der Gefäße aus reinem P. kann mit demselben Material oder mit einem neuen Lot, dessen Schmelzpunkt von dem des Platins kaun: merklich abweicht, ausgeführt werden. Die Scheideanstalt von Häreus fertigt für Zwecke der chemischen Großindustrie mit P. belegtes Goldblech, bei welchem infolge der eigentümlichen Herstellungsweise das P. mit dem Golde an der Berührungsstelle vollkommen legiert ist, so daß eine Trennung der Metalle niemals vorkommen kann. Derartiges Blech dient auch zu Tiegeln und Schalen, die wegen ihrer größern Festigkeit den Vorzug vor den in Laboratorien bisweilen benutzten Goldtiegeln verdienen.
Platyknemie (griech.), s. Bein.
Plumblspr.plömb), Preston,nordamerikan.Staatsmann, geb. 12. Okt. 1837in Delaware County (Ohio), erhielt nur die einfache Volksschulbildung, wurde Schriftsetzer, siedelte als solcher 1856 nach Kansas über, studierte dort die Rechtswissenschaft, ward 1859 Mitglied der Verfassungskonvention von Leavenworth, 1861, als Kansas Staat geworden war, zur Advokatur zugelassen, trat bei Ausbruch des Krieges als Leutnant in das 11. Infanterieregiment ein, brachte es bis zum Oberstleutnant, wurde nach Beendigung des Krieges Mitglied und bald darauf Sprecher des Landtages jenes Staates und 1876 in den Bundessenat gewählt, dem er bis zu seinem Tode (20. Dez. 1891 zu Washington) angehörte. Er war einer der tüchtigsten Führer der Republikaner und ein erfahrener Jurist, als welcher er das Werk »I'raoticL detore ju8rie6-c;0ni't8 in Xlni8^8« (New York 1873) schrieb'.
Pochwalsli, Kasimir, poln. Maler, geb. 23. Dez.
1856 zu Krakau, absolvierte zuerst die dortige technische Schule, widmete sich dann auf der Kunstakademie daselbst der Malerei und bildete sich in München bei A. Wagner und Seitz, zuletzt in Paris "weiter. Nachdem er anfangs Genre- und Dekorationsbilder gemalt (Die Erzählungen des Invatiden, Skarga als Beschützer der Armen), wendete er sich der Bildnismalerei zu und erreichte hierin bald eine solche Virtuosität, daß seine Porträte auf den großen internationalen Ausstellungen in München und Wien in
den Vordergrund des künstlerischen Interesses traten.
Im engen Anschluß an die Natur verbindet er eine ungewöhnliche Kraft der plastischen Modellierung mit vornehmer Auffassung, höchst energischer Lebendigkeit der Darstellung, scharfer Erfassung des Individuellen und Geistigen und schlichter Färbung, die die plastische Wirkung unterstützt. Die hervorragendsten seiner Bildnisse sind die des Gehennrates von Popiel, des Grafen Pininski, des Herrn v. Vurzynski und des polnischen Romanschriftstellers Sienkiew icz. 1886 machte P. eine Studienreise nach dem Orient, Griechenland und Italien, 1891 nach Oberitalien. 1890 erhielt er die 2. Medaille der Münchener Ausstellung, 1891 bei der Ausstellung im Wiener Künstlerhause die silberne Staatsmedaille und die kleine goldene Medaille der Berliner internationalen Kunstausstellung. Er lebt in Krakau.
Pocken, Impfung, s. Naturforschergesellschaft, S. 663.
Pola-Expedition, s. Maritime wissenschaftliche Expeditionen.
Polak, Jakob Eduard, Reisender, geb. 1818 zu Groß-Morzin in Böhmen, studierte in Prag Medizin und trieb mit Vorliebe naturwissenschaftliche Studien, welche ihn 1851 veranlaßten, mit fünf andern, für das neue Kollegium in Teheran gewonnenen, größtenteils militärischen Lehrern nach Persien zu gehen. Hier eignete er sich die Landessprache so rasch an, daß er bald in derselben die notwendigen Lehrbücher für den medizinischen Unterricht schreiben konnte. Der Schah ernannte ihn 1855 zu seinem Leibarzt; 1860 kehrte P. nach Wien zurück und veröffentlichte das Werk: »Persien« (Leipz. 1865,2 Bde.), die erste zusammenfassende neuere Darstellung des Landes, sowie eine Anzahl von Monographien in gelehrten Zeitschriften. 1869 wurde er als kaiserlicher Bevollmächtigter zur internationalen
besuchte er mit dem Geologen Rodler noch einmal Persien, wo er mit Erfolg namentlich das Karagcm- und Elwendgebiet erforschte, und entsandte darauf eine von ihm selbst ausgerüstete Forschungsexpedition unter Rodler und Stapf, deren mineralogisch-botanische Resultate sehr bedeutend waren. Im letzten Jahrzehnt wirkte P. als Lektor des Persischen an der Universität zu Wien und verfaßte während dieser
Zeiteindeutsch-persischesLexikon.Erstarb8.Okt.I891.
PolarcMditiom'N. Über die unter Nordenskjöld 1890 ausgeführte Expedition nach Spitzbergen, deren Hauptzweck geologische und zoologische Untersuchungen in West-Spitzbergen waren, hat der Leiter wichtige Mitteilungen gemacht. Am Eisfjord, dem eigentlichen Ziele für den geologischen Teil der Expedition, traf man alle Formationen von den ältesten bis zu den jüngsten, und im Hafen der Norweger Inseln an der Nordwestküste von Spitzbergen konnte man das Vorkommen des roten Schnees in ungewöhnlich starkem Grade beobachten. Spitzbergen war auch das Ziel einer durch Stän sslin in Stuttgart ausgerüsteten Expedition, zu welcher Kapitän Bader, der als Steuermann der Hansa die Nordpolargewässer befahren hatte, den Anstoß gab. Dieselbe ging 26. Juli 1891 mit einer kleinen Schar von Gelehrten und Forschern von Bremerhaven ab, um die Steinkohlenlager anf Spitzbergen hinsichtlich ihrer Ergiebigkeit zu untersuchen und gleichzeitig festzustellen, ob die sonstigen Naturerzeugnisse für den deutschen Handel verwertet werden könnten.
In Grönland wurden die dänischen Untersuchungen im Sonnner 1890 durch zwei Abteilungen von