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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Planta - Platin
man entweder alles was schwimmt darunter versteht, oder dem passiv treibenden P. das aktiv schwimmende Nekton gegenüberstellt. In der horizontalen Verbreitung des Planktons sind zunächst zu unterscheiden, das P. des offenen Weltmeeres, ozeanisches P., und die schwimmende Fauna und Flora der Küstenregionen, sowohl der Kontinente als der Archipele und Inseln, das neritische P. Bei beiden Arten von P., die sowohl quantitativ als qualitativ wesentlich verschieden sind, lassen sich mehrere zoothalassographische Provinzen unterscheiden. Bezüglich der vertikalen Verbreitung der Planktonorganismen haben die Untersuchungen von Chierchia und Hensen ergeben, daß das P. sich nicht nur an der Oberfläche des Meeres findet, sondern auch in verschiedenen Tiefen desselben. Auf das Oberflächenplankton, das superfiziale P. Chans, beschränkt Häckel den vielfach in verschiedener Weise gebrauchten Begriff pelagisch; zonares P. nennt er diejenigen Organismen, welche nur in einer bestimmten Tiefenzone des Ozeans frei schwimmend vorkommen und weder ober- noch unterhalb derselben angetroffen werden, z. B. viele Krustaceen und die Tiefseeschwimmpolypen, während zum bath «bischen P. (profunder Auftrieb) diejenigen Tiere der Tiefsee gehören, welche immer nur über deren Boden schweben, ohne ihn zu berühren. Die Beschränkung des Begriffes pelagisch auf Meeresbewohner macht für das Süßwasserplankton andre Bezeichnungen nötig, als welche Häckel vorschlägt: auto lim netisch (nur die Oberfläche bewohnende Organismen), zonolimne tisch (auf gewisse Tiefenzonen beschränkt), bathylimnetisch (Tiefseebewohner). Die Eigentümlichkeit pelagischer Planktonorganismen, nur zeitweilig an der Oberfläche zu weilen, bei bestimmten Veranlassungen, Sonnenschein, Wärme :c., oder zu bestimmten "Entwickelungsperioden aber unterzutauchen, läßt unter den pelagischen Scharen wiederum verschiedene Gruppen unterscheiden: autope logisch sind alle Tiere und Pflanzen, welche konstant nur an der Oberfläche oder bei stürmischen Wellen in geringen Tiefen unter derselben vorkommen (konstante superfiziale Fauna Chans); bath ype logisch nennt Häckel alle diejenigen Organismen, welche nicht bloß an der Oberfläche vorkommen, sondern auch in die Tiefe hinabgehen, wozu wahrscheinlich die große Hauptmasse des Planktons gehört (nach Chun: interzonare pelagische Tiere).
Unter diesen lassen sich wiederum unterscheiden: nyctipelagische Organismen, welche nur des Nachts an die Oberfläche steigen, z.V. sehr zahlreiche Medusen, Schwimmpolypen, Feuerwalzen, Flossenfüßer, Kielfüßer und viele Kruster; chimopelagische, welche nur im Winter an der Oberfläche erscheinen, im Sommer dagegen in der Tiefe verborgen sind: Radiolarien, Medusen, Schwimmquallen 2c., und allopelagische Organismen, welche unregelmäßige vertikale Wanderungen antreten, deren Ursachen meist in verschiedenen ökologischen Bedingungen, in den Verhältnissen der Fortpflanzung, der Ontogenese, den Nahrungsquellen :c. zu suchen sind. Spanipelagisch endlich kann man solche Tiere nennen, welche fast immer in der Tiefe des Meeres leben, selten und ausnahmsweise jedoch zur Oberfläche kommen, z. B. einige Arten der Schwimmquallen und Medusen, die jedes Jahr nur einmal, nur für wenige Wochen und selbst für einzelne Tage zur Oberfläche steigen. Weitere Unterscheidungsmomente liegen in der verschiedenartigen Zusammensetzung des Planktons; während ein Teil des letztern stets während der
! ganzen Lebensdauer frei schwimmend ist, finden sich unter dem P., besonders dem neritischen, auch zahlreiche Larvenformen solcher Lebewesen, die erwachsen, im geschlechtsreifen Zustande dem Benthos angehören; es lassen sich demgemäß die holoplanktonischen, d.h. zeitlebens dem P.angehörigen, Organismen von den mero planktonischen trennen, welche nur zu einem bestimmten Zeitabschnitt ihres Lebens frei schwimmend sind. Endlich läßt sich in der Zusammensetzung des Planktons bezüglich der verschiedenen
l Arten, die daran teilnehmen, ein polymiktes und ein monotones P. unterscheiden. Das polymikte P. oder der gemischte Auftrieb ist in der Weise aus Organismen verschiedener Arten und Klassen zusammengesetzt, daß keine einzige Form oder Formengruppe mehr als die Hälfte vom Volumen des Ganzen ausmacht. Das monotone P. oder der einförmige Auftrieb dagegen zeigt eine sehr gleichartige Zusammensetzung, indem eine einzige Formengruppe (eine einzelne Spezies, oder ein einziges Genus, oder auch eine einzige Familie oder Ordnung) ganz überwiegend die Hauptmasse des Auftriebes bildet, mindestens die größere Hälfte des ganzen Planktonvolumens, oft 0,66 oder 0,75 desselben, bisweilen sogar noch mehr. Im monotonen P. kann man wieder unterscheiden: prävalentes P., wenn die überwiegende Formengruppe bis zu 0,75 des ganzen Volumens bildet, und uniformes P., wenn dieselbe 0,75 übersteigt und fast rein die ganze Masse bildet.
Im allgemeinen ist das polymikte P. häusiger als das monotone, welches jedoch auch eine bedeutende Rolle spielt. Monotones P. kann gebildet werden von Diatomeen, Peridineen, Sargassum, Protozoen, Pfeilwürmern, Flossenfüßern, Krustern, Muscheltieren und Fischen. Vgl. Häckel, Planktonstudien (Jena 1890); Hensen, Die Planktonexpedition und Häckels Darwinismus (Kiel 1891).
Planta, Peter Konradin von, schweizer.Staatsmann und Geschichtsforscher, geb. 24. Sept. 1815 auf Schloß Wildenberg im Unterengadin aus einer alten Graubündner Adelsfamilie, besuchte das Thomasgymnasium in Leipzig, studierte hier und in Heidelberg 1835-38 Philosophie und Rechtswissenschaft, ließ sich dann in seiner Heimat als Advokat nieder und redigierte in Zürich und Chur bis 1864 mehrere liberale Zeitungen. Er wurde 1849 zum Präsidenten des Ziviltribunals und 1855 des obersten Gerichtshofs von Graubünden gewählt und war viele Jahre Mitglied der Graubündner Regierung sowie des schweizerischen National- und Ständerates; er gehört zu den hervorragendsten politischen Persönlichkeiten der Schweiz in der Neuzeit. Außer mehreren Dramen schrieb er: »Die Wissenschaft des Staates« (Chur 1852,2Bde.); »Die Schweiz in ihrer Entwickelung zum Einheitsstaate« (Zürich 1877); »Dramatisierte Geschichten« (Bern 1885-86, 2 Tle.); »Die knrrätischen Herrschaften in der Feudalzeit« (das.
1881) und besonders das bedeutende Geschichtsweri: »Das alte Rätien« (Verl. 1872).
Platin. Aus dem sogen. Platinerz gewinnt man ohne Schwierigkeit ein Metall, welches sich für die meisten Zwecke der Technik genügend rein erweist, dagegen erforderte es bisher einen großen Aufwand von Mühe und Zeit, reines P. darzustellen Das P. des Handels enthält stets sehr erhebliche Mengen von Iridium und andern Metallen, das reinste P. enthielt bisher immer noch 0,2 Proz. fremde Beimengungen, und erst jetzt ist es der Scheideanstalt von Häreus in Darmstadt gelungen, reines P. mit
! höchstens 0,i Proz. fremder Metalle herzustellen. Das