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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Rauter - Regen
rückgehen als bei einem solchen mit kleinen Fenstern.
Wegen der Drehbarkeit um die Achse ^^ ist der Apparat für alle Fensterhöhen (bis zum Oberlicht) zu verwenden.
Rauter, Oskar, Industrieller, geb. 16. März 1840 Zu Gumbinnen, widmete sich dem Kaufmannsstand, arbeitete im In- und Ausland und übernahm 1867 die kaufmännische Leitung der vor wenigen Jahren gegründeten Glashütte von v. Holleben u. Komp. in Ehrenfeld bei Köln. Hier machte er sich mit dem technischen Betrieb so vertraut, daß er die Leitung desselben übernehmen konnte, als u. Holleben 1870 das Geschäft verließ. 1872 wurde die Fabrik unter der Firma Rheinische Glashütten-Aktiengesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, welche R. als alleiniger Direktor leitet. R. gelang es, die Fabrik in ein Unternehmen ersten Ranges umzuwandeln, er brachte die Erzeugung der wirtschaftlich so wichtigen Massenartikel von' gepreßtem Glase zu besonderer Entwickelung, lieferte auch feine Kristallgläser, schuf für diese eigne Formen und machte den Markt dadurch vom Ausland unabhängig. Die größten Verdienste erwarb sich R. um die Glaskunstindustrie, indem er zuerst alte deutsche, römische und venezianische Gefäße mit großem Glück nachahmte, dann auch freie Nachbildungen lieferte und in den ältern Stilen, namentlich im altdeutschen und venezianischen, dessen Formen sich mit modernen, praktischen Anforderungen am besten in Einklang bringen lassen, selbständig fortarbeitete. R. zählt gegenwärtig zu den hervorragendsten Kunstindustriellen Deutschlands, und seine Gläser haben auch im Ausland allgemeine 'Anerkennung gefunden. 1888 gelang ihm die Niederentdeckung der Erzeugung in der Masse gefärbten Goldrubinglases, welche seit Mitte des vorigen Jahr^ Hunderts verloren gegangen war. Die neuen Gläser sind den Kunckelschen vollkommen ebenbürtig, und die Glaskunstindustrie hat durch die Herstellung derselben eine sehr wesentliche Bereicherung erfahren.
Realgymnasien, s. Höhere Lehranstalten.
Realschulen (höhere Bürgerschulen), s. Höhere Lehranstalten.
Reblaus, s. Blattläuse.
Rrchrnleimger. Wo Wasser in einem Kanal einer Maichinenanlage (Turbine, Wasserrad, Pumpe 2c.) zugeführt wird, bringt man gewöhnlich vor der Ma Florrcls Rechenreiniger.
schine einen Rechen, d. h. ein Gitter von senkrechten oder nahezu senkrechten Stäben, an, welcher alle vom Wasser mitgeschwemmten größern Teile (Wasserpflan-Zen, Stöcke 2c.) auffangen und von der Maschine, die durch sie verstopft werden würde, zurückhalten soll. Nach einiger Zeit würde sich jedoch der
Rechen so voll setzen, daß er das Wasser nicht mehr in genügendem Maße durchströmen lassen kann.
Dem muß durch öftere Reinigung des Rechens vorgebeugt werden. Hierzu benutzt man meist gewöhnliche Harken, mit denen das angeschwemmte Zeug an den Rechenstäben emporgezogen und beseitigt wird. Es sind aber auch mechanische R. konstruiert.
Der N. von Florrel in Neustadt a. d. H. besteht aus einem Reinigungskamm, der, mit seinen Zähnen 2 zwischen die hebe'rartig gebogenen Nechenstäbe a greifend, an den letztern entlang nach oben geführt wird.
Hierbei wird das angeschwemmte Zeug von den Zähnen 2 gehoben und über den Scheitel der Rechenstäbe auf die Bühne d geworfen. Zu dem Zweck ist der Reinigungskamm mit jedem Ende an einer endlosen Kette k befestigt, die über zwei Kettenscheiben (^ und (?2 läuft. Die beiden obern Kettenscheiben ^^ sind an einer gemeinschaftlichen Welle befestigt, die im Krümmungsmittel des Rechenscheitels liegt und von Hand- oder Maschinenkraft betrieben werden kann. Zwischen den obern und untern Kettenscheiben sind an den Kanalwänden Schienen ä befestigt, auf welche sich der Kamin bei seiner Aufwärtsbewegung stützt. Der Kamm wird, nachdem er das Zeug abgeworfen hat, durch fortgesetzte Drehung der Antriebswelle der Räder ^^ wieder nach unten geführt, um von neuem seine Thätigkeit beginnen zu tonnen, wenn sich wieder angeschwemmtes Zeug an den Rechen gesetzt hat.
Rcdmond, John E., irischer Politiker, geb. 1856 als Sohn eines Parlamentsabgeordneten, erzogen in Clongowes, studierte in Dublin und wurde daselbst Rechtsanwalt. 1881 bereits ins Unterhaus gewählt, trat er der Homerulepartei bei und be^ teiligte sich aufs eifrigste an deren Agitationen innerhalb und außerhalb des Parlaments. 1886 unternahm er zu diesem Zweck eine Reise nach Australien, um die dort lebenden Irländer für die Sache der Partei zu gewinnen, und brachte von dort große Geldsummen für die Kasse der Nationalliga heim.
1888 gehörte er zu den Angeklagten in dem Parnell-Proze'ß. Bei der Spaltung der irischen Partei im Dezember 1890 blieb R. Parnell treu, und im Oktober 1891 wurde er nach Parnells Tode von dessen Anhängern zum Führer ihrer Fraktion gewählt. Infolgedessen legte er sein Parlamentsmandat für Wexford nieder und bewarb sich um die durch Parnells Tod erledigte Vertretung des Wahlkreises von Cork, Unterlag zwar hier einen: Antiparnelliten, wurde aber demnächst in Waterford gewählt.
Redwitz, Oskar, Freiherr von, Dichter, starb 6. Juli 1891 in der Heilanstalt Gilgenberg. Von ihm erschien noch der Roman »Glück< (Berl. 1890).
Refornwentil, s. Ventil.
Regel, 1) Eduard August von, Botaniker, starb 27. April 1892 in St. Petersburg.
Regen (Niederschlagsbildu'ng). Das Streben, die Erklärungen der meteorologischen Erscheinungen durch streng physikalische Gesetze Zu begründen und dadurch die Meteorologie zu einer Physik der Atmosphäre auszubilden, gehört erst der allerneuesten Zeit an. Früher hatte man sich die Aufgabe gestellt, die Beobachtungen zur Bestimmung der meteorologischen Konstanten zu verwenden sowie ihre Mittelwerte für Tage, Monate und Jahre zu finden und dadurchj eine Reihe von Fragen über das Klima zu beantwor-5 ten. So wichtig auch die Resultate dieser Untersuchungen sind, so können sie doch nur Aufschluß geben über die meteorologischen Erscheinungen, wie sie an einem bestimmten Orte der Erdoberfläche im Durchschnitt vorhanden sind, und die das Klima be>