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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Saigô Yorimichi - Salpetersaures Kali
meister dieser Stadt, Direktor der Akademie der Rechtswissenschaften und Mitglied des obersten Bundesgerichtshofs. 1892 wurde erdurchdie Vereinigung der Anhänger Mitres und Rocas zum Präsidenten der Republik gewählt. - Sein Sohn Roque S., geb.
1852, erwarb 1874 in Buenos Ayres die juristische Doktorwürde und im Kampf gegen die Mitristen den Oberstleutnantsrang, ward als Anhänger der Ratioualpartei1878 Präsident des Kongresse's von Buenos Ayres, kämpfte im peruanischen Heere gegen Chile, ward in Arica verwundet und gefangen und nach seiner Freilassung 1881 Unterstaatssekretär im Ministerium des Äußern. Er schloßsich Iuarez Celmanan, der ihn zum Gesandten in Montevideo und 1890 kurz vor seinem Sturz zum Ministerdes Auswärtigen ernannte.
Saigö Porimichi, Graf, japan. Staatsmann, geb.
1843 in Satsuma als jüngerer Bruder des berühmten Saigö Takamori (s.d., Vd. 17), nahm gleich diesem an der Niederwerfung des Shögunats im Restaurationskriege 1868 hervorragenden Anteil und wurde nach dem Kriege zum Generalmajor und Kommandant der Tökiö - Garnison ernannt. 1873, zur Zeit der Korea-Kriegsfrage, trennten sich die politischen Wege der beiden Brüder; der ältere trat nebst Soejima, GSto, Itagaki und EtS aus der Regierung aus, weil die übrigen Kabinettsmitglieder gegen den Krieg stimmten, der jüngere blieb dagegen als Vizekriegsminister im Kabinett. Die Formosa-Expedition 1874 leitete Saigö als Oberbefehlshaber und wurde nach ihrer glücklichen Beendigung zum Generalleutnant befördert. Während des von seinem Bruder unternommenen Satsuma-Aufstandes im I. 1877 vertrat Saigö den abwesenden Kriegsminister Iamagata und wurde darauf erst zum Unterrichtsminister, dann (1879) zum Kriegsminister ernannt. 1880 gab er das Portefeuille des Krieges an Oyama ab und wurde 1882 als Chef des Kaitakushi (Kolonialamt) Nachfolger Kurodas. 1884 in den Grafenstand erhoben, wurde er 1885 Marineminister, welchen Posten er 1890 mit dem Portefeuille des Innern vertauschte.
Bei dem 1891 erfolgten Kabinettswechsel schied Saigö aus dem Ministerium aus.
Sainte-Marie de Madagaskar. Die Einwohnerzahl betrug 31. Dez. 1889: 7667 Seelen, darunter nur ein Europäer. Von den 291 Geburten des Jahres waren nur 15 eheliche. Es bestehen in dem Dorf Ambozouthsounoth eine Mädchenschule und ein Wai> senhaus, beide von Nonnen geleitet. Der Gesamthandel betrug 1889 bei der Einfuhr 145,796, bei der Ausfuhr 109,493 Frank. Es liefen 220 Fahrzeuge von 44,466 Ton. ein und 153 Fahrzeuge von 56,326 T. aus.
Samt-Pierre. Diese französische Insel an der Westküste von Nordamerika hatte 31.Dez. 1889:4744 Einw. (1888: 5023), das dazu gehörige Eiland Ile nux Chiens 611 und Miquelon mit ^anglade 574 Einw.; davon waren 1314 Franzosen. Der Unterricht ist in den Händen eines katholischen Vruder- und eines Schwesterordens; 1889 unterrichteten 18 Schwestern in 6 Schulen und einem Arbeitshaus 851 Kinder, 8 Brüder in 3 Schulen 498 Schüler.
Von der Gesamtausfuhr(18,190,336Frank) entfallen auf Kabeljau allein 11,704,685 Fr. Die Ausfuhr von Kabeljau hat in den letzten Jahren zwischen 21 und 46 Mill. k^ geschwankt. Es liefen 1889 ein: Z256 Fahrzeuge von 206,413 Ton., darunter 1513 Fischerboote von 57,659 T. mit einer Besatzung von 4674 Mann.
Sallbach, Nein hold, preuß. General, geb. 8. Jan.
1831 zu Bottschow im Kreise Weststernberg, trat 1849
in die 3. Artilleriebrigade, ward 1851 Sekondleutnant, 1859 Premierleutnant im 8. Artillerieregiment, 1W4Hauptmann im Kriegsministerium, 1869 Major, 1870-71 Adjutant beim Stäbe der Belagerungsartillerie vor Paris, 1873 Kommandeur des 1. Bataillons des 3. Fußartillerieregiments, 1874 Kommandeur des 15. Fußartillerieregiments und Oberstleutnant, 1877 Oberst, 1879 Kommandeur der 3. Fußartilleriebrigade, 1880 Präses der Artillerieprüfungskommission, 1883 Generalmajor, 1888 Generalleutnant, 1890 Direktor des Waffendepartements im Kriegsministerium und kurz darauf Generalinspekteur der Fußartillerie.
Salm, 3) Otto, Fürst S.-tzorstmar, starb 16. Febr. 1892 in Bonn.
Saloniti. Der von verschiedenen deutschen Handelskammern unterstützte Plan, an Stelle der subventionierten Reichspostdampfer-Zweiglinie Brindisi- Port Said eine solche S.-Port Said einzurichten, und nicht minder das Projekt der englischen Regierung, in Zukunft die indische Post über die Eisenbahnlinie Velgrad-S. zu leiten, habendie Aufmerksamkeit injüng» ster Zeit auf diesen Mittelmeerhafen gelenkt. S. wird seit Mitte 1890 von den Dampfern der Deutschen Levantelinie und von denjenigen der griechischen Linie Pantaleon u. Komp., seit Juni 1891 auch von den Schissen der Russischen Dampfschiffahrtsgesellschaft zu Odessa angelaufen. Doch ist der Schiffsverkehr wegen der Mißernte und des großen Brandes im I.
1890 etwas gesunken. Es verkehrten in der Zeit vom 13. März 1890 bis 18. Febr. 1891: 664 Dampfer von 614,126 Ton. und 3452 Segelschiffe von 68,942 T., und zwar waren am meisten französische Dampfer vertreten, dann türkische und britische, österreichisch-ungarische, italienische 2c. Von deutschen liefen 18 mit 20,370 T. ein. - Der Vertreter, welchen die ungarischen Staatsbahnen seit kurzem in S. unterhalten, empfiehlt als zur Einfuhr nach dort geeignet: Zündwaren, Glas, Porzellan, Fayence, Lampen, Papier, Pappe, Kleider, Schuhe, Weißwaren, eiserne Bettstellen, Kutschen, landwirtschaftliche Maschinen, Konserven, Bier. Lohnende Ausfuhrartikel sind (nach Eras, »Unser Handelmit den Balkanländern«,Leipz.
1891) Tabak, Baumwolle, Opium, Fenchel, Backpflaumen, Tuche, Teppiche, Kokons, Getreide und die noch wenig beachteten Bergwerksprodukte Makedoniens, namentlich Chrom, Antimon, Manganeisen, Blei. Am 14. Mai 1891 geschah der erste Spatenstich an der neuen Eisenbahn S.-Monastir (Bitolia).
Salpetersaures Kali. Unter den natürlichen Fundorten von Kalisalpeter werden auch Höhlen in Kentucky, Tennesseeund Virginienangegeben,näheresaber ist über diese Höhlen nicht bekannt. Nach Hovey in Bridgeport (Connecticut) sind sie längst der einst leicht erreichbaren Salpeterschätze beraubt und als Quellen der Salpetergewinnung bedeutungslos geworden, allein sie haben während der drei Kriege, des Unabhängigkeitskrieges, des Krieges mit England und des Bürgerkrieges, einen großen Teil des sür die Schießpulverfabrikation gebrauchten Salpeters geliefert. Dies gilt vor allem von der Maoisonhöhle im Shenandoahthal in Virginien und der Mammuthöhle in Kentucky. Die Konföderierten waren besonders auf die Höhlen in Virginien und Tennessee angewiesen, deren bedeutendste, die Nicojackhöhle, sich von Tennessee bis Georgia erstreckt. Die während des Unabhängigkeitskrieges ergiebigsten Höhlen lagen längs des Ohiothales in Kentucky. Jene damals noch wenig erforschten und von wilden Indianerstämmen bewohnten, dicht bewaldeten Bergländer