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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schleswig-Holstein; Schlieckmann; Schlittschuhlaufen

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Schleswig-Holstein - Schlittschuhlaufen

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Schlesien'

Einw. besitzt die Provinz 10, nämlich: Breslau 335,186 Einw., Görlitz 62,135, Liegnitz 46,874, Beuthen (Oberschl.) 36,905, Königshütte 36,502, Schweidnitz 24,725, Neiße 22.444, Ratibor 20,737, Glogau 20,529 und Brieg 20,154 Einw.

Bogen.
[Zum Artikel Schlittschuhlaufen] Figur 1: Bogen.

Schleswig-Holstein. Die Bevölkerung in der Provinz S. betrug nach der Volkszählung vom 1. Dez. 1890: 1,217,437 und mit Einschluß von Helgoland 1,219,523 Seelen; sie hat seit 1885 um 67,131 Seelen oder 5,83 Proz. zugenommen. Die jährliche Zunahme mit durchschnittlich 1,13 Proz. war stärker als in den drei vorhergehenden Zählungsperioden (1880 - 85: 0,41 Proz., 1875-80: 0,96 und 1871 - 75: 0,67 Proz.). Das Überwiegen der männlichen Bevölkerung tritt noch mehr als im J. 1885 hervor, denn sie ist um 40,024, die weibliche dagegen nur um 27,107 Köpfe gewachsen. Auf 100 männliche Personen entfallen 1890 nur 97,4 weibliche. Als Ursache dieses Mißverhältnisses ist wohl das durch den Bau des Nordostseekanals veranlaßte Zuströmen auswärtiger Arbeiter anzusehen. Städte mit mehr als 20,000 Einw. besitzt die Provinz 4, nämlich Altona (143,249 Einw.), Kiel (69,172), Flensburg (36,894) und Wandsbeck (20,571 Einw.).

Schlieckmann, Albrecht von, Oberpräsident von Ostpreußen, starb 13. Mai 1891 in Königsberg.

Schlittschuhlaufen. Die Vorzüge des einfachen Schlittschuhlaufens (s. d., Bd. 14) vereinigt in verstärktem und veredeltem Maße das Kunstlaufen, das gegenwärtig als besonderer Sport bereits vollständig ausgebildet ist. Das Verdienst, die zahllose Menge der Kunstfiguren in ein System gebracht zu haben, gebührt dem Wiener Eislaufverein.

Dreier.
Figur 2: Dreier.

Allgemeine praktische Winke: Das Körpergewicht ruht bei der Vorwärtsbewegung auf den Fersen, bei der Rückwärtsbewegung auf dem vordern Teile des Fußes. Beide Füße sind gleichmäßig auszubilden. Der Blick sei nicht den Spuren auf dem Eise, sondern frei der Richtung der Bewegung zugewendet. Den Schwung gewinne man mehr durch richtige Haltung, als durch Abstoß und andre äußere Mittel. Die Haltung ist richtig, wenn sie in ungezwungener Weise jeweils dem auszuführenden Bogen angepaßt ist.

Anleitung zum Kunstlaufen: Die Grundlage ist der Bogen (Fig. 1). Er entsteht, indem der Läufer auf einer Kante des Schlittschuhs sich fortbewegt. Da diese Bewegung auf der äußern oder auf der innern Kante, vorwärts oder rückwärts stattfinden kann, so gibt es vier verschiedene Arten von Bogen:

Bogenvorwärts auswärts,
"vorwärts einwärts,
"rückwärts auswärts,
"rückwärts einwärts.

Doppeldreier.
Figur 3: Doppeldreier.

Fig. 1 veranschaulicht die Spur des rechten Fußes, einen ganzen Bogen vorwärts auswärts beschreibend. Auch die folgenden Figuren sind rechts vorwärts auswärts beginnend dargestellt. Als Vorübung zum Bogenlaufen benutze man das Laufen im Kreise vorwärts und rückwärts, indem man den Körper seitlich neigt und fortgesetzt mit dem einen Fuße vor dem andern übertritt. Man gewinnt dadurch Sicherheit, auf der Kante des Schlittschuhs sich zu halten und lernt am raschesten die für das Bogenlaufen erforderliche, seitlich zum Eise geneigte Körperhaltung. Der ↔ Dreier (Fig. 2) besteht aus einem Bogen vorwärts und einem Bogen rückwärts, welche ohne Zwischenabstoß durch eine halbe Drehung des Körpers verbunden werden. Geschieht die Drehung von vorwärts nach rückwärts, so ist sie auf dem vordern Teil des Schlittschuhs (Zehendrehung), geschieht sie von rückwärts nach vorwärts, so ist sie auf dem hintern Teile des Schlittschuhs (Fersendrehung) auszuführen. Gemäß der vier Bogenarten gibt es vier verschiedene Dreier:

Dreiervorwärts auswärts - Zehendrehung - rückwärts einwärts,
"vorwärts einwärts - Zehendrehung - rückwärts auswärts,
"rückwärts auswärts - Fersendrehung - vorwärts einwärts,
"rückwärts einwärts - Fersendrehung - vorwärts auswärts.

Schlinge.
Figur 4: Schlinge.

Der Doppeldreier (Fig. 3) besteht aus drei Bogen, die ohne Zwischenabstoß durch zwei Dreierwendungen aneinandergefügt werden. Er endet stets mit demselben Bogen, mit dem er begonnen wird, und läßt sich nach den vier Bogenarten gleich dem Dreier auf vierfache Weise ausführen. Die Schlinge (Fig.4) entsteht durch eine ganze Drehung des Körpers in der Mitte eines Bogens. Entsprechend den vier Bogenarten gibt es vier verschiedene Schlingen. Bei den Schlingen vorwärts geschieht die Drehung auf dem hintern, bei den Schlingen rückwärts auf dem vordern Teile des Schlittschuhs. Der Schlangenbogen (Fig. 5) besteht aus zwei Bogen, welche ohne Zwischenabstoß und ohne Drehung durch einen Kantenwechsel aneinandergefügt werden. Auch hier gibt es vier Arten, je nachdem man auswärts oder einwärts, vorwärts oder rückwärts beginnt.

Mit fortschreitender Fertigkeit lerne man, den Schlangenbogen ohne Zwischenabstoß mit Dreier, Doppeldreier und Schlinge verbinden, verbinde sodann letztere Figuren untereinander. Das Studium der einfachen Übungen und ihrer Zusammensetzungen wird den Läufer auf sicherem Wege zur Meisterschaft

Schlangenbogen.
Figur 5: Schlangenbogen.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 814.