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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Schomburgk; Schönbach; Schönburg-Hartenstein; Schönfeld; Schottland

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Schomburgk - Schottland

des preußischen Gesandten Grafen Usedom in Florenz, verweilte auch nach dessen Abgang (1869) noch längere Zeit in Italien und Griechenland, habilitierte sich 1871 in Berlin und wurde 1872 Professor in Greifswald, 1874 in Jena, 1876 in Straßburg, 1885 in München. Seine Hauptschriften sind: »Legis duodecim tabularum reliquiae« (Leipz. 1866), »Questiones fiscales iuris Attici« (Berl. 1873), »De synegoris Atticis« (Jena 1875), »Q. Asconii Pediani orationum Ciceronis quinque enarratio« (mit A. Kießling, Berl. 1875), »Justiniani Novellae« (»Corpus iuris civilis«, Bd. 3, das. 1880-91), »Procli Commentariorum in Rem publicam Platonis partes ineditae« (das. 1886).

Schomburgk, Richard, Direktor des botanischen Gartens in Adelaide, starb das. 24. März 1891.

Schönbach, Anton Emanuel, Germanist und Schriftsteller, geb. 29. Mai 1848 zu Rumburg in Böhmen, besuchte das Wiener Piaristengymnasium, studierte dann in Wien und Berlin, wo er ein Schüler Wilhelm Scherers und Karl Müllenhoffs wurde, habilitierte sich im Herbst 1872 als Privatdozent in Wien und wurde im Februar 1873 außerordentlicher, 1876 ordentlicher Professor für deutsche Philologie an der Grazer Universität, wo er noch jetzt wirkt. (Er veröffentlichte: »Über die Marienklagen« (Graz 1875); »Über die humoristische Prosa des 19. Jahrhunderts« (das. 1876); »Vorauer Bruchstücke des Vigalois« (das. 1877); »Steirische und kärntnerische Taidinge« (6. Bd. der »Österreichischen Weistümer«, mit F. Bischofs, Wien 1880); »Mitteilungen aus altdeutschen Handschriften« (das. 1876-82); »Nathaniel Hawthorn« (Heilbr. 1884); »Die Brüder Grimm« (Berl. 1885); »Altdeutsche Predigten« (Graz 1886-1891, Bd. 1-3); »Über Lesen und Bildung« (4.Aufl., das. 1892); »Walther v d. Vogelweide« (Dresd. 1890); »Über eine Grazer Handschrift lateinisch - deutscher Predigten« (Graz 1890). In der »Zeitschrift für deutsches Altertum schrieb S., der auch als Mitarbeiter der »Deutschen Rundschau« geschätzt ist, seit 1872 eine große Reihe von Ausgaben, Untersuchungen und Rezensionen. Durch seine Körperbeschaffenheit mehr als ein andrer ans Zimmer gebunden, betrieb S. zur Erholung das Studium der amerikanischen Zustände, das ihn zu einen ihrer besten Kenner gemacht hat, dessen Urteil gesucht wird; seine Aufsätze über die nordamerikanische Litteratur sind noch nicht

gesammelt.

Schönburg-Hartenstein, Alexander, Fürst von, österreich. Staatsmann, wurde 1891 zum Präsidenten der österreichischen Delegation erwählt.

Schönfeld, Eduard, Astronom, starb 1. Mai 1891 in Bonn.

Schottland. Die Bevölkerung belief sich nach der Volkszählung vom 5. April 1891 (vorläufiges Ergebnis) auf 4,033,103 Seelen (gegen 3,735,573 im J. 1881) und ergab eine Vermehrung um 297,530 Seelen (7,96 Proz.). Zu bemerken ist, daß in diesen Zahlen das Heer und die Schiffsbevölkerung in den schottischen Häfen und Gewässern inbegriffen sind. Bei der Dichtigkeit der Bevölkerung wurden die berichtigten Arealangaben in Heft 8 der von H. Wagner und V. Supan veröffentlichten »Bevölkerung der Erde« zu Grunde gelegt; so erklären sich die Abweichungen der Dichtigkeitsziffern für 1881 von der Tabelle im Artikel »Schottland« (s. Bd. 14, S. 612). Die Zunahme der Bevölkerung ist im Zeitraum 1881-1891 geringer gewesen als in den Jahren 1871-81 (11,2 Proz.) und ist, abgesehen von der Periode 1851-1861 (6 Proz.), die schwächste in diesem Jahrhundert. Sie war nur in den Grafschaften Fife, Clackmannan und Linlithgow stärker als in den Jahren 1871-81. Auf die einzelnen Grafschaften verteilt sich die Bevölkerung wie folgt:

Grafschaften Einwohner Seit 1881 Zunahme (-Ab-nahme) Einwohner auf 1 QKilom.

1891 Einw. Proz. 1891 1881

Nördliche:

Shetland 28711 - 994 - 3,3 20 21

Orkneyinseln 30438 - 1606 - 5,0 29 31

Caithneß 37161 - 1704 - 4,4 20 21

Sutherland 21940 - 1430 - 6,1 4 5

Nordwestliche:

Roß und Cromarty 77751 - 796 - 1,0 10 10

Inverneßshire 88362 –2092 - 2,3 8 8

Nordöstliche:

Nairnshire 10019 - 435 - 4,2 18 19

Elginshire (Moray) 43448 - 340 - 0,8 32 32

Banffshire 64167 1431 2,3 36 35

Aberdeenshire 281331 13341 5,0 55 52

Kincardineshire 35647 1133 3,4 35 34

Östliche (im Innern)

Forfarshire 277788 11428 4,3 120 116

Perthshire 126128 - 2879 - 2,2 19 19

Fifeshire 187320 15389 9,0 141 129

Kinroßshire 6289 - 408 6,1 31 33

Clackmannanshire 28433 2753 10,7 220 199

Westliche (im Inn.)

Stirlingshire 125604 13161 11,7 104 93

Dumbartonshire 94511 19178 25,5 135 108

Argyllshire 75945 - 523 - 0,7 9 9

Buteshire 18408 751 4,3 32 30

Südwestliche:

Renfrewshire 290790 27416 10,4 442 401

Ayrshire 224222 6703 3,1 75 73

Lanarkshire 1045787 41375 15,6 454 393

Südöstliche:

Linlithgowshire 52789 9279 21,3 161 132

Edinburghshire 444055 54891 14,1 467 409

Haddingtonshire 37491 - 1011 - 2,6 52 53

Berwickshire 32398 - 2994 - 8,5 27 29

Peeblesshire 14760 938 6,8 16 15

Seltirkshire 27349 1785 7,0 41 38

Südliche:

Roxburghshire 53726 284 0,5 31 30

Dumfriesshire 74308 - 1832 - 2,4 26 28

Kirkcudbrightshire 39979 - 2148 -5,1 16 17

Wigtownshire 36048 - 2563 - 6,6 27 29

Zusammen: 4033103 297530 8,0 51 47

Nach dem Geschlecht unterschied man im J. 1891: 1,951,461 männliche und 2,081,642 weibliche Personen, so daß auf 100 männliche 106,7 weibliche entfielen. Die Zunahme seit 1881 betrug beim männlichen Geschlecht 8,45, beim weiblichen 7,52 Proz. Man zählte 1891: 879,030 Haushaltungen, so daß 4,59 Personen auf eine Haushaltung entfallen.

Städte oder städtische Gemeinden mit mehr als 20,000 Einw. besitzt S. 17, nämlich:

Glasgow 565714 Einw. Perth 30760 Einw.

Edinburg 261261 " Coatbridge 29996 "

Dundee 155640 " Kilmarnock 27959 "

Aberdeen 112905 " Kirkcaldy 27151 "

Leith 69696 " Hamilton 24863 "

Paisley 66427 " Ayr 23835 "

Greenock 63498 " Arbroath 22806 "

Govan 1) 61364 " Dunfermline 22365 "

Partick 1) 36538 " 1) Vororte von Glasgow.

Die stärkste Zunahme seit 1881 zeigen Paisley (19,39 Proz.) und Aberdeen (16,02 Proz.); in Glasgow betrug der Zuwachs 10,62, in Edinburg 11,16 Proz.