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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Vereinigte Staaten von Nordamerika (Landverkäufe; Landwirtschaft)
den verkauft 1885: über 7,2 Mill. Hektar, aber 1889 bis 1890 nur noch 4,248,661 Hektar. Dennoch ist der Landverkauf in dem Dezennium 1880-90 großartig gewesen; er betrug 58,868,852 Hektar gegen 23,571,771 Hektar in den vorangegangenen 10 Jahren Hauptsächlich haben diese Landverkäufe stattgefunden im Nordwesten und Südwesten, wo zugleich das Eisenbahnwesen einen ungemeinen Aufschwung nahm. Es betrugen in den
nordwestlichen Staaten südöstlichen Staaten .
Länderver«
kanf 1880-90
Hektar
5910394.
6 772115
Eisenbahnen
Kiloin.
I.Ian.1880,1. Jan 1890
21395
13510
51210
34126
Die Verkäufe der Ländereien in den Pacificstaaten während der letzten Jahre betrugen 9,934,458 Hektar und in den Südstaaten 6,364,230 Hektar. In derselben Zeitperiode erhöhte sich die Zahl der Eisenbnhnkilometer in den erstern von 7053 auf 17,754, in den letztern von 7749 auf 18,740. Neben diesen Landverkäufen der Regierung finden aber auch fortwährend Landverkäufe seitens der Eisenbahnen statt, welche Landbewilligungen vom Kongreß erhalten haben. Bezüglich dieser Verkäufe fehlt es an einer erschöpfenden Statistik. Unverkauft bleiben noch von den öffentlichen Ländereien der Union insgesamt 234,486,744 Hektar, wovon 117,108,976 Hektar bereits vermessen sind. Davon fallen auf Iowa 8000, Michigan333,083, Missouri460,58^, Kansas302,280, Nebraska 4,490,614, Minnesota 2,765,422, Wisconsin 327,808, Washington 7,858,526, Wyoming 19,604,024, Utah 14,482,040, Norddakota12,158M0, Süddakota 4,096,599, Nevada 20,321,816, New Mexiko 22,540,130, Montana25,921,851,Kalifornien 21,569,087, Arizona 16,279,622, Oregon 15,309,291, Alabama 442,024, Arkansas 1,960,928, Florida 2,249,730, Louisiana 543,531 Hektar. Alaska mit seinen 147,811,000 Hektar kann hier kaum in Betracht kommen, da es für Kulturen wenig Raum bietet; ebenso muh man, wenn man an Ansiedelungen denkt, die weiten Wüsten und die unfruchtbaren Gebirgsrücken in vielen der genannten Staaten sowie die Sümpfe Louisianas u. a. in Abzug bringen.
Dennoch wird von der ungeheuern Fläche noch ein sehr beträchtlicher Teil als^für die Ansiedelung geeignet übrigbleiben.
Landwirtschaft.
In Bezug auf die Erzeugung von Bodenprodukten steht die nordamerikanische Union unzweifelhaft kn d?r Spitze aller Länder. In dem 40jährigen Zeitraum von 1850 - 90 stieg die Ausfuhr von 134,900,233 auf 845,293,828 Doll. Davon entfielen nuf Bodenprodukte 74,2-83,:; Proz. Dabei stieg aber auch die Einfuhr von Vodenprodukten, und zwar stetig von 25,«-. auf 47,4 Proz. der Gesamteinfuhr (1850: 173,509,526, 1890: 789,310,409 Doll.). Die Getreideernte zeigte 1890 infolge ungünstiger Witterungsverhültnisse einen bedeutenden Rückgang gegen die Vorjahre, Die Weizenernte, welche für die Jahre 1880 - 90 durchschnittlich 160,239,783 1i! betrug, erreichte 1890 nur 143,734,320 Iil, die Ernte von Mais nur 521,489,500 lil, von Hafer 188,503,560 1ü. Für die Ausfuhr kommen vornehmlich Weizen und Mais in Betracht. Für Weizen sind Hauptproduzenten die beiden Dakotas, Minnesota, Ohio, Kalifornien, Kansas, Indiana, Michigan, Illinois, Missouri, Pennsylvanien, Nebraska, Wisconsin, Oregon und New 3)ork, für Mais Iowa, Illinois, Misiouri, Indiana,
Tennessee, Ohio, Teras und Kentucky. Der Gesamtwert der Ausfuhr aller Brotstoffe betrug 1888^90: 154.925,927 Doll. (Weizen 45,275,906/Weizenmehl 57,036,168, Mais 42,658,015 Doll.). Deutschland kommt, was die Ausfuhr von Vrotstoffen betrifft, nur wenig in Betracht, doch hat die Ausfuhr von Mais dorthin in den letzten Jahren bedeutend zugenommen und erreichte 1889 - 90 den Wert von 4,824,991 Doll. Die Getreideernte des Jahres 189) übertrifft die des vorhergehenden um 50 Proz., was einen Unterschied von 500 Mill. Doll. ergibt; zusammengenommen sind die Produkte des letzten Jahres 700 'Mill. mehr wert als die von 1890. Die Baumwollernte 1889-90 übertraf alle vorhergehenden; sie betrug 7,313,726 Ballen, davon 46,841 Sea-Island.
Verschifft wurden 1890 nach England für 148,4, nach Deutschland für 45,8, nach Frankreich für 22 Mill.
Doll. In den Fabriken der Union wurden verbraucht 2,349,478 Ballen. An Tabak wurden 1888 produziert 555,795,000 Pfd. im Werte von 43,666,665 Doll., davon entfallen auf Virginien allein 283,306,000 Pfd. Angefertigt wurden 1889/90: 250,8 Mill. Pfd.
Pfeifentabak, 3990 Mill. Zigarren und 2489 Mill.
Zigarretten. Da nur 12,8 Mill. Pfd. Tabak und 259 Mill. Zigarretten aus-, dagegen über 100 Mill. Zigarren eingeführt werden, so erscheint der Verbrauch enorm. Deutschland entnahm 51,4Mill.Pfd. Tabaksblätter im Werte von 4,5 Mill. Doll. Die Zuckerproduktion ist zwar im Zunehmen, kann aber nicht annähernd dem gewaltigen Bedarf (über 1,5 Mill. Ton, d. h. 53,8 Pfd. pro Kopf) genügen, die Einfuhr ist daher eine sehr starke; aus Deutschland betrug dieselbe 1^9/90: 18/) Mill. Doll.
Der Viehstand betrug Ende 1890: 14,056,750 Pferde, 2 296,532 Maulesel, 52,895,243 Rinder, darunter 16,019,595 Milchkühe, 43,431,136 Schafe und 50,625,106 Schweine. Obschon der Verbrauch von Fleisch in der Union sehr bedeutend ist, derselbe wurde für 1890 allein für Schweinefleisch auf 3653 Mill.
Pfd. (58 Pfd. pro Kopf), für Speck auf 540 Mill. Pfd.
(8,6 Pfd. pro Kopf) berechnet, so ist die Ausfuhr von! Tieren, Fleisch, Butter, Käse 2c. doch stetig gestiegen und erreichte 1890 einen Wert von 177,310,325 Doll.
Im einzelnen wurden namentlich ausgeführt 446,777 Stück Rindvieh für 33,297,948 Doll., 104,913,390 Pfd. Rindfleisch in Büchsen für 8,610,490 Doll., 182,505,816 Pfd. frisches Rindfleisch für 13,837,378 Toll., 110,797,355 Pfd. gesalzenes Rindfleisch für
Doll., 85,497,390 Pfd. Schinken für 8,495,322 Doll., ferner 91,014,517 Pfd. Käse für 8,130,078 Doll. und 29,748,042 Pfd. Butter für 4,187,489 Doll. Hauptabnehmer ist England; Deutschland bezog unter anderm 3451 Stück Rindvieh, für 495,457 Doll.
Rindfleisch in Büchsen und für 479,925 Doll. gesalzelnes Rindfleisch. Die Hamburger Viehkommissionäre schlössen 1890 mit der anglo-amerikanischen Viehexportgesellschaft in Chicago einen Vertrag, nach welchem wöchentlich 300 Rinder nach Hamburg. gesandt werden sollen. Auch die Vereinigung der Schweizer Schlächter bezog 1891 Rindvieh aus Amerika. Die Schweinezucht bildet eine der bedeutendsten und lohnendsten Industrien der Vereinigten Staaten.
Der Verkauf von Schweinen auf den Märkten der Union von Februar 1890 bis März 1891 belief sich auf 23,966,000 Stück. Ende 1891 wurde das amerikanische Schweinefleisch unter größern Garantien für die Gesundheit desselben wieder zur Einfuhr in Deutschland zugelassen. In den Vereinigten Staaten wurde 1891 ein Fleischbeschallgesetz erlassen, wonach