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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Wernick - Wettersäulen
in Stuttgart, 1880); Messings Emilia Galotti, nebst einem Anhang: Die dreiaktige Bearbeitung« (Verl.
1882); »Der Wiener Hanswurst. Stranitzkys und seiner Nachfolger ausgewählte Schriften (»Wiener Neudrucke«, 1883-86,2 Bdchn.); »Goetheund Gräfin O'Donnell, ungedruckte Briefe nebst dichterischen Beilagen« (Verl. 1884); »Aus dem Iofephinischen Wien.
Geblers und Nicolais Briefwechsel 1771-86« (das.
1888); »Julius von Tarent und die dramatischen Fragmente von Johann Anton Leisewitz < (Heilbr.
1889); »Lyrik und Lyriker, eine Untersuchung« (tzamb.
1890); »Der Laufner Don Juan, ein Beitrag zur Geschichte des Volksschauspiels« (das. 1891). Werners Versuch, die Poetik Scherers zu ergänzen und Hebbels Aussprüche über Poesie in den Tagebüchern für die Wissenschaft zu verwerten, hat viel Aufmerksamkeit erregt.
Wernick, Fritz, Schriftsteller (Bd. 17), starb Anfang September 1891 in Elbing.
Wertanschlag der Güter, s. Güterabschätzung.
Westfalen. Die Bevölkerung in der Provinz W. betrug nach der Volkszählung vom 1. Dez. 1890: 2,428,661 Seelen und hat seit 1885 um 224,081 Seelen oder 10,i? Proz. zugenommen. Davon entfallen auf die
Reg.. Bez.
Einwohner Zunahme
Münster .. . 536241 41966
Minden .. . .. 549 709 29092
Arnsbcrg .. . .. 1342 711 153023
Die jährliche Zunahme mit durchschnittlich 1,W Proz. war stärker als in den drei vorhergehenden Zählungsperioden (1880-85: 1,5.2 Proz., 1875-80: 1,3!> und 1871-75: 1,7? Proz. jährlich). Das Übergewicht der männlichen Bevölkerung hat sich seit 1885 noch gesteigert; 1890 entfielen auf 100 männliche nur 95,8 weibliche Personen. Städte mit mehr als 20,000 Einw. besitzt die Provinz 10, nämlich: Dortmund (89,663 Einw.), Münster (49,340), Bochum (47,601), Bielefeld (39,950), Hagen (35,428), Gelsenkirchen (26,057), Witten (26,310), Hamm (24,969), Iserlohn (22,117), Minden (20,223 Einw.).
Westpreußen. Die Bevölkerung in der Provinz W. betrug nach der Volkszählung vom 1. Dez. 1890: 1,433,681 Seelen und hat seit'1885 um 25,452 Seelen oder 1,8i Proz., oder jährlich im Durchschnitt um 0,36 Proz., zugenommen. Davon entfallen auf die
Reg.-Bez. Einwohner Zunahme
Danzig.....589176 10406
Marienwerder. .. .. 844505 15^46
Die Zunahme war stärker als in den Jahren 1880 - 85 (0,03 Proz.), aber schwächer als in den beiden vorhergehenden Zählungsperioden (1875-80 jährlich 0,9i und 1871-75: 0,53 Proz.). Nach dem Geschlecht entfallen auf 100 männliche 104 weibliche Personen. Städte mit mehr als 20.000 Einw. besitzt die Provinz nur 4: Danzig (120,338 Einw.), Elbing (41,576),. Thorn (27,018) und Graudenz (20,385 Einw.). Über die bisherigen Ergebnisse der deutschen Kolonisation in W. vgl. den besondern Artikel (S. 180).
Wettersäulcn. Der Gedanke, öffentliche Uhren und sonstige für jedermann wichtige Angaben, besonders Kennzeichnungen der jeweiligen und in nächster Zukunft zu erwartenden Wettcrzustände an öffentlichen Ankündigungssäulon anzubringen, ist zuerst in den von Hamburg ausgegangenen meteorologischen Annoncen-Uhrensäulen in Europa verwirklicht worden, und zwar in vielen Städten Deutschlands und mit ansehnlichem pekuniären Erfolg, leider !
aber mit sehr unvollkommenen Leistungen in meteorologischer Hinsicht. Das Bedürfnis nach öffentlichen, zuverlässigen Zeitangaben und nach möglichster Zugänglichkeit meteorologischer Angaben wird überall anerkannt. Der gegenwärtige Zustand der öffentlichen Zeitangaben ist aber einer Vervollkommnung dringend bedürftig, und das von Zeitungen unabhängige meteorologische Nachrichtenwesen ist noch zu schaffen. Für die Zeitangaben ist eine nie versagende Basis durch das Telegraphen- und Telephonnetz geboten, und bei zweckentsprechender Einrichtung der Uhrenanlagen genügt es, das Leitungsnetz täglich für wenige Minuten in Anspruch zu nehmen, um das Problem der zentralen, d. h. in letzter Stelle von den Sternwarten ausgehenden Richtighaltung einer großen Anzahl von Uhren des ganzen Landes zu lösen.
Die W., welche gleichzeitig für die Zeitangaben ausgenutzt werden können, sollen die jeweilige Temperatur, den Druck und die Feuchtigkeit der Luft für jedermann bequem ablesbar anzeigen und zugleich mannigfache meteorologische oder sonstige wissenschaftliche Belehrung bieten. Diese Aufgabe ist aber mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Die Säulen erweisen sich so ungünstig für die Aufstellung der Instrumente, daß deren Angaben, und zwar infolge der starken Erwärmung der Säulen durch die Sonne und der starken Abkühlung bei nächtlicher Ausstrahlung, stets mit großen Fehlern behaftet sind. Dies kann nur vermieden werden, wenn die Säulen mit einer Betriebskraft, einem starken Uhrwerk od. dgl., versehen werden, mittels welcher eine permanente und massenhafte Lufterneuerung um die Instrumente herum erzeugt wird, und wenn metallene, wenig Wanne absorbierende Schirme von geringster Masse zur Anwendung kommen. Wird hierdurch der richtige Gang der Instrumente verbürgt, dann kann man die W. mit Registrierapparaten versehen, welche fortlaufende selbstthätige Aufzeichnungen des Druckes, der Temperatur und der Feuchtigkeit der Luft liefern. Finden aber solche zuverlässig funktionierende W. in, sehr vielen großen und kleinen Städten Aufstellung, so können dieselben nicht nur der Belehrung, sondern auch der meteorologischen Forschung und der gehörig begrenzten Voraussagung des Wetters sehr wesentliche Dienste leisten. Zur Regulierung des Zeitdienstes wird von einem Zentralpunkt aus jeden Tag in früher Morgenstunde in alle dort einmündenden elektrischen Leitungen ein Stromimpuls gesandt, der in allen Endpunkten dieser Linien die daselbst aufgestellten Uhren auf den Bruchteil einer Sekunde genau einstellt. Von allen diesen Punkten wird auf gleiche Weise selbstthätig wieder in alle von dort ausgehenden Linien ein Strom geschickt, der die an den Endpunkten dieser Linien befindlichen Uhren ebenfalls richtig stellt, und indem man dieses Spiel wiederholt, läßt sich den Ortsnormaluhren beliebig vieler Orte richtige Zeit mitteilen. Diese Signalgebung läßtsich völlig automatisch und bei Inanspruchnahnie der einzelnen Telegraphenlinien aufden Bruchteil einer Sekunde genau, und zwar, ohne die Leitungen in ihrem eigentlichen Betriebe zu stören, bestens durchführen. Die richtig gestellten Ortsnormaluhren übermitteln unter Benützung des Telephonnetzes die bis auf wenige Sekunden richtige Zeitangabe den bei allen Fernsprechteilnehmern aufgestellten Telephonuhren, u von diesen werden wieder Gruppenbetriebsapparate in Thätigkeit gesetzt. Der Gruppenapparat gewährt auch demjenigen Teil des Publikums, der nicht zu den Fernsprechteilnehmern gehört, durch dünne, leicht und bequem zu legende Leitungen einen