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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Accordieren - Accumulatoren

(c g /c): der Sextaccord; mit der Quinte als Grundton (g /c /e: der Quartsextaccord; der Septimenaccord bildet auf dcr Terz (/h /d /f /g) den Quintsextaccord, auf der Quinte (/d /f /g /h) den Terzquartsextaccord, auf der Septime (/f /g /h /d) den Sekundquartsextaccord. Konsonierend heißt ein A., wenn alle seine Intervalle zu einander in konsonierenden Verhältnissen stehen; dissonierend wird er, sobald auch nur ein einziges dissonierendes Intervall in dem A. sich findet. Der Dreiklang ist der vollständigste konsonierende A.; alle Septimen-, Nonenaccorde sind dissonierend. Das erste geordnete Accordsystem lieferte Rameau (1722); seit seiner Zeit hat die musikalische Wissenschaft sich mit Vorliebe und oft mit Einseitigkeit diesem Teile der Musiklehre zugewandt. In sämtlichen Harmonie-, Generalbaß- und Kompositionslehren, die seit Rameau erschienen sind, findet man die A. dargestellt. In der sog. Bezifferung (s. d.) ist für sie eine eigene Tonschrift vorhanden.

Accordieren (frz.), einen Accord (s. d.) eingehen.

Accordion, s. Ziehharmonika.

Accorso, Rechtsgelehrter, s. Accursius.

Accouchement (frz., spr. akkusch'máng), Entbindung, Niederkunft; s. Geburtshilfe.

Accoucheur (frz., spr. akkuschöhr),Geburtshelfer.

Accra, Stadt an der Goldküste, s. Akkra.

Accreditieren (frz.), zunächst der Auftrag, einem Dritten zu kreditieren, d. h. mit diesem ein Kreditgeschäft abzuschließen, dann der Auftrag, einem Dritten zu zahlen; im erstern Falle wird der Dritte, als Kreditnehmer, Schuldner des Beauftragten, im letztern nicht. Gewöhnlich versteht man den Ausdruck in letzterm Sinne. Der Auftrag zu zahlen erfolgt regelmäßig in schriftlicher Urkunde, welche Accreditiv oder Kreditbrief genannt und von dem Aussteller demjenigen eingehändigt wird, der die Zahlung empfangen soll. Der Kreditbrief ist meistens limitiert, d. h. er nennt eine höchste Summe, die der Beauftragte zu zahlen befugt ist; er kann auch auf mehrere Firmen in der Weise ausgestellt sein, daß alle zusammen nicht über Limito zahlen sollen, der Inhaber des Briefs aber je nach Bedarf bei jeder einzelnen Firma einen Teil oder die ganze Summe erheben darf. Juristisch wird der Kreditbrief als Anweisung (s. d.) bezeichnet.

Accrediticrung eines Gesandten bedeutet soviel wie Beglaubigung (s. d.).

Accrescenzrecht, s. Anwachsungsrecht.

Accrington (spr. äkkringt'n), Stadt in der engl. Grafschaft Lancashire, am Flusse Hinburn in einem Thalkessel, 32 km im N. von Manchester, hat (1891) 38 603 E., bedeutende Baumwoll- und Chcmikalienfabrikation, Kattundruckerei u. s. w. In der Nähe befinden sich große Kohlengruben.

Accumulatoren (lat., von accumulare, anhäufen), von Armstrong erfundene Vorrichtungen zur Aufsammlung mechan. Arbeit, die auf allmählicher Hebung eines mächtigen Gewichts oder auf starker Kompression atmosphärischer Luft beruhen und kleine, in regelmäßigem Gange befindliche Motoren (Dampfmaschinen) zu plötzlich erforderlichen und sehr beträchtlichen Leistungen befähigen, z. B. zur Hebung großer Lasten (wofür sie in neuester Zeit namentlich in den Trajektanstalten verwendet werden), zu gewaltigen Druckwirkungen bei Schmiedepressen, zum Öffnen und Schließen der Schleusenthore, zur Drehung des Konverters in der Bessemerstahl-Fabrikation, zur Herstellung einer großen Spannung in den Strohhutpressen u. s. w. Die A. haben daher einige Verwandtschaft mit den Federn und Schwungrädern, eignen sich aber zur Aufsammlung viel größerer Arbeitsmengen als die erstern und zur Aufbewahrung derselben für beträchtlich längere Zeiträume als die letztern. Die Verbindung zwischen Motor und Accumulator geschieht zumeist durch ein flüssiges Druckkraftorgan (Wasser, Glycerin) und eine dasselbe einpressende Druckpumpe: ebenso ist der Accumulator mit der zu treibenden Arbeitsmaschine durch eine mit Wasser oder Glycerin gefüllte Rohrleitung zu verbinden.

Eine der gebräuchlichsten Formen der A. zeigt die beistehende Figur. Der Accumulator besteht aus dem senkrechten Cylinder AA von 4-8 m Länge und 40-60 cm Weite, dessen Kolben B mit einem dem erforderten Wasserdruck entsprechenden Gewicht von Steinen, Metall oder Wasser belastet ist. In den Cylinder münden am untern Ende desselben zwei Seitenröhren FF ein; durch die eine derselben tritt das durch die Druckpumpe zugeführte Wasser in den Cylinder, während durch die andere die Verbindung mit der zu betreibenden Arbeitsmaschine hergestellt ist. Indem das Wasser den belasteten Kolben hebt, übt es auf die untere Fläche desselben einen Druck aus, der um den Betrag der zu überwindenden Reibungswiderstände größer als die zu hebende Last ist. Wenn nun das Heben der Last, wie in diesem Falle, äußerst langsam erfolgt, mithin die pro Sekunde aufzuwendende Arbeit eine geringe ist, so genügt bei entsprechend gewählten Dimensionen der Druckpumpe die Kraft eines Mannes, um eine Belastung des Kolbens von 5000 kg zu heben. Sobald der Cylinder des Accumulators mit dem der Arbeitsmaschine in Verbindung gesetzt ist, strömt das in dem erstern befindliche Wasser unter starkem Druck in den letztern ein, um hier so lange auf den Kolben zu wirken, bis der Druck des Wassers in beiden Cylindern gleich groß ist. Der Accumulator nimmt demnach die Arbeit einer längere Zeit wirkenden kleinern Kraft (der Druckpumpe) auf, um sie innerhalb einer weit kürzern Zeit an die Arbeitsmaschine abzugeben.

^[Abb.]

Elektrische A., auch Sammler oder Speicherzellen genannt, sind Apparate zur Aufspeicherung (Accumulierung) von elektrischer Energie, deren Grundlage eine Entdeckung bildet, die der deutsche Arzt Sinsteden (1854) machte und in "Poggendorffs Annalen" beschrieb, und deren erste Ausführung von Gaston Planté (1860) herrührt (s. Elektrische Polarisation). Die Verwendung von A. in der größern Praxis gehört aber erst der allerjüngsten Zeit an, weil es lange nicht gelingen wollte, dieselben genügend haltbar und dauerhaft zu machen.

Seit aber diese Schwierigkeiten überwunden worden, nimmt ihre Anwendung täglich zu, und zwar verwendet man sie sowohl als Ausgleichsapparate, wie auch als Vorratsmagazine für Elektricität. Als Ausgleichsapparate bilden sie einen wichtigen Bestandteil der Elektricitätswerke (s. d.), indem sie dazu