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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Accumulieren; Accurat; Accursius; Accusativ

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Accumulieren - Accusativ

Bleiglätte, wieder mit Schwefelsäure oder mit einer Lösung von schwefelsaurer Magnesia angemacht.

Diese Platten werden je nach dem Fassungsvermögen, das man dem einzelnen Element zu geben beabsichtigt, in größerer oder geringerer Zahl durch Anlöten seitlich angegossener Zungen, der sog. Fahnen, an Bleistreifen zu einem Satz vereinigt, derart, daß nach dem Einsetzen der beiden Sätze in das Batteriegefäß die einzelnen Platten fingerförmig ineinandergreifen, überall den gleichen, durch isolierende Zwischenlagen (meist Glas) gesicherten Zwischenraum haben und außerdem jede positive zwischen zwei negativen Platten liegt, zu welchem Ende der negative Satz halbe, nur auf der innern Seite mit Masse bedeckte Endplatten, scheinbar also eine Platte mehr hat als der positive Satz.

Nach dem Faureschen Verfahren, oder einem aus ihm abgeleiteten arbeiten die meisten Fabriken. Nur die vorzüglichen Tudor-Platten der Firma Müller & Einbeck (jetzt Accumulatorenfabrik, Aktiengesellschaft, Hagen in Westfalen), deren Vorgehen die deutsche Accumulatorenindustrie ein gut Teil ihres Vorsprungs vor der fast aller andern Industriestaaten zu danken hat, werden nach einem etwas abgeänderten Plante-Verfahren hergestellt. Die gleichfalls gegossenen Platten dieses Elementes haben horizontale Rippen, deren Zwischenräume nach Beendigung der Plante-Formation, um dem Elemente, namentlich für den Anfang, eine genügende Kapacität zu geben, mit der Faureschen Paste ausgestrichen werden, worauf die Platten abermals formiert werden. Durch Pressen hergestellt und daher viel dichter und bei demselben Gewichte von größerer Widerstandsfähigkeit als Gußplatten ist das Gerüst des Accumulators der Elektricitäts-Maatschappij, System de Khotinsky in Gelnhausen.

Außer den genannten sind in der größern Praxis vorzugsweise in Gebrauch die A. von Gottfr. Hagen in Köln und von Correns und diejenigen von Huber und von der Maschinenfabrik Oerlikon bei Zürich, die beiden letztern namentlich für lokomobile motorische Anlagen, aber auch für Lichtanlagen. Bei Huber sind die Massewürfel, welche die Maschen des als Gerippe dienenden Volkmarschen Gitters ausfüllen, sämtlich durchlocht, um ihre bei Ladung und Entladung statthabenden Volumenänderungen, die sonst ein allmähliches Lockern und schließliches Herausfallen derselben aus den Maschen, auch ein Verbiegen der Platten veranlassen, unschädlich zu machen, zugleich aber auch die Berührungsfläche mit der Säure und damit die Leistungsfähigkeit und die Kapacität des Accumulators zu vergrößern. Der Oerlikon-Accumulator hat, soweit er für lokomobile Anlagen benutzt wird, statt des gewöhnlichen flüssigen ein durch Hinzufügen von Natron-Wasserglas zu der verdünnten Schwefelsäure erhaltenes gelatinöses Elektrolyt, was den großen Vorteil hat, daß durch die bei lokomobilen Anlagen unvermeidlichen Stöße und Erschütterungen kein Verschütten des Elektrolytes statthaben und daß aus den Platten keine Füllmasse herausfallen kann, daß die Gasentwicklung beim Laden vermieden ist, und daß selbst das Zerbrechen eines Gefäßes keinen Schaden bringt.

Die elektromotorische Kraft oder die Klemmspannung der einzelnen Zelle ist, unabhängig von der besondern Art des Elements, nach anfänglich raschem, nur wenige Minuten andauerndem Fall lange Zeit hindurch (je nach der Stärke des Entladestroms und der besondern Art des Elementes 3-10 Stunden hindurch) nahezu völlig gleichbleibend, würde aber, wenn weiter benutzt, rasch wieder fallen.

Die Kapacität des einzelnen Elementes, d. i. die Elektricitätsmenge in Amperestunden, die es während der Entladung abgiebt und die mit der Zahl der zu einem Satz vereinigten Platten, natürlich aber auch mit deren Größe wächst, steigt bei den meisten Fabriken ziemlich gleichartig von gegen 30 bis 2000 Amperestunden; die Kapacität für 1 kg Gewicht ist dagegen sehr verschieden, von 1,83 und 2,9 für rasche und langsame Entladung beim Tudor-Accumulator bis 5,9 beim Oerlikon- und 11,1 beim Huber-Accumulator für lokomobile motorische Anlagen. Durch Vereinigung mehrerer Elemente zu einer Batterie kann die Kapacität erhöht werden, indem man die Elemente zu zweien oder mehrern nebeneinander schaltet, es muß aber durch Hintereinanderschaltung einer entsprechenden Zahl von Zellen die Spannung der Batterie auf die erforderliche Höhe gebracht werden. Diese ändert sich während der Entladung um soviel mal mehr als bei der Einzelzelle, als Zellen hintereinander geschaltet sind. Für Lichtbetrieb mit 110 Volt würde die Spannung beispielsweise, wollte man während der ganzen Entladezeit alle 60 Zellen hintereinander einschalten, fallen von 60 x 1,9 = 114 Volt bis auf 60 x 1,85 = 111 Volt; ein Unterschied, der für einen günstigen Betrieb der Lampen zu groß ist, und den man dadurch vermeidet, daß man anfangs nur 58 Zellen einschaltet, wobei die Spannung = 58 x 1,9 = 110,2 beträgt, und die beiden noch fehlenden erst nach dem ersten und zweiten Drittel der Entladezeit hinzuschaltet.

Der Wirkungsgrad der A., d. h. das Verhältnis der durch Entladen nutzbar wieder gewonnenen Stromarbeit zu der hineingeladenen, ist ein verhältnismäßig hoher; er beträgt bei guten A. 75-80 Proz.

Vgl. Rühlmann, Über elektrische Sammler (in der "Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure", 1887, 1889); Hoppe, Die A. für Elektricität (2. Aufl., Berl. 1892): Sack, Die elektrischen A. (Wien 1892); Zacharias, Die A. (Jena 1892). Specielle Anleitung für die Behandlung der A. geben: Heim, A. für Beleuchtungsanlagen (Lpz. 1892) und die vorzügliche Beschreibung, Aufstellung, Behandlung und Erhaltung von A. der Accumulatorenfabrik Hagen in Westfalen (Hagen 1890).

Accumulieren (lat.), anhäufen, ansammeln; davon Accumulation, Ansammlung, Anhäufung, und Accumulator (s. Accumulatoren).

Accurat (lat.), genau, pünktlich; davon Accuratesse, Genauigkeit, Pünktlichkeit.

Accursius, Franciscus, ital. Accorso, ital. Jurist, geb. um 1180 im Florentinischen, war Schüler des Azo, lehrte seit 1221 zu Bologna und starb um 1260. Sein Ruhm gründete sich auf die "Glossa ordinaria", die, auch "Glossa" schlechthin genannt, in einer großen Sammlung von Glossen seiner Vorgänger und Zeitgenossen besteht. In den Gerichten erhielt sie gesetzliches Ansehen. - Vgl. Claussen, Denuo edendae Accursianae glossae specimen (Halle 1828); Landsberg, Die Glosse des A. (Lpz. 1883).

Accusativ (lat. accusativus), der Casus, der das Nomen oder Pronomen in eine, durch die Natur des Verbums und des Nomens oder Pronomens sich ergebende Beziehung bringt. Drückt das Verbum ein Affizieren aus, so erscheint der A. als A. des Objekts, z. B. "ich wasche die Hand"; drückt das Verbum ein Hervorbringen aus, so erscheint der A.