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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Alex; Alexander (der Große)

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Alex – Alexander (der Große)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Alëuten'

rege Thätigkeit äußert sich jetzt durch ab und zu ausgestoßene Rauchsäulen und sich öfters wiederholende leichte Erdstöße. Das Klima ist rauh und sehr feucht; eine Beobachtungsreihe von 7 Jahren ergab nur 53 Tage mit klarem, 1203 mit wolkigem Wetter und 1230 mit Schnee, Regen oder Hagel; die Julitemperatur beträgt 10° C. Die Inseln sind deshalb völlig baumlos, nur zwerghaftes Gestrüpp findet sich überall zerstreut und dichter Graswuchs oder Moose und Flechten bedecken den Boden, der aber wegen der langen, futterlosen Winter auch nicht zur Viehweide benutzt werden kann. Anbauversuche von Gemüse und Kartoffeln haben zwar keine unmittelbar negativen Erfolge gehabt, sind aber wegen mangelnder Einträglichkeit aufgegeben worden. Der Reichtum der Inseln besteht in zahlreichen jagdbaren Tieren, die vor allem die Küstengewässer bevölkern; Füchse aller Schattierungen und andere kleinere Pelztiere werden jährlich in großer Anzahl erlegt; aber die Hauptbeschäftigung der etwa 2000 Inselbewohner, Eskimos stark mit russ. Blut vermischt, ist der Stockfisch-, Walroß-, Seehund- und vor allem der einträgliche Seeotterfang, der die Bewohner dieser armseligen Inseln zu einer gewissen Wohlhabenheit und Kultur hat gelangen lassen. Von Haustieren werden Hund und Renntier gehalten. Außer der Hauptkirche in Iliuliuth auf Unalaschka befindet sich bei jeder Niederlassung eine kleine Kapelle, in der von Eingeborenen Andachtsübungen gehalten werden, und auf jeder größern Insel findet sich auch eine von den hier Handel treibenden Firmen aus San Francisco unterhaltene Schule. Man teilt die A. von Westen nach Osten in folgende Gruppen: Fuchsinseln mit Unimak, Unalaschka, Umnak und der ungefähr 16 km nördlich von dieser, im Mai 1796 bei einem Erdbeben aus dem Meere emporgetauchten Bogoslovinsel; die Vier-Berg-Inseln, die Andrejanowsky-Inseln mit Atkha, die Ratteninseln und die Nahen Inseln mit Attu, auf der sich die äußerste Ansiedelung der ganzen Gruppe befindet. – Bis 1807 waren die Inseln mit Alaska im Besitz von Rußland, nachdem sie in der Mitte des 18. Jahrh. von Russen zuerst betreten und nach und nach in Besitz genommen waren. Durch den Vertrag vom 30. März 1807 gingen sie an die Vereinigten Staaten über.

Alex, s. Halec.

Alexander der Große, Sohn Philipps von Macedonien und der Olympias, einer Tochter des Molosserfürsten Neoptolemus von Epirus, war zu Pella 350 v. Chr. geboren. Leonidas, ein Verwandter von mütterlicher Seite, Lysimachus und seit 343 Aristoteles waren seine Erzieher und Lehrer. Namentlich von letzterm erhielt er eine umfassende hellenische Bildung. Große Tapferkeit und Feldherrnblick zeigte er schon in der Schlacht bei Chäronea 338, wo er die Heilige Schar der Thebaner niederwarf und den Sieg entschied. Als Philipp zu Anfang Aug. 330 ermordet wurde, ergriff A., kaum 30 J. alt, die Zügel der Regierung, rächte des Vaters Tod und nötigte durch schnelles Zugreifen die Griechen (mit Ausnahme der Spartaner), ihm wie bisher seinem Vater die Hegemonie zuzugestehen und ihn als unumschränkten Oberfeldherrn in dem geplanten Perserkriege anzuerkennen. Durch einen glänzenden Feldzug im Frühling und Sommer des J. 335 nötigte er auch die Völker Thraziens südlich der Donau und Teile von Illyrien, seine Herrschaft ↔ anzuerkennen. Inzwischen hatten auf das Gerücht von seinem Tode insbesondere die Thebaner zu den Waffen gegriffen, und die Athener, von Demosthenes getrieben, beabsichtigten, sich mit ihnen zu vereinigen. Schnell rückte A., um diese Vereinigung zu hindern, vor Theben, das er eroberte und von Grund aus zerstörte (Sept. 335). Diese Strenge that ihre Wirkung; jeder Widerstand Griechenlands erlosch.

A. ernannte dann den Antipater zu seinem Stellvertreter in Europa und begann den Zug nach Persien, indem er im Frühjahr 334 mit 30000 Mann zu Fuß und 5000 Reitern den Hellespont überschritt, Seinen ersten Sieg gewann er am Flusse Granicus, Mai 334. Die meisten Städte Kleinasiens, selbst Sardes, öffneten ihm nun die Thore, nur Milet und Halikarnaß widerstanden länger. Im Spätjahr 334 und zu Anfang 333 wurden Karien, Lycien, Pamphylien und Phrygien (s. Gordium), dann (Sommer 333) Kappadocien erobert. Nur Bithynien und die Küstenstriche des Pontus behielten ihre Unabhängigkeit. Ungehindert zog A. nach Cilicien, aber in Tarsus hemmte eine schwere Krankheit seinen Siegeslauf. Kaum hergestellt, rückte A. ostwärts durch die Engpässe Ciliciens über Issus nach Myriandros. Der Perserkönig Darius Codomannus rückte gleichzeitig mit einem ungeheuern Heere durch das Amanusgebirge in Cilicien ein und befand sich so gegen sein eigenes und Alexanders Vermuten im Rücken der Macedonier. Bei Issus, in einem engen, für die Aufstellung der pers. Heeresmassen äußerst ungünstigen Thale kam es im Nov. 333 zur Schlacht und zur völligen Besiegung der Perser. In die Hand des Siegers fiel das Lager und die Familie des Darius, die A. würdig behandelte. Den König, der gegen den Euphrat floh, verfolgte A. nicht, sondern zog nach Phönizien. Zwei Friedensanträge des Darius wurden abgewiesen. Die Macedonier besetzten Damaskus, wo sich die von den Persern mitgeführten Schätze befanden, und versicherten sich der Städte längs des Mittelländischen Meers; Tyrus ward nach siebenmonatigem hartnäckigen Widerstand erst im Aug. 332 erobert. Siegreich durchzog A. darauf Palästina, wo sich ihm alle Städte bis auf Gaza, das erst nach zweimonatiger Belagerung im Nov. 332 fiel, unterwarfen. Ägypten fiel ihm ohne Schwertstreich zu. A. ließ die einheimischen Sitten und Religionsgebräuche unangetastet und sicherte dadurch seine Herrschaft, richtete überhaupt die Regierung des Landes mit großer Weisheit ein und gründete Alexandria. Von da zog er durch die Libysche Wüste zu Anfang 331 zum Heiligtume des Zeus (Jupiter) Ammon, dessen Priester ihn nach Art der alten Pharaonen zum «Sohne des Ammon» weihten. Im Frühjahr 331 brach A. gegen Darius auf, der in Assyrien eine neue Streitmacht zusammengebracht hatte. Bei Gaugamela, unweit Arbela, kam es 1. Okt. 331 zur Schlacht. Trotz der großen Überzahl des feindlichen Heers erfocht A. einen vollständigen Sieg. Darius entkam nach Medien. A. rückte nach Süden vor und besetzte Babylon und Susa.

Jetzt galt es, die neue Herrschaft einzurichten. A. zog auch Perser zur Verwaltung der eroberten Provinzen bei, nur stellte er ihnen für Kriegsmacht und Finanzen Macedonier und Griechen zur Seite. Überhaupt strebte er nach einer Verbindung und Ausgleichung pers. und griech. Wesens, wodurch freilich auf die Macedonier und A. selbst auch die schlimmen Seiten orient. Wesens Einfluß gewannen. Von Susa zog A. gegen Persepolis. Der Paß dahin, die