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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Alfons

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Alfons I. (König von Neapel) - Alfons XII. (König von Spanien)

Ptolemäischen Planetentafeln, deren Abweichung von den Beobachtungen man schon seit längerer Zeit erkannt hatte, ließ er neue herstellen, für welchen Zweck er 1248 über 50 der berühmtesten Astronomen nach Toledo berief. Diese Tafeln, noch jetzt als Alfonsinische Tafeln bekannt, wurden 1252 vollendet. Die "Opusculos legales" A.' wurden von der königl. Akademie (Madr. 1836) herausgegeben. - Vgl. Busson, Die Doppelwahl des Jahres 1257 und das röm. Königtum A.'X. von Castilien (Münst. 1866); Schirrmacher, Geschichte Spaniens, Bd. 4.

Alfons I., König von Neapel, s. Alfons V., König von Aragonien.

Alfons II., König von Neapel, geb. 1448, ältester Sohn Ferdinands I. (s. d.), als Kronprinz im Krieg thatkräftig, aber äußerst gewaltthätig, legte beim Anmarsch Karls VIII. von Frankreich die kaum übernommene Regierung zu Gunsten seines Sohnes Ferdinands II. 21. Jan. 1495 nieder und starb 19.Nov.

Alfons, Graf von Poitou und Toulouse, Sohn Ludwigs VIII. von Frankreich, erbte von diesem die Grafschaft Poitou. Im Frieden zu Paris 1229 wurde ihm Johanna, die Tochter des Grafen Raimund VII. von Toulouse, zur Gemahlin bestimmt. Als Raimund 1249 ohne Sohn starb, fiel an A. das ganze Erbe seiner Gattin, so daß er den größten Teil von Languedoc und links von der Rhône das Venaissin beherrschte, welches Gebiet er durch eine vortreffliche Verwaltung zu ordnen sich bemühte. Er war 1249 der Kreuzfahrt seines Bruders Ludwig IX. gefolgt und wurde 1250 mit ihm in Ägypten gefangen, bald aber gegen ein Lösegeld freigegeben. Auch am Kreuzzug des Königs nach Tunis 1270 beteiligte er sich, erkrankte hier und starb auf der Rückreise am 21. Aug. 1271 in Savona; am nächsten Tage verschied seine Gattin, die ihn begleitet hatte. Da sie keine Kinder hatten, fiel ihr Besitz an die franz. Krone. - Vgl. Boutaric, Saint Louis de A. de Poitiers (Par. 1870).

Alfons I., der Eroberer (el Conquistador), erster König von Portugal (1139-85), der Sohn Heinrichs von Burgund, des Eroberers und ersten Grafen von Portugal, war bei dem Tode seines Vaters 1112 erst 2 J. alt, weshalb seine Mutter Theresia von Castilien die Regentschaft übernahm. 1128 zur Regierung gelangt, hatte er mit Castilien, dessen Oberhoheit er nicht anerkannte, Kämpfe zu bestehen, schlug die Mauren bei Ourique 25. Juli 1139 und nannte sich nun König von Portugal, indem er vom Papste die Anerkennung dieses Titels durch einen Zins erkaufte (1142). Auf den Cortes zu Lamego setzte er 1143 die Thronfolgeordnung, die Rechte des Adels und den Gang der Rechtspflege fest. Mit Hilfe zufällig vorüberfahrender Kreuzfahrer eroberte er 25. Okt. 1147 das von Mauren besetzte Lissabon. Dann nahm er 1158 Alcacer-do-Sal, 1166 Evora, kämpfte auch siegreich 1171 bei Santarem, schlug daselbst 1184 den Almohaden Jussuff ibn Jakub und dehnte seine Herrschaft bis an die Grenze von Algarve aus. A. rief die Tempelritter und Johanniter ins Land, stiftete auch die Ritterorden von Avis und vom heil. Michael. Er starb 6. Dez. 1185 zu Coimbra, seiner gewöhnlichen Residenz, worauf sein Sohn Sancho I. die Regierung antrat.

Alfons II., III., IV., V., Könige von Portugal, s. Portugal.

Alfons VI., König von Portugal (1650-67), aus dem Hause Braganca, geb. 12. Aug. 1643 als zweiter Sohn Johanns' IV., war anfangs zum geistlichen Stande bestimmt, doch infolge des Todes seines ältern Bruders fiel ihm 1656 die Krone zu, zunächst unter der Vormundschaft seiner Mutter Luise de Guzman. Sie führte die Regentschaft auch noch einige Zeit nach seiner Mündigkeit fort, da der kränkliche und ausschweifende König wenig Sinn für die Geschäfte zeigte. Aber Gegner der von ihr begünstigten Jesuiten vermochten A., seine Mutter vom Staatsruder zu entfernen (23. Juni 1662). Jetzt erlangte der Minister Graf Castelho Melhor große Gewalt. Unter dem General von Schomberg wurden mit engl. und franz. Hilfsvölkern siegreiche Kämpfe gegen Spanien geführt. A. vermählte sich 1666 mit Maria Franziska Elisabeth von Savoyen, die sich aber bald mit den Jesuiten und dem unzufriedenen Bruder des Königs, Dom Pedro, zu seinem Sturze verband. A. mußte 23. Nov. 1667 abdanken; er wurde erst nach der Insel Terceira, dann nach Cintra in Haft gebracht, wo er 12. Sept. 1683 starb. Dom Pedro bestieg den Thron.

Alfons XII., Franz von Assis, König von Spanien, geb. 28. Nov. 1857 als der einzige Sohn der Königin Isabella II. aus deren Ehe mit dem damaligen Infanten (nachmaligen Titularkönig) Franz von Assis. A., der als präsumtiver Thronfolger den Titel Prinz von Asturien führte, verließ nach dem durch die Septemberrevolution von 1868 erfolgten Sturze der bourbonischen Dynastie mit seinen Eltern Spanien, erhielt dann bis zum Sommer 1874 auf der Theresianischen Akademie zu Wien seine wissenschaftliche Ausbildung und bezog darauf die Militärschule zu Sandhurst in England. Da Isabella II. bereits 25. Juni 1870 zu Gunsten ihres Sohnes auf den span. Thron verzichtet hatte, erklärte sich A., als er 28. Nov. 1874 großjährig proklamiert worden war, in einem Manifest 1. Dez. für den einzigen Repräsentanten des monarchischen Rechts in Spanien. Nach der Abdankung des Königs Amadeus und nach dem gänzlichen Mißerfolg der republikanischen Regierung, die über den karlistischen Aufstand nicht Herr wurde, waren die Verhältnisse für die Restauration der bourbonischen Dynastie günstig. General Martinez Campos proklamierte 29. Dez. in Murviedro (Sagunt) Isabellas Sohn als König A. XII. von Spanien. A. landete 9. Jan. 1875 in Barcelona, hielt am 14. seinen Einzug in Madrid und ernannte Canovas del Castillo zum Präsidenten des neuen Ministeriums. Die neu gewählten Cortes beschlossen eine neue Verfassung. Im Kriege gegen die Karlisten übernahm im Febr. 1876 A. selbst das Oberkommando, wurde aber bei Lacar geschlagen und kehrte bald nach Madrid zurück. A. vermählte sich 23. Jan. 1878 mit der Prinzessin Maria de las Mercedes, der dritten Tochter des Herzogs von Montpensier, des Schwagers Isabellas; aber schon 26. Juni starb die Königin nach kurzer Krankheit. Ein Attentat des der Internationale angehörenden Böttchergesellen Juan Oliva y Moncasi auf den König, 25. Okt. 1878, mißlang. Am 29. Nov. 1879 vermählte sich A. zum zweitenmal mit der Erzherzogin Maria Christina (s. d.) von Österreich. Auf einer Spazierfahrt wurden 30. Dez. von dem galicischen Arbeiter Gonzalez Otero auf das Königspaar zwei Schüsse abgefeuert, ohne jedoch zu treffen.

Im Spätsommer 1883 unternahm A. eine Reise nach Österreich und Deutschland, wohnte den preuß. Manövern in der Umgegend von Frankfurt a. M. bei und wurde vom Kaiser Wilhelm I. zum Chef