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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Alhambra; Alhenna; Alhidade; Alhucemas; Ali (Pascha)

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Alhambra - Ali (Pascha)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Alhama'

Anmerkung: Fortsetzung von Nummer 2)

wichtigsten Festungen des maur. Reichs von Granada und Schatzkammer seiner Könige und wurde in der Nacht vom 27. zum 28. Febr. 1482 von den Spaniern unter dem Marquis von Cadiz erobert und geplündert. Am 25. und 26. Dez. 1884 wurde A. durch ein Erdbeben schwer mitgenommen. –

3) A. de Murcia, Stadt (Villa) im Distrikt Totana der Provinz Murcia, am Fuße der gleichnamigen Sierra, hat (1887) 7203 E. und ist Badeort mit Schwefelthermen von 32,5 bis 46° C., sowie beliebter Frühlingsaufenthalt der Murcianer. –

4) A. la seca, Dorf im Distrikt Canjayar der Provinz Almeria im Thale des Rio de Almeria, hat (1887) 3891 E. und in der Nähe ein Bad mit Quellen von 31 bis 44° C.

Alhambra (aus dem arab. Kelât al-hamrah, «die rote Burg»), das berühmteste Denkmal maur. Baukunst, war die ehemalige Zwingburg der maur. Könige, welche die Stadt Granada an ihrer Südostseite überragt. Sie krönt die fast ebene Kuppe eines Felsens, der den Darro und den Jenil vor ihrer Vereinigung trennt. Der großartige Bau hat ungefähr 3,5 km im Umfang und ist noch von der ursprünglichen, mit vielen Türmen versehenen Ringmauer umgeben. Außer dem maur. Königspalaste, 1213–1338 erbaut, an der nördl. Seite der Ringmauer, finden sich innerhalb derselben eine Pfarrkirche, ein ehemaliges, jetzt als Kaserne benutztes Kloster, eine Anzahl Wohnhäuser und der unvollendet gebliebene Palast Karls Ⅴ. an der Stelle des Winterpalastes der maur. Könige. Ein Teil der alten Türme und Gebäude diente früher als Staatsgefängnis. Durch einen herrlichen Park mit reichlich fließenden Wassern ist die A. von den Torres Bermejas, einer andern, angeblich von den Phöniziern gegründeten Burg, getrennt. An der Westseite des Königspalastes tritt man zunächst durch ein einfaches Thor in die Säulenhalle ein, welche den größten rechteckigen Hof umschließt, den Patio de la Alberca, öfter noch Patio de los Arrayanes (Myrtenhof) genannt; in diesem befindet sich eine der drei im 16. Jahrh. im Innern der A. gefundenen sog. Alhambravasen aus emaillierter Fayence; an der nördlichen schmalen Seite desselben gelangt man durch einen Vorsaal in den Saal der Gesandten, einen quadratischen Raum mit einer fast 20 m hohen Kuppel, in welchem sich die ganze Pracht der maur. Baukunst entfaltet. Von dem Patio de la Alberca gelangt man nach Osten in den Löwenhof mit einem auf 12 Löwen ruhenden Springbrunnen, an den sich der Saal der zwei Schwestern, so genannt von zwei großen, ganz gleichen Marmorplatten, der Saal des Gerichts und der Saal der Abencerragen anschließt. Überall ordnen sich um diese Höfe zierliche Säulenhallen, kühle Gemächer, Gärtchen mit fließendem Wasser, nach außen Balkone mit Aussicht auf die Landschaft. Die Wände dieser Säle und Höfe sind mit farbig gemusterten Thonfliesen (Azulejos, s. d.) oder gefärbter Gipsmasse verziert, die Gewölbe mit einem tropfsteinartigen Schmuck versehen. Das Äußere dagegen ist ernst, festungsmäßig und ohne Symmetrie behandelt. Nordöstlich von der A., auf der Cuesta de los Molinos, von dem maur. Schloß durch einen tiefen, mit hohen Bäumen bewachsenen Abhang getrennt, liegt der reizvolle Sommerpalast Generalife. In der Feinheit der ornamentalen Durchbildung, im Reichtum der malerischen Wirkung gehört die A. zu den schönsten Schöpfungen der Architektur aller Zeiten. Namentlich bildet sie einen vollendeten Ausdruck des ritterlichen, dichterisch ↔ durchgeistigten Lebens ihrer arab. Erbauer. Ihre Lage oberhalb der malerischen Stadt und der fruchtbaren Ebene (Vega) und zu Füßen der Sierra Nevada, ferner die Üppigkeit der Vegetation vervollkommnen ihre Schönheit. 1890 wurde die A. durch Brand beschädigt. Unter den Prachtwerken über dieselbe sind zu nennen: Murphy, The Arabian antiquities of Spain (Lond. 1816); Girault de Prangey, Monuments arabes et moresques d'Espagne, contenat souvenirs de Grenade et de l'A. (Par. 1839); Owen Jones, Plans, elevations, sections and details of the A. (2 Bde., Lond. 1842–45); Bisson, Choix d'ornements arabes de l'A. (Par. 1855); Monumentos arquitectónicos de España (Madr. 1859 fg.); M. Junghändel, Die Baukunst Spaniens (Dresd. 1889 fg.); C. Uhde, Baudenkmäler in Spanien und Portugal (Berl. 1889 fg.). – Vgl. Irving, The A., und die meisterhafte Schilderung bei A. F. von Schack, Poesie und Kunst der Araber (Berl. 1865; 2. Aufl., Stuttg. 1875). (S. Tafel: Kunst des Islam I und II, Fig. 3, beim Artikel Islamitische Kunst.)

Nachahmungen der charakteristischsten Teile der A. enthält der Alhambra-Court des Glaspalastes zu Sydenham (von Owen Jones ausgeführt) und das königl. Schloß Wilhelma bei Stuttgart (1842–51 von Zanth erbaut).

Alhenna, unechte Alkanna, s. Alkannawurzel.

Alhidāde (arab., «Zähler»), bei Winkelmeßinstrumenten der um den Mittelpunkt der Teilung drehbare Arm, dessen Stellung auf dem Teilkreis den zu messenden Winkel entweder unmittelbar angiebt oder berechnen läßt. An ihrem Ende kann die A. entweder eine einfache Marke, Index, tragen, die den jeweiligen Stand der A. zur Teilung angiebt, oder, wenn eine größere Genauigkeit der Ablesung erforderlich ist, einen Nonius (s. d.) oder ein Ablesemikroskop (s. d.). Bei einigen Instrumenten bildet die A. einen Vollkreis (Alhidadenkreis), der sich konzentrisch zum eigentlichen Teilkreis bewegt.

Alhucēmas, s. Presidios.

Ali, Pascha von Jannina, genannt Tepedelenli, wurde 1741 als Sohn eines albanes. Häuptlings zu Tepeleni im südl. Albanien geboren. Nach der Besiegung Selim Paschas, des Statthalters von Delvino, schwang er sich selbst zum Statthalter von Südalbanien auf und wurde als solcher vom Diwan mit der Stellung eines Dervendschi Pascha, d. h. Kommandanten der thessal.-epirot. Gebirgspässe, betraut. Während des türk. Krieges mit Rußland und Österreich seit 1787 erhielt er noch die Statthalterschaft von Trikala in Thessalien und bemächtigte sich 1788 Janninas. Nach dreijährigen Kämpfen unterwarf er 1803 die Sulioten und wurde nunmehr durch den Titel eines Seraskiers von Rumelien ausgezeichnet. A. verstand es, seine Provinzen in Ordnung zu halten: Handel und Gewerbe blühten unter ihm auf. Berühmt wurde er aber vor allem durch seine landesverräterischen Beziehungen zu den europ. Mächten. Schon während des russ. Krieges hatte er mit Potemkin in Briefwechsel gestanden. General Bonaparte schickte ihm während der ägypt. Expedition Offiziere zu und trat als Kaiser 1807 aufs neue mit ihm in Verbindung. Später fand A. es vorteilhafter, sich auf die Seite der Engländer zu schlagen, die ihm 1819 zum Besitz der albanes. Küstenfestung Parga verhalfen. 1820 gelang es dem Sultan Mahmud Ⅱ. nach vielen Anstrengungen seiner Herrschaft ein Ende zu machen. A. wurde

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 401.