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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Altenau; Altenbeken; Altenberg; Altenberg; Altenberga; Altenbochum; Altenburg

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Altenau - Altenburg (Residenzstadt)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Altenahr'

kath. Pfarrkirche, Weinbau (besonders Rotwein). Nahebei an steilem Felsen, 113 m über der Ahr, die Ruinen der Burg A. oder Are, die im 10. Jahrh. durch die Grafen Are erbaut und 1714 durch Kurfürst Joseph Clemens von Köln geschleift wurde. - Vgl. Mönch, A. und seine Umgebung (Linz a./Rb. 1867).

Altenau, Stadt im Kreis Zellerfeld des preuß. Reg.-Bez. Hildesheim, 10 km östlich von Clausthal im Oberharz und am Fuß des Ackerbruchberges, in 500 in Höhe, an der Oker, hat (1890) 2146 evang. E., Post, Telegraph, Oberförsterei mit 4 Förstereien, schöne Kirche, Volksschule, Bergbau auf Silber, Blei, Eisen, Kupfer. A. ist eine der sieben Bergstädte des Kreises und wird als Sommerfrische besucht.

Altenbeken, Dorf im Kreis Paderborn des preuß. Reg.-Bez. Minden, in 235 in Höhe, an der Beke und den Linien Hannover-A. (110,90 km), Soest-Ottbergen-Nordhausen (mit 482 m langem Bekethalviadukt und 163 m langem Tunnel) und A.-Warburg (37,19 km) der Preuß. Staatsbahnen, hat 1410 E., Post, Telegraph, Eisenwerk.

Altenberg, Galmeilagerstätte, s. Moresnet.

Altenberg. 1) A. im Erzgebirge, Bergstadt in der Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde der sächs. Kreishauptmannschaft Dresden, 5 km von der böhm. Grenze, in 747 in Höhe, hat (1890) 1888 evang. E., Amtsgericht (Landgericht Dresden), Post, Telegraph, Zoll-, Untersteueramt, Oberförsterei, evang. Kirche, Postgehilfenvorbereitungsanstalt, Strohflechtschule, Volksschule, reichhaltige Stadtbibliothek, Wasserleitung, Vorschußverein, städtische Sparkasse; Fabrikation von Cigarren, Holzwaren und Kisten, Sammetschneiderei, Bergbau und einen Jahrmarkt. Im nahen Geisingberge das bedeutendste Zinnbergwerk Sachsens mit einer Jahresausbeute von ungefähr 75 000 kg Zinn (gegen 350 000 kg im 15. Jahrh.), 800 kg Wismut und 1750 kg Arsenmehl (Gewerkschaft «Vereinigt Feld im Zwitterstock»). - Vgl. Meisner, Umständliche Nachricht von der Zinnbergstadt A. (Dresd. 1747). 2) Dorf im Kreis Mülheim des preuß. Reg.-Bez. Köln, an der Dhün, 8 km von Burscheid, hat (1890) 176 E. In der Nähe, 14 km nordöstlich von Mülheim im ehemaligen Fürstentum Berg, unweit des Dorfes Odenthal, liegt die 1803 aufgehobene Cistercienserabtei A., die, einst durch ihren Reichtum und Einfluss ausgezeichnet, 1133 vom Grafen Eberhard von Berg durch Verwandlung seines Stammschlosses in ein Kloster begründet wurde. Die 1255 begonnene, 1379 eingeweihte und 1847 erneuerte Kirche (118 in lang, 63 m breit, 30 m hoch), der «bergische Dom», ist im reinsten got. Stile erbaut und eins der bemerkenswertesten Baudenkmäler des Rheinlandes, mit trefflichen alten Glasmalereien. Viele Grabmäler der bis auf Wilhelm III. (gest. 1511) hier beigesetzten Grafen und Herzöge von Berg sind noch gut erhalten. Die frühern Klostergebäude dienen jetzt als Fabrik. - Vgl. Schimmel, Die Cistercienserabtei A. (Münst. 1832); Montanus, Das Kloster A. im Dhünthal (Elberf. 1851).

Altenberga, Pfarrdorf im Amtsbezirk Waltershausen des Herzogtums Sachsen-Gotha, 2,5 km nordwestlich von Georgenthal, hat 351 E. An Stelle der Johanniskirche, die der Sage nach 724 vom heil. Bonifaz, in Wirklichkeit aber 1041 von Graf Ludwig dem Bärtigen auf einem nahen Berge erbaut wurde, steht seit 1811 ein Sandsteindenkmal (9,5 m hoch), «der Kandelaber» genannt. - Vgl. Polack, Der thüring. Kandelaber (Gotha 1855). ↔

Altenbochum, Dorf im Kreis Bochum des preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, 2 km von Bochum, hat (1890) 4480 E., Postagentur, Fernsprechverbindung; Steinkohlenzechen («Karoline» und «Prinz von Preußen»), Dampfmühlen, Ziegeleien und Branntweinbrennereien.

Altenburg. 1) Herzogtum s. Sachsen-Altenburg. - 2) Landratsamtsbezirk im Herzogtum Sachsen-Altenburg, hat (1890) 656,76 qkm, 280 Gemeinden, 119861 (58042 männl., 61819 weibl.) E., 13877 bewohnte Gebäude, 27535 Haushaltungen und Anstalten und umfasst die Amtsgerichtsbezirke A., Schmölln und Ronneburg. Von der ortsanwesenden Bevölkerung sind 110306 Evangelische, 921 Katholiken, 139 sonstige Christen und 33 Israeliten. - 3) Haupt- und Residenzstadt


Textfigur:

des Herzogtums Sachsen-Altenburg, im Ostkreise desselben, unter 50°59'6" nördl.Br. und 12°25'21" östl. L. von Greenwich), 8 km von der preuß. und 5 km von der sächs. Grenze, in 176-224m Höhe, liegt in hügeliger und fruchtbarer Gegend und hat gut gebaute, zum Teil steile Straßen (bis 1:10 m Steigung) und schattige Promenaden an drei großen Teichen und (1890) 31439 E., darunter 599 Katholiken, 1979 Wohngebäude und 7621 Haushaltungen; in Garnison das 1. und 4. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 96. Die jährliche Zunahme betrug 1885-90: 466, die Zahl der Geburten (1894) 1122, der Todesfälle 776, der Eheschließungen 261.

Kirchen. Von den sechs evang. Kirchen sind erwähnenswert die 1411 erbaute spätgot. Schloßkirche (ursprünglich Marienkapelle und 1413-1533 dem Kollegiatstift St. Georg gehörig) mit dem Grabmal der Stammmutter des sächs. Hauses, Kurfürstin Margarete (gest. 1486), die Bartholomäikirche (1089 erbaut und 1878 erneuert) und die Brüderkirche; ferner die roten Spitzen, ein 1172 von Kaiser Friedrich 1. gegründetes, 1533 aufgehobenes, 1872 erneuertes Augustinerkloster mit dem Staatsarchiv.

Weltliche Gebäude. Das auf einem mächtigen, steilen Porphyrfelsen liegende herzogl. Schloß, eine der schönsten und größten Residenzen (aus dem 11. Jahrh., nach den Bränden von 1444, 1518, 1606, 1609, von 1706-44 neu gebaut, die 1865 und 1868 abgebrannten Flügel erneuert) mit neuem, prächtigem Saale, einer Rüst- und Kunstkammer, schönem Park und historisch merkwürdig durch den sächs. Prinzenraub (s.d.); das Rathaus am Markt, 1562-64 von Nik. Grohmann-Weimar in deutschem Renaissancestil erbaut, das neue Museum (1877 erbaut) mit der Lindenauschen Gemäldegalerie (166 ital. Originale, 76 Kopien nach Raffael u. a.), Skulpturen, Altertümern (300 alte Vasen), Kunst- und reicher Schmetterlingsammlung; die got. Fürstengruft (1840 erbaut), das neue Hoftheater (16. April 1871 eröffnet), das neue Ministerial- und Landschaftsgebäude (1895), das Siegesdenkmal (1870/71, 18. Juni 1880 enthüllt), das Denkmal Kaiser Wilhelms I. (von Bärwald in Berlin, 20. April 1891 enthüllt), beide am Fuße des Schloßbergs, und das Brehm-Schlegeldenkmal.

Verwaltung und Finanzen. Die Stadt wird verwaltet von einem Oberbürgermeister (lebenslänglich, 7500 M.), einem Bürgermeister (lebenslänglich, 4500 M.), 9 Mitgliedern des Magistratskollegiums und 32 Stadtverordneten (Vorsteher

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 464.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 464.