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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Amarellen; Amari; Amari (Michele); Amarin; Amarin (Sankt); Amaru; Amaryllidaceen; Amaryllis

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Amarellen - Amaryllis

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Amarapura'

Mamii mit 250 m hohen Pfeilern aus vergoldetem Holz, ein sehr besuchter Wallfahrtsort, der eine (1784 als größte Siegestrophäe aus Arakan hierher gebrachte) Kolossalstatue Buddhas einschließt.

Amarellen, s. Kirsche.

Amari, Emerico, ital. Publizist, geb. 9. Mai 1810 in Palermo, studierte Rechts- und Volkswirtschaft und gründete mit Fr. Ferrara 1838 in Palermo ein «Giornale di Statistica», ward 1841 Professor des Strafrechts und veröffentlichte «Trattato sulla teoria del progresso». Seit 1842 Direktor der dortigen Strafanstalt, beteiligte er sich 1847–48 an der republikanischen Bewegung. Ins Parlament gewählt, ward er Vicepräsident und gehörte zu den tüchtigsten Rednern. Als neue Feindseligkeiten zwischen den neapolit. Truppen und Sicilien ausbrachen (23. März 1849), eilte er in die Heimat zurück, mußte aber bald fliehen. Er zog sich ins Königreich Sardinien zurück, wo er als Professor an der Universität Genua sein Hauptwerk «Critica di una scienza delle legislazioni comparate» (Genua 1857) schrieb. 1861 kehrte er heim, trat in die Statthalterei Siciliens und 1867 ins ital. Parlament. Er starb 20. Sept. 1870 in Palermo. – Vgl. Sampolo, Commemorazione di E. A. (Palermo 1871).

Amari, Michele, ital. Staatsmann, Geschichtschreiber und Orientalist, geb. 7. Juli 1806 zu Palermo, widmete sich früh dem Studium der Geschichte Siciliens, als dessen Frucht 1834 «Fondazione della Monarchia dei Normanni in Sicilia» erschien. Bald darauf siedelte A. als Justizbeamter nach Neapel über. Sein Hauptwerk «Un periodo delle istorie siciliane nel secolo XIII» (Palermo 1841) zog ihm durch die patriotische Tendenz Verfolgung zu, weshalb er nach Paris floh und es hier 1843 als «La guerra del Vespro Siciliano» (9. Aufl., 3 Bde., Mail. 1885; deutsch von Schröder, 2 Bde., Lpz. 1851) neu drucken ließ. Später erschien «Altre narrazioni del Vespro Siciliano» (Mail. 1886). Die Revolution von 1848 führte ihn zurück; er wurde Mitglied des Parlaments, ging mit diplomat. Aufträgen nach Frankreich und England, mußte aber 1849 beim Siege der bourbonischen Reaktion über Malta nach Paris fliehen. Hier setzte er seine Forschungen fort und ergänzte sie durch Studien der arab. Litteratur. Als deren Frucht veröffentlichte A. sein zweites Hauptwerk: «Istoria dei Musulmanni in Sicilia» (3 Bde., Flor. 1854–72). Von der Provisorischen Regierung von Toscana ward er 1859 als Professor des Arabischen nach Pisa und Florenz berufen, von Garibaldi 1860 mit dem sicil. Ministerium des Auswärtigen betraut. 1861 zum Senator des Königreichs Italien ernannt, war er 1862–64 Unterrichtsminister und übernahm dann wieder seine arab. Professur in Florenz. Später siedelte er nach Rom über. Er präsidierte 1876 dem Florentiner Orientalistenkongreß und wurde 1882 beim 600. Jahrestage der Sicilianischen Vesper mit Ehren überschüttet. Er starb 16. Juli 1889 in Rom. Eine große Sammlung von arab. Quellen zur Geschichte der moslem. Herrschaft in Sicilien hat A. in der «Biblioteca Arabo-Sicula», Bd. 1–3 (Lpz. 1855–57; Appendici 1875, 1887 und 1889), veröffentlicht, dazu «Diplomi arabi del Regio Archivio Fiorentino» (Flor. 1864; Appendice 1867) und «Traduzione della Biblioteca Arabo-Sicula» (2 Bde., Tur. und Rom 1880–81); ferner sind von seinen Arbeiten zur arab. Litteratur noch zu nennen: «Voyage en Sicile de Mohammed Ebu Djobair» ↔ (Par. 1846), Ibn Haukals «Description de Palerme an milieu du Xe siècle» (ebd. 1848) und die Ausgabe und engl. Übersetzung von Ibn Zafrs «Solwán, or Waters comfort» (2 Bde., Lond. 1851).

Amarīn, C21H18N2, organische Base, entsteht durch Einwirkung von Ammoniak auf Benzaldehyd und Erhitzen des zuerst entstehenden mit A. isomeren Hydrobenzamids auf 120°.

Amarin, Sankt, Stadt und Hauptort des Kantons A. (166,78 qkm; 16148 E., 7599 männl., 8549 weibl., 16 Gemeinden) im Kreis Thann des Bezirks Oberelsaß, im St. Amarinthale, an der Thur und der Linie Lutterbach-Wesserling der Elsaß-Lothr. Eisenbahnen, hat (1890) 2179 E. (74 Evangelische), Amtsgericht (Landgericht Mülhausen), Post, Telegraph, Oberförsterei und kath. Dekanat; Baumwolllwebereien und -Druckereien, Bleichereien, Färbereien, Seidenspinnerei, Sägemühlen. – A., ursprünglich Benediktinerkloster, führt seine Gründung auf den heil. Amarinus (Marinus) zurück, der im 7. Jahrh. im Thale gelebt haben soll. Das ganze Thal, seit Karl d. Gr. im Besitz der Abtei Murbach (s. d.), von der es die Habsburger zu Lehn hatten, kam mit der letztern Gesamtbesitz im Elsaß 1648 an Frankreich.

Amaru, ind. Lyriker, dessen Zeit unbekannt ist. A.s Werk, das Amarūçatakam, «Hundert Strophen des A.», besteht aus 100 Strophen erotischen Inhalts, die ursprünglich Musterbeispiele zu einem größern rhetorischen Werke waren, und ist stark interpoliert. Eine Auswahl gab Chézy (Pseudonym Apudy) mit franz. Übersetzung heraus (Par. 1831). Eine Gesamtausgabe bei Häberlin, «Kāvyasamgraha» (Kalkutta 1847; neue Ausg. in der «Kāvyamāla» Nr. 18, Bombay 1889). Vollständig verdeutscht sind die Strophen in Böhtlingks «Indischen Sprüchen» (3 Tle., 2. Aufl., Petersb. 1870–74). – Vgl. Simon, Das Amaruçataka (Kiel 1893).

Amaryllidaceen, monokotyledonische Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Liliifloren (s. d.) mit gegen 600 Arten in den Tropen und wärmern Gegenden der gemäßigten Zonen über die ganze Erde verbreitet; fast durchgängig krautartige Gewächse, seltener Sträucher. Ihre Blüten haben mit denen der Liliaceen (s.d.) große Ähnlichkeit, nur ist der Fruchtknoten bei den A. unterständig. Zahlreiche A. werden als Zierpflanzen kultiviert, besonders Arten der Gattungen Amaryllis, Narcissus, Galanthus, Leucojum. Die Stammorgane der meisten A. sind zwiebelartig entwickelt, andere tragen mächtige Rosetten dickfleischiger Blätter, wie z. B. die Arten der Gattung Agave (s. d.).

Amaryllis L., Pflanzengattung aus der Familie der Amaryllidaceen (s. d.) mit eigentlich nur wenigen Arten, doch wird von den Gärtnern eine ziemliche Anzahl Formen, die wohl besser zu andern Amaryllidaceengattungen zu stellen wären, unter A. aufgeführt. Es sind sämtlich schönblühende Gewächse, die in den tropischen und subtropischen Gegenden der Alten und Neuen Welt ausgedehnte Verbreitung besitzen. Verschiedene Arten gehören zu den beliebtesten Zierpflanzen für Zimmer und Gewächshäuser; einzelne halten bei guter Decke im Winter bei uns auch im Freien aus. Von letztern Arten ist die am Kap heimische A. Belladonna L. (Coburgia Belladonna Herb.) zu erwähnen, deren angenehm duftende, rosenrote, hängende, glockig-trichterförmige Blüten sich zu 8–12 an der Spitze der Schäfte und längere Zeit vor den Blättern entwickeln. A. sarniensis L. (Nerine sarniensis Herb.), in Japan und

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 495.