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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Anti-Mason-party; Antimon

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Anti-Mason-party - Antimon

Homer zunächst, eine starke Überschätzung. Die erhaltenen Bruchstücke der Gedichte sind gesammelt von Stoll (Dillenb. 1845), die der "Thebais" von Kinkel in den "Epicorum Graucorum fragmenta", Bd. 1 (Lpz. 1877), die der "Lyde" von Bergk in den "Poetae lyrici Graeci", Bd. 2 (4. Aufl., ebd. 1882).

Anti-Mason-party (spr. ännti-mehßn-), s. Antifreimaurerpartei.

Antimon oder Spießglanz (lat. Regulus Antimonii und Stibium; chem. Zeichen = Sb; Atomgewicht = 120,3), ein in der Natur spärlich verbreitetes Element, das in seinen Eigenschaften dem Arsen am nächsten kommt. Die am häufigsten vorkommende Antimonverbindung Schwefelantimon war schon den Alten bekannt; Plinius nannte es Stibium Alabastrum oder Larbason, Dioskorides erwähnt es unter dem Namen Stippi oder Stibi; der Name Antimonium findet sich zuerst in lat. Übersetzungen Geberscher Schriften. Basilius Valentinus lehrte daraus das A. und viele seiner Verbindungen darstellen. Zu seiner Gewinnung dient hauptsächlich das Erz Grauspießglanz, aus dem durch Aussaigern und Befreiung von Gangart zunächst Antimonum crudum, rohes Antimonsulfür gewonnen wird. Um dieses in metallisches A. zu verwandeln, sind zwei verschiedene Methoden in Gebrauch: 1) Zerlegung durch kombinierten Oxydations- und Reduktionsprozeß. Das Schwefelantimon wird auf der Sohle eines Flammofens unter beständigem Umkrählen und reichlichem Luftzutritt anhaltend gelinde erhitzt, wobei Schmelzung auf das sorgfältigste zu vermeiden ist. Das Schwefelantimon wird dabei oxydiert, es entweicht schweflige Säure, und es verbleibt Antimontetroxyd. War während des Röstens die Temperatur zu hoch gesteigert, so verbindet sich das gebildete Antimonoxyd mit unzersetztem Schwefelantimon zu leicht schmelzbarem Spießglanzglas, Vitrum Antimonii, das durch weiteres Rösten nicht zu entschwefeln ist. Die abgeröstete Masse wird mit Kohlenpulver, dem etwas Soda zugesetzt ist, gemischt und im Tiegel eine Stunde lang mäßiger Rotglut ausgesetzt, wobei die Oxyde zu Metall reduziert werden, das dann in eine eiserne Form ausgegossen wird. 2) Zersetzung des Schwefelantimons durch Präcipitation. Schmilzt man Schwefelantimon mit Eisen zusammen, so bildet sich Schwefeleisen, während A. abgeschieden wird. Da aber der Schmelzpunkt des Schwefeleisens und des A. und das spec. Gewicht beider ziemlich gleich ist, so ist die Abscheidung des A. aus der geschmolzenen Masse schwierig. Um sie zu erleichtern, giebt man einen Zusatz von Soda und Kohle oder von Natriumsulfat und Kohle, die dann zur Bildung einer leichter schmelzbaren Schlacke von geringerm spec. Gewichte Veranlassung werden. Die Reduktion erfolgt meist in einem Flammofen mit konkaver, aus Thon geschlagener Sohle, von deren tiefster Stelle ein während der Schmelzung mit einem Thonstopfen verschlossener Abstichkanal nach außen führt. Das mit der erforderlichen Menge von Eisen und Zuschlag gemischte Erz wird in den zum Glühen gebrachten Ofen gestürzt und etwa 10 Stunden im Flusse erhalten, worauf zuerst das Metall und dann die Schlacke durch die Abstichöffnung abgelassen wird. Das so gewonnene A. ist meist sehr unrein. Ein Überschuß von Eisen, der angewandt werden muß, um das Schwefelantimon völlig zu zersetzen, geht in das A. über, außerdem enthält es, aus dem rohen Erz herstammend, Arsen, Kupfer, Blei. Diese Verunreinigungen, mit Ausnahme des Bleies, lassen sich leicht durch Raffinieren entfernen. Zu diesem Behufe schmilzt man 16 Teile rohes Metall mit 1 Teil Schwefelantimon und 2 Teilen Soda im Tiegel zusammen und hält es etwa 1 Stunde lang im Flusse; die fremden Metalle werden dabei durch das Schwefelantimon geschwefelt und gehen in die Schlacke. Nach genügendem Schmelzen gießt man das Metall samt der Schlacke in eine eiserne Form. Beim Erkalten springt die Schlacke ab, die Oberfläche des A. zeigt dann schön krystallinisches Gefüge, den Stern. Ganz reines A. gewinnt man durch Reduktion von chemisch reinem Antimonoxyd oder von Algarothpulver mit Kohle unter Zusatz von Natriumcarbonat. Das zu dieser Verhüttung nötige Grauspießglanzerz oder den Antimonglanz (s. Antimonit) findet man besonders reichlich in Ungarn bei Liptau und Rosenau, und von dort erhalten wir auch eine große Menge des Metalls; die dortige Fabrikation soll sich auf 85 000 kg jährlich belaufen, ferner wird Antimonglanz in der Gegend von Schleiz gegraben und auch verhüttet; in Freiberg und im Harz gewinnt man ebenfalls etwas; bei Roßwein hat man vor einigen Jahren auch Antimonerz gefunden. Dasselbe wird auch von Böhmen, Kärnten, Frankreich und Spanien aus geliefert; sehr große Mengen davon kommen aber von Ceylon, China, Australien und Canada nach England, wo das Erz ausgeschmolzen wird, so daß London in diesem Artikel jetzt der preisangebende Platz ist. In Japan ist die Produktion immer steigend, und die Ausfuhr von Hiogo hat sich von 16 354 Pikols im Werte von 90 000 Doll. 1882 auf 36 130 Pikols im Werte von 180 600 Doll. 1885 gehoben. Eine viel einfachere Methode der Vereitung des metallischen A. als diejenige aus Antimonglanz, ist die aus dem Mineral Senarmontit (s. d.; Antimonoxyd); man braucht dasselbe nur mit Soda und Kohle zu reduzieren. Der in Algier gewonnene wird in Frankreich, der auf Borneo gewonnene in England verarbeitet. Die Preise für Regulus sind in Deutschland jetzt etwa 110 M. für 100 kg. Das A. besitzt ein weißes silberartiges Ansehen, ist blätterig krystallinisch, hart, sehr spröde und daher leicht zu pulvern; auf dem Bruche ist Blätterdurchgang nach der Richtung von Rhomboederflächen wahrnehmbar. Spec. Gewicht 6,707 bis 6,718. A. schmilzt bei 425°, verflüchtigt sich in höherer Temperatur und läßt sich bei Weißglut in einer sauerstofffreien Atmosphäre destillieren. Beim Glühen unter Luftzutritt verbrennt A. mit Lichtentwicklung unter Verbreitung eines weißen Rauchs; beim Schmelzen in der Lötrohrflamme auf Kohle geben alle Antimonverbindungen starken weißen Beschlag. Salzsäure löst A. in der Kälte nicht, beim Kochen langsam unter Entwicklung von Wasserstoff; Schwefelsäure wirkt kalt nicht ein, beim Kochen mit konzentrierter Säure entwickelt sich schweflige Säure unter Bildung von schwefelsaurem Antimonoxyd; Salpetersäure greift selbst im verdünnten Zustande das A. lebhaft unter Entwicklung roter Dämpfe und Abscheidung eines weißen Niederschlags an, der je nach der Konzentration, Temperatur und Dauer der Einwirkung aus Antimonoxyd, Antimonsäure oder aus beiden besteht. Die löslichen Antimonverbindungen geben mit Schwefelwasserstoff einen schön orangefarbenen Niederschlag, der in Schwefelammonium leicht löslich ist.

Das A. findet vielfache Verwendungen, so zur Anfertigung verschiedener Legierungen (s. Antimon-^[folgende Seite]